Gemeinde Valley stellt Grundstück zur Überbrückung
Mobile Kinderkrippe soll kommen

von Cornelia Schramm

Aus der Traum von der Betriebskrippe. Die Gemeinde Valley wollte mit drei großen, ortsansässigen Firmen kooperieren und ein Kinderhaus bauen. Dafür fehlen jedoch die Gelder. Für beide Seiten ist aber klar: „Die Tür ist auf keinen Fall zu.“

Valleyer Unternehmen fordern eine betriebliche Kinderbetreuung vor Ort. Der Gemeinde ist das zu teuer.
Valleyer Unternehmen fordern eine betriebliche Kinderbetreuung vor Ort. Der Gemeinde ist das zu teuer.

Nachdem eine Betriebskrippe in Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorerst flachfällt, müssen die Valleyer Unternehmen OPED, Avery Zweckform und das Fraunhofer Institut jetzt umplanen. Judith Krempl ist Mitarbeiterin der Firma OPED und kümmert sich um die Planung für die betriebliche Krippe. Sie berichtet, dass betriebsintern bei OPED derzeit eine Elternbefragung läuft.

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Diese soll den konkreten Bedarf der Mitarbeiter für Kinderbetreuungsplätze aufzeigen, weiß Krempl. Nach den Ergebnissen der letzten Umfrage, würden die drei Unternehmen insgesamt rund 40 Kindergarten- und Krippenplätze benötigen. Krempl schätzt die derzeitige Sachlage ähnlich ein. Mitarbeiter müssten derzeit auf andere Betreuungsplätze im Umkreis ausweichen, was OPED ab Januar finanziell bezuschussen will. Die Nachfrage steht also, doch ein Angebot in Valley gibt es momentan noch nicht.

Die ortsansässigen Unternehmen in Valley verzeichnen sogar weiterhin ein starkes Wachstum, was den Bedarf an Krippenplätzen noch dringender macht. Vor allem viele junge Mitarbeiter, die zum einen Karriere machen wollen und zum anderen mitten in der Familienplanung stehen, halten Ausschau nach familienfreundlichen Betrieben. Judith Krempl weiß, dass auch viele OPED-Mitarbeiter täglich den Spagat zwischen Beruf und Familie meistern müssen. Eine Krippe vor Ort würde beide Bereiche ideal miteinander vereinbaren und unsere Belegschaft entlasten, erklärt sie.

Kooperation vorerst auf Eis gelegt

Dass die Gemeinde nun doch nicht kooperieren kann, war vor einigen Monaten eine herbe Enttäuschung. „OPED hatte damit gerechnet“, erklärt Judith Krempl. Die Gemeinde hatte angekündigt sich um den Bau der Krippe zu kümmern und war auch ansonsten sehr engagiert, berichtet Krempl. Deshalb war man bei OPED durchaus zuversichtlich.

Letztendlich scheiterte das Projekt an der Summe: zwei Millionen Euro. Zu viel für die kleine Gemeinde. Die staatliche Bezuschussung wäre zu niedrig, um das Projekt stemmen zu können, so Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Dennoch wolle man den Unternehmen entgegenkommen. Zur „Überbrückung“ könnten die Firmen auf drei bis vier Jahre mietfrei eine Gemeindefläche in Oberlaindern nutzen, erklärt er.

Valley stellt Zehnjahreskonzept auf

So planen die Firmen derzeit an dieser Stelle ein Kinderhaus aus mobilen Holzmodulen. Das sei gemütlicher als Container, erklärt Krempl, und zudem bleibe man flexibel. Sobald die Elternumfrage über die Bühne gegangen sei, könne man ein Zeit- und Finanzierungskonzept aufstellen. Vorstellbar wäre, dass das Kinderland Weyarn vorübergehend die Betreuung in der mobilen Krippe mit übernimmt. „Die Tür ist noch nicht zu“, betont sie.

Auch die Gemeinde behält das Thema Kinderkrippe weiterhin im Hinterkopf. Ein Schul-und Kindergartenausschuss berät sich derzeit. Man will ein Zehnjahreskonzept aufstellen, berichtet Hallmannsecker. Dann könne man wieder in Kontakt mit den Betrieben treten und das Kinderhaus als gemeinsames Projekt realisieren.

„Wir glauben einfach, dass es doch noch klappt“, stellt Judith Krempl in Aussicht. Valley wachse schließlich weiterhin. Davor könne man die Augen nicht verschließen. So wird die Gemeinde Valley in den kommenden Jahren handeln müssen. Auch um als Standort für große Unternehmen attraktiv zu bleiben.

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