Umsatzeinbrüche befürchtet - Anlieger verschieben Sanierung des Reisbergerweg

Bürgermeister warnt: „Das wird teurer“

Von Christopher Horn

Der Reisbergerweg in Rottach-Egern muss saniert werden. Die Straße ist schon seit einiger Zeit nicht mehr in bestem Zustand, sodass die Gemeinde eigentlich eine schnell Lösung angestrebt hat.

Die Anlieger befürchteten jedoch, dass durch die für diesen Sommer geplanten Bauarbeiten ihr Tourismusgeschäft leiden würde und drängten daher auf eine Verlegung ins nächste Jahr – trotz höherer Kosten.

Der Gasthof Glasl im Rottacher Reisbergerweg

Der Reisbergerweg ist schon seit Jahren sanierungsbedürftig. Der Straßenbelag weise massive Schäden auf, wie der Architekt der Gemeinde Lenz Strohschneider erklärt. Diese Beschädigungen gingen sogar soweit, dass der komplette Unterbau erneuert werden müsse, führt Strohschneider weiter aus.

Problem: Entwässerung

In dem Zusammenhang soll dann auch die Straße etwas verbreitert werden. Allerdings bestehe dort nicht viel Spielraum. „Wir haben hier sehr beengte Verhältnisse“, stellt Strohschneider klar. Auf der neuen Straße sollen aber ein Fußgänger und ein Auto problemlos Platz haben.

Ein besonderes Augenmerk wird bei der Sanierung laut Strohschneider auch auf die Entwässerung gelegt. Diese habe in der Vergangenheit bereits Probleme gemacht. Regenwasser sei sogar schon auf die angrenzenden Grundstücke übergelaufen. Die Gemeinde hatte daraufhin reagiert und eine Sickergrube angelegt, so der Architekt. Bei der Sanierung soll diese nun durch extra Ablaufrinnen unterstützt werden.

Anwohner fürchten um Urlaubsgäste

Als Bauzeit gab der Architekt zehn Wochen als groben Richtwert an. „Wenn alles optimal läuft“, wie Strohschneider betont. Der Start der Arbeiten hätte bereits im Sommer sein sollen. Dies lehnten die Anlieger allerdings auf einer entsprechenden Versammlung einstimmig ab.

Sie fürchten um eine Beeinträchtigung des Urlaubsgeschäftes. Gerade der Gasthof Glasl mit seinem Biergarten hätte wohl erheblich unter den Baumaßnahmen zu leiden gehabt. Daher stimmten die Anlieger einhellig dafür, die Bauarbeiten ins nächste Frühjahr zu verlegen.

Auf dem gekennzeichneten Abschnitt wird die Straße saniert

Die geplante Verlegung kommt der Gemeinde indes nicht ungelegen, wie Bürgermeister Franz Hafner feststellt. Man habe in diesem Jahr sowieso genug damit zu tun, die Valepper Straße zu sanieren. Daher habe man den Anliegern in ihrem Wunsch natürlich entsprochen, so Hafer auf Nachfrage.

Höhere Kosten

„Wir sind ja schließlich keine Gegner“, wie der Rathauschef betont. Man sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Allerdings musste Hafner die Anlieger auch auf die Konsequenzen hinweisen. Die Kosten für die Straße, die die Anlieger zu 70 Prozent selbst stemmen müssen, würden durch die Verlegung wahrscheinlich höher ausfallen.

Schließlich sei der Bitumenpreis immer an den Ölpreis gekoppelt. Nach derzeitigen Schätzungen werden die Bauarbeiten insgesamt 220.000 Euro kosten. Dies sei die günstigste Variante, wie Strohschneider feststellt. „Die Arbeiten sind technisch in Ordnung, aber dafür dennoch sehr wirtschaftlich“, erklärt der Architekt.

Erste Maßnahme im neuen Jahr

Die Kostenschätzung muss nun jedoch wohl nach oben korrigiert werden. Der Gemeinde dürfte die Steigerung allerdings nicht erheblich zusetzen. Wie Franz Hafner auf der gestrigen Bürgerversammlung erklärte, wurde der Etat für den Straßenunterhalt erneut erhöht, auf nun 350.000 Euro. Zum Vergleich: Kreuth gibt für Sanierungsmaßnahmen rund 50.000 Euro pro Jahr aus.

Die Anwohner werden zudem aber auch ein weiteres Jahr damit leben müssen, dass der Reisbergerweg nur notdürftig repariert wird. All dies war man allerdings bereit in Kauf zu nehmen, solange die Arbeiten nicht in die Urlaubssaison fallen.


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