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Eine Feierabendrunde auf die Kreuzbergalm

Im Auge des Sturms am Tegernsee

Von Maike Walbroel

Von starkem Wind wurde der letzte Sonntag im Tegernseer Tal begleitet. Für unsere Autorin ein Grund, den Sturm von den Bergen zu beobachten. Alleine stieg sie auf die Kreuzbergalm – und beschreibt hier das Szenario im Auge des Sturms.

Tolle Aussicht / Quelle: Maike Walbroel

Am Sonntag kam der Sturm zurück: nicht so groß angekündigt wie beim letzten Mal, aber schon recht stark. Von den orkanartigen Böen hat man schon im Tal etwas mitbekommen – wie mag es dann erst auf dem Berg sein? Die Bäume sind Fluch und Segen zugleich: Einerseits halten sie den Sturm etwas in Schach, andererseits drohen manche von ihnen, umzukippen oder es brechen Äste ab.

Wer oben am Gipfel steht und die Bäume hinter sich gelassen hat, muss nicht mehr fürchten, erschlagen zu werden. Das Sausen des Windes, Knarren von Geäst und Geraschel des Laubs klingt ferner. Dafür liegt der Himmel frei und bietet ein einmaliges Schauspiel: Durch den starken Wind getrieben, ziehen die Wolken wahnsinnig schnell vorbei. Große helle und kleine dunklere, die beinahe aussehen, als seien sie Wattebäusche, die unten etwas schwarze Farbe aufgenommen haben. Immer wieder bricht die Sonne durch die dunklen Vorhänge, die sich sekündlich verändern.

Tolle Aussicht von oben

Der Sturm tut sein Übriges für die Fernsicht: Sie ist atemberaubend und lässt die nahen Berge in einem winterlichen Sonnenuntergangslicht in einem warmen schwarz-weiß erstrahlen, dahinter wird die Bergwelt eher blau. Trotz der Böen hat die Szenerie, die an einen Zeitraffer erinnert, etwas sehr Beruhigendes. Das kann aber auch daran liegen, dass die meisten vernünftigen Menschen sich bei Sturm nicht auf den Berg begeben und man so ganz alleine auf dem Kreuzberg steht.

Die Kreuzbergalm liegt zwischen Tegernsee und Schliersee auf 1223 Höhenmetern. Auf dem unbewaldeten Grashügel südlich der Gindelalmschneid bietet sie neben einfachen Brotzeiten einen wundervollen Ausblick auf das bayerische Voralpenland.

Quelle: Maike Walbroel
Quelle: Maike Walbroel


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