Moderne Alternativen für die Kar- und Ostertage

Kein Ostern im Tegernseer Tal?

Kein Ostermarsch, kein Gottesdienst. Auf Ostern muss wohl verzichtet werden… oder? Ganz so schnell geht es nicht. Denn mit modernen Problemen kommen moderne Lösungsansätze.

Moderne Alternativen gibt es dieses Jahr zum normalen Oster-Programm. / Quelle: Tim Siebeneicher; Dr. Wolfgang Foit

Die Tradition des Ostermarsches. Schon seit Jahren gibt es die Demonstrationen am Karsamstag im Landkreis Miesbach. Geplant war das auch in diesem Jahr: Unter den Slogans „Frieden schaffen, ohne Waffen“ und „Klima schützen statt Aufrüsten“ wollte man in der Stadt Miesbach auf die Gefahren der Aufrüstung, bewaffneter Konflikte und des Klimawandels aufmerksam machen.

Wenn schon nicht vor Ort, dann online

Wie zu erwarten, muss auf den Ostermarsch verzichtet werden. Also keine „Waffeln statt Waffen“ von Florian Perkmann, und keine inhaltsreichen Reden am Rathausplatz in Miesbach. Ein Zeichen für Frieden und Klimaschutz könne trotzdem gesetzt werden – auch mit Ausgangsbeschränkungen.

Tim Siebeneicher von den Jusos ruft als Mitorganisator alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auch in schweren Zeiten seinen Überzeugungen Ausdruck zu verleihen. Und zwar online:

Jeder kann sich ganz privat Zuhause am Karsamstag mit Friedens- oder Klimasymbol fotografieren und es in den sozialen Medien mit dem #ostermarschmiesbach2020 teilen.

Online statt auf den Straßen. Oder: Online statt im Gottesdienst. Denn auch der Pfarrverband Tegernsee – Egern – Kreuth passt sich an die Beschränkungen an.

Ostermesse trotz Corona?

„Noch nie haben wir so etwas erlebt: Ausgangsbeschränkungen, keine Gottesdienste in unseren Kirchen, keine Besuche bei anderen …ja, auf einmal ist alles ganz anders“, heißt es in einem Infoblatt des Pfarrverbands Tegernsee – Egern – Kreuth.

„Gar nicht so einfach auch, diese Zeit zu gestalten, auszuhalten und Antwort zu geben“, liest man weiter. Nicht einfach, aber möglich. Denn trotz der Beschränkungen verzichtet man nicht auf ein Osterfest.

Angebot an den Kar- und Ostertagen

Am Karfreitag können zu den Öffnungszeiten zur Kreuzverehrung Blumen in die Kirchen gebracht werden.

Osterspeisen und auch Osterkerzen können am Samstag, 11. April 2020 zwischen 16.00 und 18.00 Uhr, in abgedeckten Behältnissen und mit Namen versehen in die Pfarrkirchen gebracht werden. Dort werden sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesegnet, versichert Monsignore Pfarrer Walter Waldschütz. Zwischen 19.00 und 21.00 Uhr können sie wieder abgeholt und auch das Osterlicht mit nach Hause genommen werden.

Auch auf das Exsultet wird nicht verzichtet. Pfarrer Waldschütz bestätigt: „Ein Jugendlicher wird das Osterlob singen, das wir übertragen.“

Am Ostersonntag kann man während der Öffnungszeiten das Osterlicht aus der Kirche mit zu sich nach Hause holen. Außerdem werden laut dem Pfarrer immer wieder auch Online-Übertragungen vom Bischof und Papst angeboten, sowie Gottesdienste zum Feiern in der Familie.

Gebete (auch ein Gebet zur Corona-Krise), Hausgottesdienste und andere aktuelle Informationen können auf der Homepage des Pfarrverbands gefunden werden.

Geheimtipp für alle Kirchenbegeisterte

Zu modernen Mitteln greift auch Dr. Wolfgang Foit, Geschäftsführer des Katholischen Bildungswerk im Landkreis Miesbach e.V. (KBW). Er kündigt eine Online-Kirchenführung in der Klosterkirche Tegernsee an.

Links: Kirchenhistoriker Dr. Roland Götz, rechts: Dr. Wolfgang Foit bei Filmaufnahmen im Kloster Tegernsee. / Quelle: Dr. Wolfgang Foit

In 18 kurzen Kapiteln führt Roland Götz durch die Kirchen-, Kunst und Baugeschichte des ehemaligen Klosters. Dies habe laut Foit sogar Vorteile:

Eine Besonderheit dabei ist, dass die Kameraeinstellungen vieles zeigen können, was bei einer Präsenzführung nur schwer zu sehen ist. Der „Tod im Himmel“ zum Beispiel, ein mit bloßem Auge kaum erkennbarer Ausschnitt in der Kuppelfreske, kann nun genau inspiziert werden und wird als besondere Hinterlassenschaft von Georg Asam sichtbar.

Zu sehen gibt es die Videos auf der Homepage des KBW Miesbach. „Sie ist online bis mindestens zum Ende der Coronakrise,“, versichert Foit, „und soll danach zu einem persönlichen Besuch in Tegernsee einladen.“

Gemüsehändler, die frisches Obst nach Hause liefern, Restaurants, die Tagesgerichte durch offene Fenster verkaufen: Unternehmen im Oberland werden erfinderisch im Überlebenskampf gegen die Corona-Krise. Nur müssen die Menschen im Tegernseer Tal und darüberhinaus auch von diesem Erfindungsreichtum erfahren.

Um diese über den ganzen Landkreise verteilten Angebote übersichtlich zu bündeln, hat die TS eine Karte entwickelt: “das Tegernseer Tal schafft's” vernetzt kleine Unternehmer mit ihren Kunden. Wenn Sie, gegen einen Unkostenbeitrag, mit in der Karte und auf der Tegernseer Stimme aufgenommen werden möchten, melden Sie sich direkt bei uns.

Martina von Dall`Armi E-Mail martina@tegernseerstimme.de Tel 08022 / 509 21 20

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