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Großer Ansturm auf Hotels im Corona-Sommer

Von Redaktion

Im Angesicht der nach wie vor anhaltenden COVID-Pandemie gestaltete sich die Aussicht für viele Branchen besonders schwierig. Zwecks “Social Distancing” wurden Konzerte und ähnliche Events weitgehend abgesagt. Die Tourismusbranche konnte aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen nur auf ausreichend einheimische Gäste hoffen. Trotz dieser trüben Aussichten hatte Gasthöfe in der Umgebung des Tegernseer Tals einigermaßen Glück und konnten Erfolge verzeichnen.

Der Sommer brachte einen regelrechten Ansturm

Bis Ende des Monats Mai betrafen die bundesweiten Einschränkungen auch die zahlreichen Gasthöfe und Hotels in der Region Tegernsee. Die drei Monate, über welche jene betroffenen Unternehmen keine Gäste beherbergen durften, konnten allerdings aufgrund des hohen Ansturms im Sommer halbwegs ausgeglichen werden. Aufgrund der Pandemie fielen zwar viele im Voraus getätigte Buchungen Stornierungen zum Opfer. Nichtsdestotrotz kamen Hotelbesitzer der Region kaum damit nach, Zimmer rechtzeitig zu säubern, Pflegeutensilien bereitzustellen und Bettwäsche sowie Matratzenauflagen für die neuen Gäste zu wechseln. “Als wieder geöffnet werden durfte, hatten wir keinerlei Einbußen zu verzeichnen”, schildert beispielsweise die Gastronomin Daniela Maier vom Rottacher Hotel.

Auch wenn sich die Monate Juli und August sich als sehr profitabel erwiesen, kann die zuvor entstandene Bilanzlücke nicht geschlossen werden. Aufgrund der großen Beliebtheit der Region Tegernsee sind Hotels über die Sommermonate so gut wie immer ausgebucht. Mit schweren Verlusten haben somit so gut wie alle Gastronomen im Tegernseer Tal zu kämpfen.

Veränderte Rahmenbedingungen sorgten für Unsicherheit

Obwohl Gastbetriebe der Region für den Sommer wieder öffnen durften, gestalteten sich die Rahmenbedingungen nicht unbedingt einfach. Gäste der Tegernseer Hotels waren nicht immer damit einverstanden, sich punktgenau an die Vorschriften halten zu müssen. “Dass Tische zunächst immer desinfiziert werden müssen, sorgte oft dafür, dass der eigene Stammtisch nicht sofort genutzt werden konnte. Darauf reagierten viele Gäste etwas gereizt”, schildert Maier die Lage, welche sich für alle Beteiligten lange gewöhnungsbedürftig gestaltete.

Trotz jener Auflagen konnten auch andere Betriebe im Tegernseer Tal sich über ein volles Haus in den Sommermonaten freuen. Claudia Seewald, Betriebswirtin eines Hotels in Gmund, weiß allerdings auch, dass die Monate zuvor eine nachträglich, große Herausforderung mit sich bringen werden. “Die Lücke ist aufgrund finanzieller Polster Gott sei Dank nicht existenzbedrohend. Investitionen, die für den Betrieb geplant waren, müssen nun allerdings aufgeschoben werden”. Auch Marianne Berghammer, die in einem Gästehaus in Bad Wiessee tätig ist, kann zumindest für den Sommer eine positive Bilanz ziehen. “Viele Gäste hatten angesichts der Lage Stornierungen aufgegeben. Aber was frei wurde, war dann auch gleich wieder weg.“

Der Winter bereit den Gastwirten Sorgen

Trotz des unter den Umständen erfolgreichen Sommers, bereiten den Tegernseer Wirten die nächsten Monate durchaus Sorgen. Für den bevorstehenden Winter sieht die Buchungslage weitgehend bescheiden aus. Dies sei laut den Aussagen vieler Vertreter auf den diesjährigen Mangel an Weihnachtsmärkten zurückzuführen. Da sich aufgrund schwankender Infektionszahlen die jeweiligen Auflagen sehr rasch ändern können, warten potenzielle Gäste verständlicherweise mit zu frühen Buchungen eher ab.

Daniela Maier ist aufgrund ihres speziellen Rahmenprogramms zusätzlich zum Umdenken gezwungen. Die jährliche Weihnachtslesung mit rund 60 Gästen falle wohl ins Wasser und auch die Nutzung der zu dieser Zeit beliebten Saunen und Dampfbäder werden wohl ziemlich sicher nur mit Voranmeldung erfolgen. Jetzt schon die Zeit nutzen zu müssen um Gäste zur Weihnachtszeit zufriedenstellen zu können – dieser Grundsatz wird wohl oder übel alle Gastbetriebe des Tegernseer Tals beschäftigen.


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