Betreiber äußert sich zu den Auswirkungen der Wiesseer Therme

Eine neue Spielarena fürs Tal?

Von Peter Posztos

Viele hoffen, dass die Pläne rund um den Hotel-Thermen-Komplex auf dem Wiesseer Jodbad-Gelände realisiert werden. Bei Sepp Niedermayer schlagen jedoch zwei Seelen in der Brust: Auf der einen Seite sieht der Betreiber der Spielarena das Vorhaben als Möglichkeit für den Ort.

Trotzdem würde ihn ein Abriss seines Areals zutiefst treffen. Nicht nur, aber auch weil Niedermayer bisher rund 600.000 Euro in die Wiesseer Spielarena investiert hat. Gleichwohl rechnet er nicht mit einem schnellen Abriss der früheren Tennishalle, die er vor über drei Jahren umgebaut hat.

So ist der 62-Jährige überzeugt, dass der Prozess bis zur Realisierung der Thermen-Pläne durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Ein oder sogar mehrere Investoren für das gesamte Gelände seien nicht einfach so aufzutreiben. Die avisierten ein bis zwei Jahre sind seiner Meinung nach eher unrealistisch.

Was den früheren Sportlehrer an dem präsentierten Konzept um das Jodbad-Areal jedoch vor allem stört, ist die fehlende Familienfreundlichkeit:

Ich hätte mir ganz ehrlich ein anderes Konzept gewünscht. Wo bleiben die Jugendlichen, wo bleiben die Kinder? Der Ansatz ist weit weg davon familienfreundlich zu sein. Ob das Hotel nun 4- oder 5-Sterne-Niveau haben wird, ist egal. Familienfreundlich können die Übernachtungspreise bei den anstehenden Investitionen gar nicht werden.

Dabei ist Niedermayer klar, dass es bei der Sache nicht um die Wünsche eines Einzelnen geht. So ist die Gemeinde insgesamt mit ihm immer fair umgegangen. Man habe ihn als Betreiber der Spielarena früh über die Jodbad-Planungen informiert. Auch bestehe ein echtes Interesse in Bad Wiessee daran, für die Arena einen alternativen Ort auf Gemeindegrund zu finden.

Doch das sei nicht so einfach, wie Niedermayer erklärt: „Ich bin letztens in sechs Stunden ganz Wiessee abgegangen. Passende Grundstücke habe ich dabei keine gefunden.“ Ob, wann und wo eine alternative Spielstätte entstehen könnte, darüber denkt der Gmunder derzeit intensiv nach.

Die Chancen sind da

Und so versucht Niedermayer die Entwicklung in Wiessee als Chance zu sehen. Es bestehe die große Möglichkeit eine neue Spielarena im Tegernseer Tal aufzubauen. Wo genau das sein könnte, dazu will sich der Gmunder derzeit noch nicht äußern. Wichtig sei ihm allerdings, dass alles innerhalb von drei bis vier Jahren über die Bühne geht. „In sieben, acht Jahren ist es zu spät. Dann bin ich 70, da fange ich nicht mehr an so ein Konzept neu umzusetzen.“

Entscheidend ist dabei auch die Frage der Finanzierung. Wollen die Gemeinden eine neue Spielarena gemeinsam stemmen? Ist die Einrichtung so attraktiv, dass sie für Touristen und Einheimische als echter Standortfaktor gesehen wird? Klar ist: ein Gelände wie in Bad Wiessee mit einer bestehenden Halle, die man „nur“ umbauen muss, wird es kein zweites Mal geben. Alleine in Bad Wiessee hat Niedermayer laut eigener Aussage mehr als 600.000 Euro investiert. „Nur die Geräte kosten rund eine halbe Million.“

An einem neuen Standort fielen dazu noch die Kosten für eine neue Halle an. „Mindestens 700.000 würde das zusätzlich ausmachen.“ Trotzdem ist Niedermayer überzeugt, dass sich ein solches Vorhaben auch touristisch lohnt. Vor allem wenn man ein schlüssiges Konzept aufsetzt. Und da setzt er auf seine jahrelange Erfahrung:

Mittlerweile betreibe ich die beiden Einrichtungen in Wiessee und in Holzkirchen seit einiger Zeit. Ich weiß wo die Stellhebel sind und was man verbessern muss. Eine neue Halle wäre meines Erachtens eine tolle Einrichtung und ein wichtiges Signal in Richtung Kinderfreundlichkeit des Tegernseer Tals.


Unternehmen aus unserer Region

Die neuesten Artikel

Die Redaktion empfiehlt


Aktuelle Jobangebote aus der Region
Tegernseerstimme

Tegernseerstimme