Wie ein Waakirchner Pralinenhersteller ein 300.000 Euro teures Dessert kreierte

Eybels teuerste Praline der Welt

Von Nicole Posztos

Die einen schenken Pralinen, andere legen Schmuck unter den Weihnachtsbaum. Doch nur wenige zeigen sich beim Weihnachtsgeschenk so spendabel wie ein Russe. Der Mann hat beim Waakirchner Pralinenhersteller Andreas Eybel eine eigene Pralinenkreation in Auftrag gegeben. Getoppt wird das ganze nur noch vom 7-karätigen Brillanten im Wert von 300.000 Euro.

Das Schmuckstück könne laut Eybel nach dem Verzehr abgenommen und als Ring getragen werden. „Überrascht hat mich diese Anfrage schon. Das passiert bei uns sicherlich nicht alle Tage, ehrlich gesagt ist es das erste Mal in meinem 30-jährigen Berufsleben“.

„Die teuerste Praline der Welt“

Im Falle des russischen Kunden dürfte das Endprodukt eine der exklusivsten Spezialanfertigungen sein, die es zu kaufen gibt. Doch für sein Geld bekommt der Mann und dessen Gattin auch ein ganz besonderes Dessert zum Weihnachtsfest. Ein Gesamtkunstwerk, das in Zusammenarbeit mit dem Holzkirchner Juwelier Egmont Ernst gestaltet wurde. Dabei werde, wie Eybel betont, die Praline – unter anderem Ananas aus Costa Rica, Safran aus Spanien, eingedickter Champagner – einmalig in Kleinstauflage hergestellt.

„Wir werden insgesamt fünf Pralinen aus dieser Serie herstellen, damit beim Transport gewährleistet wird, dass mindestens eine davon garantiert heil ankommt“, so der Waakirchner Konditormeister. Der Juwelier Egmont Ernst stellt dafür das Schmuckobjekt zur Verfügung und erklärt, um was es sich dabei genau handelt:

Die Praline sitzt auf einer Création aus 18-karätigem Gold. Der Fuß des Schmuckobjekts ist abschraubbar und dient zur Aufbewahrung der Praline. Der Innenraum wurde dementsprechend exakt auf die Größe der Praline angefertigt. Über der Praline schwebt der 7-karätige Brillant, eingefasst in Gold. Der Brillant wurde mit einer Fassung versehen, sodass dieser anschließend als Ring getragen werden kann

Interessant ist diese außergewöhnliche Anfrage vor allem deswegen, da sich Eybel eigentlich als rein regionaler Produzent versteht. Er setzt auf den Umsatz in den drei eigenen Verkaufsfilialen.

„Hochwertige Rohware und bayerische Handwerkstradition“

Geboren in Kassel, aufgewachsen in Straubing, hat Eybel als junger Konditormeister zunächst in der eigenen Küche in Sachsenkam experimentiert und seine Ware selbst ausgefahren, später gemeinsam mit seiner Frau auf dem Gut Oberkammerloh in Waakirchen einen Stall zur Produktionsstätte umfunktioniert und sich dann südlich des Hofes den persönlichen Traum von einer oberbayerischen Schokoladenmanufaktur erfüllt.

Die Schokoladenmasse bezieht er von einem belgischen Hersteller, mit dem er bei der Entwicklung und Zusammensetzung der Mischungen eng zusammenarbeitet. Zwanzig bis dreißig Tonnen Kakao werden dafür jedes Jahr erworben.

Von Hand zu Pralinen, Tafeln, Fruchtaufstrichen und Dragees verarbeitet wird alles vor Ort in Waakirchen, im direkten Austausch und Handel mit den Kunden, die hier nicht für lange Transportwege und Marketing zahlen, sondern für hochwertige Rohware und gute bayerische Handwerkstradition. In dem aktuellen Fall der Brillant-Praline ist alles nur eben ein wenig ausgefallener, exklusiver und damit auch entsprechend teurer.


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