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Betreiber reagieren auf die Kritik der Tegernseer Bürger

Architekten-Wettbewerb ums A-ja-Hotel

Von Christopher Horn

Das geplante A-ja-Hotel in der Perronstraße in Tegernseer Süd bleibt weiter ein Reizthema. Vielen Anwohnern ist der geplante Bau zu massiv.

Anfang April kündigte die A-ja-Gruppe schließlich an, die Pläne nochmals überarbeiten zu wollen. Jetzt soll ein Architekten-Wettbewerb eine für alle Seiten verträgliche Lösung bringen.

Auf diesem Grundstück an der Perronstraße Tegernsee-Süd soll das a--ja-Hotel entstehen. Die bisherigen Pläne sind vor allem Kritikern ein Dorn im Auge.
Auf diesem Grundstück soll das A-ja-Hotel entstehen. Die bisherigen Pläne sind vielen ein Dorn im Auge.

Vier-Sterne-Komfort zum Preis von zwei Sternen. So lautet die Idee der A-ja-Gruppe für das geplante Hotel in der Tegernseer Perronstraße. Die Betreiber werben für ihr Konzept mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 39 Euro. Alle Extraleistungen wie Sauna und Wellness müssen dazugebucht werden. Auf dem rund 10.500 Quadratmeter großen ehemaligen Gelände der HypoVereinsbank wollen sie das Hotel mit einer Nutzfläche von 3.200 Quadratmetern verwirklichen.

135 Zimmer und 40 Suiten könnte das Haus künftig haben. Im Grundsatz hatte das der Tegernseer Stadtrat bereits im März 2013 abgesegnet. Fortan ging es um die Gestaltung der Fassade. Zudem mussten Gutachten über die zu erwartende Verkehrs- und Lärmbelastung erstellt werden. Aufgrund der zukünftig steigenden Anzahl an Autos könnte an der Einfahrt zur Perronstraße eine Abbiegespur notwendig werden.

Anwohner wehren sich gegen das Hotel

Vor allem die Anlieger, aber auch andere Kritiker machen seit Monaten mobil gegen die Hotelpläne. Bereits im Januar 2014 hatten sie sich mit rund 50 Stellungnahmen an die Stadt gewandt. Bis Mitte März kamen weitere 30 Hinweise hinzu. So bezeichnet die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal das Projekt als „seelenlose Bettenburg”, das vor allem durch große Baumasse und eine massive Versiegelung „glänzt”. Zudem finden die Kritiker, dass eine solche Marke vom Konzept her nicht zu Tegernsee passt. In einem Brief an die Stadt verlangten sie daher Antworten von der A-ja-Gruppe.

Und diese Forderung wurde dann auch erhört. Im Rahmen der Bürgerversammlung kündigte der damalige Bürgermeister Peter Janssen an, dass die A-ja-Gruppe den Entwurf für ihr Hotel noch einmal überarbeiten wolle. „Ziel der neuen Anstrengungen ist es, eine vertretbare Lösung zu finden, mit der auch die Anlieger leben können“, erklärte auch Michaela Störr Anfang April auf Nachfrage. Sie stellte architektonische Veränderungen in Aussicht, kündigte aber gleichzeitig an, an der Anzahl der Zimmer festhalten zu wollen. Ansonsten werde es unwirtschaftlich, so Störr weiter. Seitdem befand man sich in Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Tegernsee.

Wettbewerb verschiedener Planer

Dabei hat man sich offenbar auf eine umfangreiche Umplanung geeinigt. „Es wird einen Wettbewerb mit verschiedenen Architekten geben“, bestätigt Bettina Koch aus dem Tegernseer Bauamt. Demnach sollen in den kommenden Monaten verschiedene Planer die Möglichkeit erhalten, Vorschläge einzureichen. Doch nicht nur die Fassade, sondern auch die Größe des Baus und die Anzahl der Zimmer sollen dabei erneut auf den Prüfstand gestellt werden.

Sie gehe davon aus, dass es auch um die Höhe und die Zimmerzahl gehen werde. Genaue Zahlen stünden aber noch nicht fest, so Koch weiter. Stadtrat Thomas Madl (SPD), von Beginn an ein Kritiker des A-ja-Hotels, zeigte sich erstaunt über die neue Entwicklung. „Das überrascht mich doch sehr. Es handelt sich hier ja eigentlich um ein Konzept mit Fertigbauteilen. Ich begrüße einen solchen Wettbewerb aber natürlich“, meint Mandl. Mandl hatte sich im Stadtrat gegen das Hotel ausgesprochen.

Und auch die Interessengemeinschaft der Anlieger, die sich zuletzt von der A-ja-Gruppe erpresst fühlte, zeigt sich zufrieden. „Eine vernünftige Modifikation ist schließlich das, was wir immer wollten“, so Sprecher Bernhard Schex. Er wünscht sich zudem, dass die Betreiber mit der Größe nach unten gehen. „So wie es derzeit aussieht, ist eine komplette Versiegelung des Grundstücks geplant, das können wir nicht befürworten“, so Schex weiter.

So sollte das Hotel eigentlich aussehen. Jetzt werden Architekten neue Pläne ausarbeiten.
So sollte das Hotel eigentlich aussehen. Jetzt werden Architekten neue Pläne ausarbeiten.

Außerdem sieht Schex weiterhin Probleme wegen der Zufahrt und der Parksituation. So wie es derzeit geplant sei, könne das nicht funktionieren, ist er sich sicher. Jetzt will er sich überraschen lassen, was der Architekten-Wettbewerb zu Tage fördert. Mit ersten Ergebnissen ist aber wohl erst in einigen Monaten zu rechnen. „So etwas geht nicht von heute auf morgen. Ich denke, realistisch betrachtet werden wir im Herbst erste Ergebnisse haben“, schätzt die Leiterin des Tegernseer Bauamtes, Bettina Koch. Vonseiten der A-ja-Gruppe wollte sich heute indes niemand zu den neuesten Entwicklungen äußern.


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