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Tegernseer Nostalgie

Der Fischerweberhof von Rottach

Von Rose Beyer

Die Rottacher Familie Huber betreibt mit ihrem Hotel garni eines der ältesten Gästehäuser im Tegernseer Tal. Bis vor ein paar Jahren stand neben dem Hof in der Überfahrtstraße noch ein altes Zuhäusl samt Kapelle.

1793 wird als Baujahr angegeben. Tierfunde führen jedoch auf eine spannende Entdeckung bis ins 14. Jahrhundert. Den Fund machten die Profis des Freilichtmuseums Glentleiten. Dort wurde das Zuhäusl des Fischerweberhofs über mehrere Jahre aufgebaut und im September vergangenen Jahres feierlich eröffnet. „Die Geschichte dieses Zuhauses ist so facettenreich wie die kaum eines anderen Gebäudes im Museum“, freute sich Projektleiterin Ariane Weidlich.

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Bedeutende Funde aus uralter Zeit

Niemand hätte je vermutet, dass beim Abbau des Gebäudes, bei der auch eine archäologische Grabung erfolgte, unerwartete Funde ans Licht kommen würden. Zum einen verweisen diese ins 14. Jahrhundert. In dieser Zeit muss auf der späteren Hofstelle bereits ein Massivbau gestanden haben, der nichts mit dem bäuerlichen Milieu zu tun hatte – einer der vermutlich ältesten derzeit bekannten Profanbauten am Tegernsee.

So präsentiert sich das historische Häusl jetzt im Museum. Bildquelle: Archiv FLM Glentleiten

Zum anderen entdeckten die Archäologen unter einer Wand zwei Tierskelette, die damals dort niedergelegt wurden. Ob dies einen rituellen Hintergrund hatte, ist unklar. Ausgeschlossen werden kann aber, dass es sich bei den Tierknochen um Schlachtabfälle handelt. Vergleichbare Befunde sind für den Bereich des ländlichen Hausbaus im Spätmittelalter bislang unbekannt.

Wechselhafte Geschichte – spannende Geschichten

Eine weitere Besonderheit in dem von außen eher unscheinbar wirkenden Haus ist eine sich über zwei Geschosse erstreckende Kapelle. Ihre reichhaltige Ausstattung stammt aus fünf Jahrhunderten und wurde seit ungefähr 1900 nicht mehr verändert.

Engel aus der Kapellenausstattung. Bildquelle: Archiv FLM Glentleiten

Die Geschichte des Zuhäusls und seiner Bewohner reicht fast bis in die Gegenwart. Erst 1991 zog der letzte Mieter aus dem nostalgischen Gebäude aus. Auch diese Zeitgeschichte hat das Museum zum Thema gemacht. Im Inneren des Häusls werden spannende Geschichten über seine Bewohner präsentiert, an die sich so manch Rottacher noch erinnern kann.

Derzeit macht das Gelände in Großweil Winterschlaf. Traditionell wird es zu Josefi (19. März) wieder eröffnet. Dann kann man das Zuhäusl in seiner neuen Umgebung – inmitten weiterer historischer Bauten – begutachten.

Warum man es nicht bei uns zum Exponat erklärt hat

Georg Overs, Leiter der TTT befürwortet den Erhalt solcher kultureller Güter. Er ist der Meinung, „dass das Zuhäusl an der Glentleiten optimal die Tegernseer Gegend repräsentiert.“ Auch das Schlierseer Bauernhof-Museum von Markus Wasmeier hat es sich zur Aufgabe gemacht, kulturelles Erbe zu pflegen. Ein weiteres Museum dieser Art im Tegernseer Tal – in dem das Zuhäusl hätte untergebracht werden können – sei deshalb nicht unbedingt notwendig.


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