Kultusministerium stellt sich hinter Tegernseer Traditionsschule
„Das Gymnasium ist nicht gefährdet“

von Robin Schenkewitz

Die neue Realschule in Gmund und das neue Gymnasium in Holzkirchen machen dem Gymnasium in Tegernsee schwer zu schaffen. Die Schülerzahlen gehen rapide runter. Von Seiten des Kultusministeriums gibt es jetzt aber Rückendeckung: „Die Verantwortlichen vor Ort brauchen keine Angst haben.“

Laut Kultusministerium ist die Zukunft des Gymnasiums gesichert.
Laut Kultusministerium ist die Zukunft des Gymnasiums gesichert.

Seit das neue Gymnasium in Holzkirchen eröffnet hat, schwinden die Schülerzahlen in Tegernsee merklich. So sind derzeit in der 5. Klasse nur noch 56 Schüler angemeldet. Im Gegensatz zu den älteren Stufen gibt es in dieser Altersklasse damit nur noch zwei Züge. Nur wenige Schüler aus Holzkirchen nehmen noch den weiten Schulweg nach Tegernsee in Kauf, da sie nun eine andere Schule direkt vor der Nase haben.

Doch auch die Neueröffnung der Realschule in Gmund macht der Traditionsschule im ehemaligen Benediktinerkloster zu schaffen. Einige Eltern haben sich dazu entschieden, ihre Kinder lieber in das neue Schulgebäude zu schicken. Eine Entwicklung, die die Verantwortlichen am Tegernseer Gymnasium offenbar unterschätzt haben.

Rückhalt vom Kultusministerium

Mittlerweile hat man das Problem jedoch erkannt und auch die Politiker kämpfen für einen Erhalt des Gymnasiums. So haben unter anderem Landrat Wolfgang Rzehak und Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn ihre Unterstützung zugesichert. Denn klar ist: Kommen zu wenige Schüler nach Tegernsee, kann das für das Gymnasium zum Problem werden.

Der Bestand sei jedoch nicht gefährdet, versicherte heute das Kultusministerium. „Die Verantwortlichen vor Ort brauchen keine Angst zu haben“, betonte Sprecherin Julia Lindner. Selbst wenn pro Jahrgang nur noch zwei Klassen zustandekämen, wäre das kein Problem. Es gebe genug zweizügige Gymnasien in Bayern, weiß Lindner.

Direktor Werner Oberholzner ist zwar froh über die Nachricht, zeigt sich von den Aussagen allerdings nicht groß überrascht. „Es ist mehr eine Bestätigung dessen, was ich mir bereits gedacht habe.“ Er sei nicht davon ausgegangen, dass die Schule in den kommenden Jahren schließen müsse.

Schülerzahlen werden sich einpendeln

Dass die Situation im Moment aber alles andere als wünschenswert ist, sieht auch Lindner so. „Die Zahlen sind besorgniserregend. Von dem neuen Gymnasium und der neuen Realschule geht momentan eine gewisse Attraktivität aus“, stellte die Sprecherin fest. Solche Entwicklungen gebe es aber einfach. Die Schülerzahlen würden sich in den kommenden Jahren wieder einpendeln, ist sich Lindner sicher.

Wann eine Schule als gefährdet gilt, dazu gebe es keine festen Größen. Momentan sei dies beim Gymnasium aber definitiv noch nicht der Fall. Sollte die Schule sich auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen an das Ministerium wenden, biete man gerne seine Unterstützung an. „Grundsätzlich liegt es aber im Verantwortungsbereich der Schulleitung, sich kreative Lösungen und Alleinstellungsmerkmale zu überlegen.“

Momentan sei das eine oder andere im Gespräch, bestätigt Direktor Werner Oberholzner. Allerdings nichts, was man schon verkünden könnte. Oberholzner hofft jedoch, dass sich langsfristig wieder drei Züge im Gymnasium etablieren werden.


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