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Gmund billigt Bauvorhaben am Steinberg

Von Rose Beyer

Es sind drei Gebäude, die im Anschluss an die Siedlung am Gmunder Steinberg geplant sind. In der vergangenen Sitzung befasste sich der Gemeinderat erneut mit dem Bauvorhaben, das im Vorfeld bereits viel Staub aufgewirbelt hatte.

Der Gemeinderat befasste sich erneut mit einem Bauvorhaben am Steinberg, das ihn bereits seit Jahren beschäftigt. / Archivbild

Drei Gebäude mit Satteldach sind am Steinberg geplant. Die öffentliche Auslegung könnte erfolgen und dann private und öffentliche Stellungnahmen diskutiert werden, erörterte Professor Lothar Zettler vom Planungsbüro Lars Consult die zeitliche Vorgehensweise in der Gmunder Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag. Doch so belanglos sich das Ganze auch anhört, wird es angesichts der Wortmeldungen wahrscheinlich nicht ablaufen. Das Bauvorhaben war im Vorfeld bereits heiß diskutiert worden.

Was ist mit dem hydrologischen Gutachten?

„Es liegt in einem Landschaftsschutzgebiet“, klagte Michael Huber (SPD) an. Der Flächennutzungsplan sei damals abgestimmt worden und da war es als nicht bebaubar drin. Seine Überlegung heute: Was passiert wenn die Stellungnahmen nicht ausdrücklich dagegen formuliert werden? Sprich: Was passiert, wenn der Naturschutz nicht sagt, dass es nicht geht. Huber sieht die gesamte Situation als nicht bebaubar. Positioniert sich also klar gegen die geplanten Häuser. „Die Siedlung am Steinberg sollte nicht erweitert werden. Das ist sensibles Gebiet.“ So seine Schlussworte.

Laura Wagner (Grüne) schloss sich Huber an. Sie mutmaßte, der Bauwerber gehe frei nach dem Motto vor: „Ich probiers einfach immer wieder, irgendwann klappt es dann schon.“ Deren Mutter Helga Wagner (Grüne) meinte in diesem Zusammenhang: „Mir erschließt sich das überhaupt nicht. Das Bauvorhaben ist doch damals eindeutig abgelehnt worden. Das Landratsamt sollte entscheiden. Und jetzt soll das Bauvorhaben von 2013 ausgelegt werden? Was aus dem Gutachten wurde, wurde überhaupt nicht besprochen!“

Wie wir 2014 berichteten sollte es eigentlich keine Häuser im Landschaftsschutzgebiet geben. Die Untere Naturschutzbehörde hatte damals in ihrer Stellungnahme gefordert, dass der Grundstücksbesitzer ein hydrologisches Gutachten vorlegen müsse, um die Fläche zu bebauen. Aus naturschutzfachlicher Sicht werde die Entscheidung zur Darstellung einer Baugebietsfläche als sehr kritisch beurteilt, hieß es in der Stellungnahme der Behörde weiter. Man müsse die Stellungnahme berücksichtigen, forderte Bürgermeister von Preysing damals. Weil man Verzögerungen für den damals in Änderung begriffenen Flächennutzungsplan befürchtete, hatte man auf die Ausweisung des Gebiets im FNP verzichtet, damit dieser als Ganzes nicht ausgebremst werde.

Bauamtsleiterin stellt richtig

Bevor sich die Gemüter endgültig erhitzten, war es Bauamtsleiterin Christine Wild offensichtlich ein Bedürfnis, die ganze Sache in der Sitzung nochmal vor Augen zu führen: „Begonnen hat das Ganze mit einem Vorbescheid im Jahr 2012. Zwei Einfamilienhäuser waren geplant. Der Bauausschuss hatte grundsätzlich zugestimmt, aber unter dem Vorbehalt, dass es Außenbereich ist. Nicht für das ganze Gebiet.“

Dann sei der Flächennutzungsplan neu aufgestellt worden und der Bebauungsplan hätte geruht. Die Fläche wäre bei der Abwägung gewesen (Untere Naturschutzbehörde). Bevor man diese Fläche aufnehmen wolle, sollten noch einige offene Fragen geklärt werden. Beispielsweise hätte eben noch ein hydrologisches Gutachten gefehlt. Man hatte aber Wert darauf gelegt, – sollte das Bauvorhaben nochmal auf den Tisch kommen – dass man dann darüber diskutieren müsse. „In der Sitzung vom 14.11.2017 haben wir dem Bauausschuss dargelegt, dass es Bedenken vom Naturschutz gibt.“

Immer mit der Ruhe

Erst sollte also darüber gesprochen werden, was geplant ist, so Wild. Und dann erst sollten die schriftlichen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange eingeholt werden. „Und bei diesem Schritt sind wir jetzt.“ Helga Wagner befürchtet jedoch, dass „dann die ganze Geschichte von vorne losgeht.“ Man hätte das ganze lediglich verschoben, bestätigte die Bauamtsleiterin. Um das Gutachten werden die Bauwerber also nicht herumkommen.

Man will sich grundsätzlich der Bebauung in dem Gebiet annehmen. Es sollen jedoch Fakten auf den Tisch kommen, fordert Bürgermeister Alfons Besel. In Kürze erfolgt die öffentliche Auslegung, dann können öffentliche und private ihre Stellungnahmen einreichen. Der Gemeinderat machte mit seiner Billigung (mit sechs Gegenstimmen) den Weg dafür frei.


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