Gemeindewerke treten in den Streik

Die Schmarrnredaktion der Holzkirchner Stimme berichtet aus dem Paralleluniversum. In den schwierigen Tarifverhandlungen mit der „Erdwärme & Co. KG“ unterhalb von Holzkirchen wollen die Gemeindewerke ein Zeichen setzen. Um die Forderung nach hoher Fündigkeit durchzusetzen und die heißen Millionen sprudeln zu lassen, treten die Mitarbeiter ab Montag in einen Warnstreik.

Der Bohrturm auf Halbmast: Die Gemeindewerke machen ernst und wollen so viel Erdwärme wie möglich herausholen. /Fotomontage d. Schmarrnredaktion
Der Bohrturm auf Halbmast: Die Gemeindewerke machen ernst und wollen so viel Erdwärme wie möglich herausholen. Auch bei diesem Warnstreik dürfen aussagekräftige Transparente nicht fehlen / Fotomontage der Schmarrnredaktion

Die Eisenkran- und Fördergewerkschaft (EFG) will kurz vor Beginn der Bohrungen noch einmal zeigen, dass sie gut organisiert ist. Mit einem unangekündigten Warnstreik am Holzkirchner Geothermiegelände will der Arbeitnehmervertreter deutlich machen, wie ernst es ihm mit einer zentralen Forderung in den laufenden Tarifverhandlungen ist, erklärt Streikleiter Easy-Doro Veronace:

Meine persönliche Meinung ist: Da droht Schlechtwetter.

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Denn bislang zeigte sich der Arbeitgeber „Erdwärme & Co. KG“ nur wenig entgegenkommend, wenn es um das Thema Bruttofündigkeit ging. Auf feste Zahlungen könne die Holzkirchner Marktgemeinde nicht bauen, so der Verhandlungsführer des Unternehmens, Bernd Dornbusch. Die Begründung: “Bei uns wird schließlich auch nur mit Thermalwasser gekocht.”

Wann fließen die hypothetischen Millionen?

Experten vermuten, dass dem Arbeitgeber das derzeitige Geschäftsklima in Holzkirchen nicht zusagt. Am Geothermiegelände herrschen stramme Minusgrade – kaum akzeptable Bedingungen für die Erdwärme und ihre hypothetischen Millionen. Bürgermeister Olaugh von Tigris sieht die Lage dennoch gelassen.

Zur Not müsse man an anderer Stelle die Ausgaben kürzen, aber „Einsparungen bei anderen Investitionen müssen sich an ihrer Bedeutung für die Bevölkerung messen lassen.“ So soll etwa das gigantische Brückenprojekt, das den Holzkirchner Verkehr auf Jahrzehnte entlasten könnte, nicht gefährdet werden. Auch die geplanten fliegenden Bauten am Moarhölzl werden kaum möglichen Einsparungen zum Opfer fallen.

“Gottesdienst” für die Erdwärme

Einfacher wird die Situation für die Marktgemeinde dadurch nicht. Die Gemeindewerke versuchen daher alles, um bei der Bruttofündigkeit das Maximum herauszuholen. Der Warnstreik ist dabei nur der erste Schritt: Mit einer okkulten Anbetungszeremonie rund um den Bohrmeißel am kommenden Donnerstag soll der Erdwärme und ihren hypothetischen Millionen gezeigt werden, wie sehr man an sie glaubt. Für die musikalische Begleitung sorgt der Musikzug Holzkirchen mit Spielmannszug und Blaskapelle.

Zudem soll ein wenig am Stolz der „Erdwärme und Co. KG“ gekratzt werden. Der 58 Meter hohe Bohrturm, den sich die Erdwärme wegen ihres großen Egos in den Tarifverhandlungen erkämpft hatte, wurde erst mal auf Halbmast gesetzt. Die Arbeitgeberseite wirft der EFG indes vor, den Streik aus ganz anderen Motiven durchzuziehen: „Ich hoffe, dass nicht aufgrund von Profilierungswünschen Einzelner unser Thermalwasser wegen eines Warnstreiks bei Minusgraden frieren muss“, so Bernd Dornbusch gegenüber der Schmarrnredaktion der HS.

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