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Ab wann gibt’s Hitzefrei im Tal?

Von Simon Haslauer

Auch das Tegernseer Tal wird derzeit von einer Hitzewelle heimgesucht. Bei zermürbenden 32° Celsius müssen die Schüler in den Klassenzimmern sitzen. Da fällt einem sofort das Stichwort “Hitzefrei” ein. Doch was und vor allem wann ist Hitzefrei?

Sprung in den See oder ab in den Unterricht? Die Wahl dürfte eindeutig ausfallen.

In einigen Teilen Deutschlands klettert das Thermometer Richtung 40 Grad Marke. Auch im Tegernseer Tal strahlt die Sonne und sorgt für vergleichsweise heiße Temperaturen. Viele genießen den Sommer in vollen Zügen am See, beim Grillen oder anderen Outdoor-Aktivitäten. Doch das gilt nicht für alle. Ob Leute mit anstrengenden Jobs wie beispielsweise auf Baustellen oder auch in überhitzten Büros schwitzen derzeit ordentlich.

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Das gilt natürlich auch für die Schülerinnen und Schüler hier im Tegernseer Tal. Bei den heißen Temperaturen sehnen sie sich nach dem Zauberwort “Hitzefrei”. Die meisten Schulen in der Region haben bereits reagiert. Unter anderem das Gymnasium Tegernsee, die Grund- und Mittelschule in Rottach und die Realschule Gmund lassen den Nachmittagsunterricht an besonders heißen Tagen ausfallen. Nur die offene Ganztagsschule findet weiterhin statt. Richtiges Hitzefrei ist das allerdings noch nicht.

Laut dem Gesetz gibt es kein “Hitzefrei”

Das erste Mal, dass Schülern Hitzefrei erteilt wurde, war 1892. Der damalige Kultusminister Robert Bosse legte einen Erlass vor, der Schulen nachhaltig verändern sollte. So hieß es damals:

Wenn das hundertteilige Thermometer um 10 Uhr vormittags im Schatten 25 Grad zeigt, darf der Schulunterricht in keinem Falle über vier aufeinanderfolgende Stunden ausgedehnt und ebensowenig darf den Kindern an solchen Tagen ein zweimaliger Gang zur Schule zugemutet werden.

Seit diesem Erlass hat sich allerdings wieder einiges verändert. Heute sehen die Regelungen für Hitzefrei etwas anders aus. Auf der Website des Kulturministeriums Bayern ist zu erfahren, dass es keinerlei rechtliche Verpflichtung gibt, ab einer gewissen Temperatur den Unterricht ausfallen zu lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es den Schulverwaltungen nicht gestattet ist, Hitzefrei zu erteilen. Vielmehr liegt diese Entscheidung bei der Schulleitung und dem Lehrerteam.

“Demnach trägt die Schulleitung die pädagogische, organisatorische und rechtliche Gesamtverantwortung für die Schule”, heißt es seitens des Kulturministeriums. Bedeutet: Wenn die Schulleitung den Lernprozess durch Hitze gefährdet sieht, kann sie den Unterricht ausfallen lassen. Allerdings muss dabei einiges berücksichtigt werden, so das Kulturministerium. Beispielsweise muss dafür gesorgt werden, dass es allen Schülern möglich ist, sicher nach Hause zu kommen.

Neben einem Ausfall des Unterrichts gibt es auch zahlreiche andere Möglichkeiten, den Schulalltag so cool wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch das Verlagern des Unterrichts an einen anderen, kühleren Ort wie beispielsweise nach draußen in den Schatten. Diese Rechtslage ermögliche es, auf die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten nicht nur flexibel, sondern vor allem der konkreten Situation entsprechend angemessen zu reagieren.

Wie unsere Schulen gegen die Hitzewelle ankämpfen

Im Tegernseer Gymnasium entfiel gestern beispielsweise der Nachmittagsunterricht. Auch die Bundesjugendspiele der fünften bis siebten Klassen mussten gestrichen werden. Die Grund- und Mittelschule in Rottach-Egern ließ ebenfalls den Nachmittagsunterricht entfallen, da aus ihrer Sicht durch die Hitze die Konzentration der Schüler beeinflusst und dadurch der Lernprozess zum Stillstand gebracht werde.

Auch die Realschule Gmund hat auf die heißen Temperaturen reagiert. Hier wird beispielsweise durch ein Hauswärterteam die Schule über Nacht mit Hilfe des Lüftungssystem mit kalter Nachtluft gefüllt. Dann bleiben die Räumlichkeiten der Schule vergleichsweise kühl. Außerdem wird dort mit einem automatischen Beschattungssystem gearbeitet, dass am Nachmittag selbstständig die Jalousien runterfährt und damit in den Räumen für Schatten sorgt.

Ab Morgen heißt es dann für alle Schüler sowieso erstmal “Ab ins Wochenende” und baden was das Zeug hält.

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