Das stinkt doch zum Himmel

3.000 Euro Schadenersatz. Mehr nicht. Dem Bürger wird ein Happen hingeworfen, weil die großen Brocken „juristisch nicht durchsetzbar“ sind. Dem Bürger auf der Straße ist das wohl endgültig nicht mehr zu verkaufen. Robin Schenkewitz findet: Das stinkt doch zum Himmel.

Ein glühender Verfechter der Fusion: Jakob Kreidl, hier mit Nachfolger Wolfgang Rzehak.
Das stinkt doch zum Himmel.

Ein Kommentar von Robin Schenkewitz
Junge Männer in einer WG haben zuweilen ein seltsames Verhältnis zur Hygiene. Statt einmal richtig zu putzen, reicht häufig auch ein penetrantes Deo aus dem Supermarkt. Erst eine Beziehung zu einer Frau bringt sie in die sicheren Häfen von Sauberkeit und Anstand. Sagt man.

Vielleicht stünde das auch dem Landratsamt in Miesbach und Hausherr Wolfgang Rzehak gut zu Gesicht. Statt den Miststall aus Gefälligkeiten und Schmutzeleien auszufegen, stellt er mit einer marginalen Schadenersatzforderung eine politische Duftkerze im Landratsamt auf.

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Der Skandal-Kreidl zahlt gerade einmal 3.000 Euro zurück. Selbst Parteifreund Radwan konnte vom einstigen Spezl aus Fischbachau mehr verlangen. Damit ist die Sache für das Amt in Miesbach durch. Mehr geht nicht, war nicht zu holen. „Juristische Gründe“ hat das Ganze selbstverständlich. Die Aufräumarbeiten überlässt man lieber Sparkasse und Staatsanwaltschaft, anstatt selber mit anzupacken.

Frühjahrsputz ein andermal

Es geht nicht ums Geld. Es bleibt einfach ein schaler Geschmack zurück. Während Wolfgang Rzehak im fernen Curacao urlaubt, sehen seine Behörde und der Kreisrat den Fall mehr oder minder als erledigt an. Geburtstage für über 100.000 Euro von Landratsamt und Sparkasse bezahlt, deren Aufsicht der Jubilar hatte? Ach was, passt schon.

Frühjahrsputz ein andermal. Das System aus Geben und Fordern, aus Abhängigkeiten und Hintenrum-Entscheidungen im Oberland bleibt im Großen und Ganzen unangetastet. „Noli me tangere“, heißt es, wenn es um den christsozialen Filz geht. Scheut Rzehak den Konflikt, weil er einst selbst die Pflicht zur Aufsicht hatte?

Wenn ja, dann braucht es jetzt eine externe Putzhilfe, eine Frau in der Männer-WG. Denn die Bürger sind es leid, enttäuscht zu werden. Es geht nicht um Geld, es geht um Gerechtigkeit. Mag man nicht mehr hören. Ist aber die Basis unserer Gemeinschaft.

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