Der Nachbar zeigt sich skeptisch

Holzkirchens Grenzgang

Von Cornelia Schramm

Auf dem Postbräu-Areal in Holzkirchen könnten kommendes Jahr rund 100 neue Wohnungen entstehen. Diese Pläne bereiten der Nachbargemeinde Warngau, neben der geplanten Südumgehung für Holzkirchen, Kopfzerbrechen. In Holzkirchen plant man trotzdem fleißig weiter.

Auf dem Postbräuareal sollen demnächst rund 100 Wohnungen entstehen.
Auf dem Postbräuareal sollen demnächst rund 100 Wohnungen entstehen.

Derzeit läuft sie, die Bauleitplanung für rund 100 neue Wohnung auf dem Postbräu-Areal an der Thanner Straße. Im Zuge dessen erstellte die Gemeinde Holzkirchen ein Auslegungsverfahren. Rund 30 Träger öffentlicher Belange sowie Anlieger konnten eine Stellungnahme zu den vorläufigen Plänen abgeben, erklärt Karl Herbst vom Bauamt Holzkirchen. Für die Weiterplanungen sind die Stellungnahmen nicht verbindlich, dennoch können sie als Anregungen mit eingearbeitet werden, weiß Herbst.

Drei größere, mehrstöckige Mehrparteienhäuser planen die Besitzer des Postbräu-Areals, berichtet Herbst. Wo jetzt Richtung „Alte Post“ noch Industriebrachen Holzkirchen zieren, soll künftig ein Mischgebiet entstehen. Da Wohnraum hier ohnehin knapp ist, will sich auch die Gemeinde auf den angrenzenden, eigenen Grundstücken mit drei weiteren Wohnbauten anschließen. Die Parkfläche am Eisstadion und der Recyclinghof müssten deshalb weichen.

Nachbargemeinde Warngau meldet Bedenken an

Die rund 100 neuen Wohnungen erfordern zwei Tiefgaragen mit circa 70 PKW-Stellplätzen. Über die Daisenbergerstraße soll eine Querverbindung zwischen Thanner und Tegernseer Straße entstehen – aber nur für Fußgänger und Fahrradfahrer, meint Herbst und kann dabei die Sorgen der Warngauer Gemeinderäte nicht verstehen. In ihrer Stellungnahme hatten sie Bedenken über die Planungen geäußert:

Als einzige Möglichkeit dient dann die Thanner Straße ortsauswärts, Richtung Thann und Lochham, um dem vom Verkehr überlasteten Marktplatz zu entkommen.

Die neuen Wohnungen würden zusätzlich Verkehr mit sich bringen, der sich auf die kleine Warngauer Gemeindestraße verlagern könnte, so ihre Befürchtung. Für ein derartiges Verkehrsaufkommen sei die Straße von der Traglast und der Breite her nicht ausgelegt, heißt es in ihrer Stellungnahme. Holzkirchen müsse eine „geordnete Infrastruktur für seine gemeindlichen Ziele“ finden, fordern die Warngauer.

Schon die Stellungnahme zur Südumgehung fiel skeptisch aus. So sollte sie alternativ aussehen, schlagen die Warngauer Gemeinderäte vor.
Schon die Stellungnahme zur Südumgehung fiel skeptisch aus. So sollte sie alternativ aussehen, schlagen die Warngauer Gemeinderäte vor.

Für Karl Herbst vom Bauamt ist die Argumentation etwas an den „Haaren herbeigezogen“. Vielmehr würde das Verkehrsaufkommen doch in etwa gleich bleiben, denn der Parkplatz am Holzkirchner Eisstadion und der Wertstoffhof würden auf diese Weise wegfallen, erklärt er. Holzkirchen baue ja schließlich keinen Ikea in Grenznähe – „das wäre Verkehr!“, meint auch Geschäftsleiter Robert Haunschild. Eine Beeinträchtigung hätten die Warngauer, laut ihm, nicht zu befürchten.

Eisstadion könnte ausgelagert werden

Unter den an die Marktgemeinde eingereichten Stellungnahmen zur geplanten Wohnbebauung war auch eine des Emissionsschutzes. Sollte das Eisstadion an gewohnter Stelle bleiben, müssten die Öffnungszeiten „emissionsfreundlich verkürzt“ werden, stellt Herbst in Aussicht. Inzwischen gehe man aber davon aus, das Eisstadion eher auszulagern. In jedem Fall wird die Bebauung „separat passieren“, weiß Herbst.

Eigentlich wollte die Marktgemeinde schon weiter sein, doch die Wohnungen auf den gemeindlichen Grundstücken sind für Karl Herbst vom Bauamt bisher noch „Zukunftsmusik“. Am Postbräu-Areal aber könnten schon Mitte nächsten Jahres Bagger und Krahn walten, wenn der Gemeinderat den Bebauungsplan zeitnah durchwinkt. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Befürchtungen der Warngauer zutreffen oder ob nur das ungute Gefühl zur geplanten Südumgehung die Stellungnahme skeptisch ausfallen lies.


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