“Es fehlt einfach an Parkplätzen”

von Redaktion

Die Straßen sind voll, aber keiner hält an und kauft in den Geschäften ein. Das war der Tenor der Veranstaltung, zu der die CSU-Gmund hauptsächlich die Geschäftsleute aus Gmund in den Neureuther Saal eingeladen hatte. Eifrig wurde nach Möglichkeiten gesucht, den Ort zu beleben. Vor allem der neue Rewe soll helfen.

Auch die neu Querungshilfe am Maximilian wurde kritisiert ...
Auch die neu Querungshilfe am Maximilian wurde kritisiert …

Über den Grund hierfür war man sich allerdings nicht einig: „Die meisten Geschäfte sind zu unattraktiv“, meinte ein Teilnehmer. Dem widersprachen die Geschäftsleute: „Es fehlt einfach an Parkplätzen, deshalb fahren alle weiter.“ Und wenn keine Kunden kommen sei es zudem schwer, neue attraktive Geschäfte anzusiedeln. Doch hier sei guter Rat teuer, um diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Die Belebung und Ausweitung der Geschäftswelt wäre auch deshalb wichtig, um der Bevölkerung und hier insbesondere Jugendlichen, die Möglichkeit zu bieten, ortsnah Arbeit zu finden und so der Gemeinde erhalten zu bleiben. Ansonsten würden junge Menschen wegziehen und die bereits hohe Zahl der Pendler noch weiter steigen, was nicht positiv für das Ortsleben wäre.

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Attraktive Geschäfte gesucht

Eigentlich sollten die Geschäftsleute, so die CSU-Ortsverbandsvorsitzende Regina Resch, allgemein Wünsche zur ihrer Situation äußern. Doch konzentrierte sich das Thema fast ausschließlich auf die Verkehrssituation. Untersucht werden sollte erst einmal, forderte ein Teilnehmer, was Geschäfte anbieten müssten, damit Autofahrer überhaupt anhalten. Und die müssten gezielt angeworben werden. So wie die Firma Lantenhammer mit den Erlebnisdestillerien in Hausham und Slyrs in Neuhaus. Diese seien so interessant, dass die Leute auch ohne großes Parkangebot dort hin wollen.

Wichtiger wäre es auch, so ein Vorschlag, das neue Maximilian und den Rewe-Markt mit der Einkaufsstraße am Ludwig-Erhard-Platz zu verbinden. So könne die Besucherfrequenz dort auch für die anderen Geschäfte genutzt werden. Dies könne durch eine attraktive Straßengestaltung und breite Bürgersteige über die Brücke hinweg geschehen.

Wer erst einmal in der Tiefgarage des Supermarktes steht und nicht darauf gestoßen wird, dass es auch noch andere Geschäfte gibt, die er zu Fuß erreichen kann, der fährt weg und parkt nicht an einer anderen Stelle im Gmund und ist somit für den Ort verloren, war man sich einig. Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang, dass die Straße und die Überquerungshilfe vor dem Maximilian völlig lieblos gebaut wurden. Wie es schöner ginge, könne man in Tegernsee vor dem Rathaus sehen.

Volksfestplatz schlimmer als ein Hinterhof

Auch der Weg über den Volksfestplatz und die Fußgängerbrücke am See in den Ortskern müsste wesentlich attraktiver gestaltet werden, so die Vorschläge. Jetzt sei der Volksfestplatz „schlimmer als ein Hinterhof.“ Dort könnte beispielsweise ein spezieller Parkplatz mit Servicestation für Ausflügler entstehen, die mit dem Fahrrad ankommen und dann in Gmund zu Touren starten. Auch das Bahnhofsareal böte großes Entwicklungspotential. Doch scheinen die Planungen hierfür noch in so weiter Ferne zu liegen, dass dies nicht weiter diskutiert wurde.

Einem neuen Verkehrsgutachten standen die meisten Teilnehmer kritisch gegenüber. Gutachten würden hauptsächlich die gegenwärtige Situation beleuchten. Doch wie sich der Verkehr in 15 bis 20 Jahren entwickeln werde, könne heute niemand voraus sagen.

Stauessen gegen Autoschlangen

Was andere Gemeinden ausprobieren, die in einer ähnlichen Situation sind, schilderte Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing Gesellschaft (SMG) des Landkreises Miesbach. So bietet Schliersee demnächst sogenannte „Stauessen“ an.

Entlang der Durchgangsstraßen werde darauf aufmerksam gemacht, dass man die Heimfahrt lieber etwas verschieben solle, um in einer der Gaststätten einzukehren. So bräuchte man nicht im Stau zu stehen und käme anschließend umso schneller nach Hause. Ob dieses für Gmund machbar sei, wurde allerdings mit Skepsis aufgenommen. Zudem seien hierfür weniger die Geschäftsleute, als die Tourismusorganisation TTT zuständig.

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