Der Kampf eines Tegernseer Schülers gegen Leukämie
„Denn eines will ich auf jeden Fall – leben“

von Christopher Horn

Gemeinsam mit seinen Mitschülern besucht Nicolas Kutter die zehnte Klasse des Tegernseer Gymnasiums. Doch der 15-Jährige kann von einem unbeschwerten Leben als Teenager nur träumen. Er leidet seit drei Jahren an Leukämie.

Nikolas nach seiner ersten Chemotherapie vor drei Jahren. Quelle: http://help-nici.com
Nicolas nach seiner ersten Chemotherapie vor drei Jahren / Quelle: http://help-nici.com

„Denn eines will ich auf jeden Fall – leben!“ Dieser Satz steht in großen Buchstaben auf der Homepage von Nicolas Kutter. Der 15-Jährige kommt aus Schliersee und besucht die zehnte Klasse des Tegernseer Gymnasiums. Vor etwas über drei Jahren erreichte den ältesten von vier Brüdern die niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs. „In der ersten Therapie verlor ich durch die Nebenwirkungen der Chemotherapie drei Viertel meiner Bauchspeicheldrüse“, erklärt Nicolas.

Das Hoffen auf eine baldige Besserung war dennoch groß. Doch schon wenige Wochen nach der ersten Therapie bekam der Teenager einen Rückfall. Er musste zurück in die Klinik. Wieder stand eine Chemotherapie auf dem Programm. Im Anschluss wurde ihm Knochenmark transplantiert. Die dafür nötigen Stammzellen bekam er erst von seinem Bruder, dann vom Vater.

Erneuter Rückfall vor zwei Monaten

Doch auch diese Therapie war nur vorübergehend erfolgreich. Vor zwei Monaten kam der Krebs erneut zurück. Jetzt bekomme er Antikörper, um die Leukämie in Schach zu halten, so Nicolas weiter. Für eine Heilung bräuchte er eine erneute Knochmarktransplantation. Doch das ist riskant. „Die würde ich höchstwahrscheinlich nicht überleben“, so Nicolas im Gespräch.

Also will er eine andere Therapie versuchen. Die ist allerdings teurer und derzeit nur in den USA zugelassen. So beziffern die Ärzte die Kosten für den Patienten für die dreimonatige Therapie in Seattle auf etwa 187.000 US Dollar – rund 155.800 Euro.

„Da für diese Kosten keiner aufkommen wird, bin ich auf Hilfe angewiesen“, betont Nicolas. Um auf sich und sein Schicksal aufmerksam zu machen, hat er seit Anfang Januar eine Webseite eingerichtet. Dort schildert er seine derzeitige Situation, nennt Einschätzungen der Ärzte und beschreibt die Therapie in den USA. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Auf Nachfrage der TS-Redaktion sagt Nicolas:

Wir haben eine ziemlich große Resonanz und auch schon ein paar Spenden. Da wir das Geld schon Mitte Februar überweisen müssen, brauchen wir aber auf jeden Fall noch mehr Öffentlichkeit.

Nicolas heute, er hofft auf eine Therapie in den USA
Nicolas heute. Er hofft auf eine Therapie in den USA.

Auch seine Mitschüler wollen Nicolas helfen und suchen daher den Weg an die Öffentlichkeit. „Es gibt keinen anderen Ausweg mehr und wir wollen alle, dass er weiterhin unser Freund und Mitschüler bleibt“, schreibt eine Klassenkameradin von Nicolas in einer E-Mail an die TS-Redaktion.

Da die Antikörper derzeit wirken, kann Nicolas nach den Ferien wieder das Tegernseer Gymnasium besuchen. Während der ersten drei Chemotherapien wurde er von Hauslehrern unterrichtet. Jetzt hofft der junge Schlierseer darauf, die Therapie in den USA machen zu können.


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