DSL in Ostin: „Wir sind nicht die Herren des Verfahrens“

Von Peter Posztos

Ergänzung vom 11. November / 08:52 Uhr
Seit dem 12. Oktober ist der DSL-Anschluss in Moorain offiziell freigegeben. Knapp zwei Jahre hat es gebraucht, bis alles vertraglich geregelt und technisch soweit fertig war, dass die Anwohner ihren schnellen Internetanschluss nutzen konnten.

Richtig ärgerlich war laut Geschäftsleiter Alfons Besel dann eigentlich auch nur die Kommunikationspolitik der Telekom. Ein Umstand, der zu größeren Diskussionen auf der Tegernseer Stimme geführt hat.

Doch Besel betont, dass der Gemeinde während der permanenten Verzögerungen der letzten vier Monate die Hände gebunden waren. „Wir sind nicht die Herren des Verfahrens, leider. Die Telekom hat in diesem Fall eine Monopolstellung. Das bedeutet die Verträge werden uns diktiert.“

40.000 Euro für 350 Meter – in Ostin soll es besser laufen

In Ostin hofft man nun, dass alles etwas schneller über die Bühne geht. Vor gut zwei Wochen sind die unterschriebenen Verträge an die Telekom rausgegangen. Und so nimmt der Prozess seinen Lauf. Etwa 18 Monate dürfte das Verfahren dauern. Wenn alles gut läuft haben die Anwohner Mitte 2013 einen DSL-Zugang.

Hoffnung macht vor allem die Länge des Glasfaserkabels, dass in Ostin verlegt werden muss. Mit 350 Metern hat es nur etwa ein Fünftel der Länge, die in Moosrain benötigt wurde. Die BMW-Tagungsstätte im Gut Schwärzenbach macht es möglich.

Und so sind auch die Kosten deutlich niedriger als in Moosrain. Insgesamt 40.000 Euro wird der Ausbau kosten. Die Gemeinde übernimmt davon 3.600 Euro.

Und noch ein Tipp an die Ostiner: Bei den kommenden Informationsveranstaltungen der Telekom sollte man nicht allzu kritische Anmerkungen fallen lassen. Denn die waren in Moosrain der Auslöser für die „umfassenden Prüfungen“, die nach vier Monaten zum exakt gleichen Ergebnis kamen, wie davor.

Ursprünglicher Artikel vom 23. September mit der Überschrift“Gmunder Kritik an Telekom: „Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit“
Nur 15 Kunden hätte es in Ostin gebraucht. Dann wäre bereits im vergangenen Jahr eine Funklösung für schnelleres Internet verfügbar gewesen.

Nachdem es der Übertragung per Funk an Zukunftsfähigkeit mangelt ist und die anbietende Firma sich nicht gerade als sehr kundenfreundlich präsentiert hatte, war man im Gmunder Rathaus auch nicht unglücklich darüber, dass es am Ende doch nichts wurde mit dem Funk-Netzwerk.

Jetzt setzt man in der Gemeinde auf die bewerte Kombination Glasfaserkabel – verlegt von der Telekom. Und das trotz des „Gewürgs in Moosrain,“ wie Geschäftsleiter Besel betont.

Die Telekom und das wahre Gesicht der Serviceoffensive

Geschäftsleiter Alfons Besel mit klaren Worten

Moosrain und die Telekom – diese Kombination steht in Gmund mittlerweile symptomatisch für das Versagen des Bonner Konzerns. Das sei eben der Unterschied zwischen der Werbung, die man in den Briefkasten bekommt und der Wirklichkeit da draußen, so die Stellungnahme von Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing.

Anmerkung:
In diesem Zusammenhang könnte der ausführliche Artikel zu den mehrfachen Verzögerungen bei der Freischaltung des DSL-Netzes in Moosrain interessant sein. Inklusive einiger Kommentare betroffener Bürger. (Hier klicken zum Beitrag.)

Doch trotz der eventuellen Schwierigkeiten, denen man sich möglicherweise auch in Ostin aussetzt, bleiben der Gemeinde nicht allzu viele Optionen. Die Telekom ist in Ostin, wie auch in Moosrain schon, der einzige Anbieter, der sich für den Auftrag beworben hatte.

Das Gmunder Dilemma wird vor allem an der Art der Wortwahl deutlich. Geschäftsleiter Besel merkt beispielsweise an, dass „wir uns auf einen sehr schwierigen Partner einlassen, auch was die interne Kommunikation betrifft.“

„Das ist kein einfacher Partner, aber wir sollten es machen“

Besel wurmt es immer noch, dass die Telekom die Verantwortlichen im Rathaus nicht über den Stand der Arbeiten in Moosrain informiert. Die ständige Neuterminierung für den DSL-Anschluss lief beispielsweise fast vollständig am Gmunder Rathaus vorbei.

Und so befürchtet der Geschäftsleiter, dass in Ostin wieder die gleichen Kommunikationsprobleme drohen. Dafür jedoch bekommen die Anwohner eine sehr attraktive Breitbandversorgung. Gerade auch in den sehr dünnbesiedelten Gebieten um Schwärzenbach, Schafstatt oder Eck. Ein umfangreiches Gebiet, dass in der Form sonst kein Anbieter abdecken könnte.

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Mit einer Downloadrate von 6 Mbit ist das Angebot auf alle Fälle deutlich besser, als die knapp 1 Mbit, die CS-Airnet in Teilen von Ostin zugesichert hatte. Dafür ist jedoch für den Endverbraucher deutlich günstiger.

Die Kosten bewegen sich laut Alfons Besel bei etwa 40.000 Euro. Die Gemeinde übernimmt davon 3.600 Euro. Und der Freistaat weitere 8.400 Euro.

Von den Kosten her ist alles abschätzbar. Völlig offen ist jedoch der Zeithorizont, auf den sich die Ostiner einstellen müssen. „Normalerweise sind es nach Vertragsschluß zwölf Monate,“ so die zaghafte Antwort Besels auf die Frage von Gemeinderat Franz von Preysing (CSU).

In Moorain warten die Bürger seit 18 Monaten. Bisher.


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