Rede des Bürgermeisters: Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses zum Umzug der TI

Von Redaktion

Ergänzung des Gemeinderatsbeschlusses zur Aufhebung des Umzugs der TI ins alte Post-Gebäude. Wir berichteten bereits über das sehr kontroverse Thema in diesem Artikel. Bei dieser Ergänzung handelt es sich um die Eröffnungsansprache des Bürgermeisters Peter Höß in der Gemeinderatssitzung vom 06. Mai 2010. Es ist der schriftlich protokollierte, exakte Wortlaut der kompletten Begründung für den von Höß eingebrachten Vorschlag. Da die Rede zum Teil frei vorgetragen, zum Teil vom Manuspript abgelesen worden ist und wir keine Worte hinzu- oder weggenommen haben, erscheinen im schriftlichen Protokoll einige Formulierungen etwas holprig. Dies nur der Vollständigkeit halber.

Bürgermeister Peter Höß, 06. Mai, 18:35 – 18:43
Die Entscheidung zur Rücknahme des Beschlusses vom Oktober 2009 fiel weil zum jetzigen Zeitpunkt in dem viel für die Zukunft Bad Wiessees auf dem Spiel steht, ein Bürgerentscheid den geebneten Weg beschädigt hätte und es wäre unverhältnismäßig wegen eines Umzugs von 150qm Bürofläche mit Informationsschalter ein Bürgerbegehren durchzuführen. 1000 Stimmen sind ein deutliches Signal aus der Richtung der Gegner eines Umzugs. In unserem Ort leben jedoch 4600 Einwohner so dass auch davon auszugehen ist, dass eine breite Mehrheit für den Beschluss zur Verlagerung der TI votiert. Der politische und wirschaftliche Schaden der durch ein Bürgerbegehren verursacht wird ist jedoch wesentlich größer als der Nutzen der derzeit mit einem Umzug verbunden ist. Hätte die Gemeinde begonnen den Bürgern Ihre Argumente für einen Umzug vorzulegen und den Bürgen die finanzielle und strategische Notwendigkeit vermittelt wäre der Entscheid sicher in Richtung eines Umzugs enschieden worden.

Ich bedanke mich auch nochmal beim Gemeinderat. Er hat mich auch damals bei dieser Entscheidung begleitet.

Der Bevölkerung, das ist auch ein Fehler von mir gewesen, der Bevölkerung muss das zuerst vermittelt werden dass ein Haus des Gastes oder ein Veranstaltungsbereich für Gäste etwas ganz anderes sind als ein Büro oder ein Schalter oder eine Touristinformation. In vielen erfolgreichen touristischen Destinationen sind diese Bereiche getrennt. Auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben die Möglichkeit nicht ausgeschlossen dass für einen Investor, der das Haus des Gastes nachweislich in seine Planung mit einbezieht, dieses auch zur Disposition stehen soll. Diese Formulierung, das Haus des Gastes für einen Investor zur Verfügung zu stellen, haben ca. 1000 Bürger unterschrieben. Viele die nicht unterschrieben haben, sind gerade in diesem Punkt ähnlicher Meinung und es wäre unverzeilich diese breite Zustimmung zu einer solchen Entwicklung mit einem Bürgerbegehren zu gefährden.

Dieser Konsens ist geradezu eine Einladung für einen Investor und darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Ich habe vollstes Verständnis für viele Bürger, die sagen es gibt kein Seeforum, der Franz Grothe Pavillon ist abgebrochen, der überdachte Veranstaltungsbereich, im Sprachgebrauch der Ostbahnhof ist abgerissen und damals vom Schnee zusammengedrückt. Und nun soll auch das Haus des Gastes verschwinden. Für diese Meinung habe ich selbstverständlich vollstes Verständnis. Wir brauchen an dieser exponierten Stelle einen ganzjähriugn nutzbaren Veranstaltungsbereich für unsere Gäste und Bürger. Die zündende Idee wie dieser aussehen soll ist noch nicht vorhanden. Aber im Zuge der Planung des gesamten Areals Alte Spielbank, Lederer, Haus des Gastes besteht die historisch einmalige Chance hier eine Planung aus einem Guss entstehen zu lassen. Hier muss so geplant werden, dass künftige Hotelgäste nicht durch Emissionen aus einem Veranstaltungsbereich gestört werden.

Es gibt aber auch viele Gastgeber, die drigend eine TI an der Hauptstrasse wünschen. Weil damit einige Tausend Übernachtungen für Bad Wiessee generiert werden können, die wir auch unbedingt brauchen. Es soll in so einer Sache keinen anderen Sieger als den Bürger und den Ort geben. So dass es müßig ist den Ausgang des Verfahrens jetzt zu bewerten. Sicher ist nur, dass der Ort im Falle einer Abstimmung in zwei Fronten geteilt worden wäre und Gräben aufgerissen werden, die lange Zeit nicht mehr geschlossen werden können. Und ich denke dass niemand diesen Zustand für unseren Ort möchte. Vor allem jetzt nicht wo so eine historische Chance, es sind einfach mehrere Objekte zu dem Zeitpunkt zu entwickeln, beteht und den Ort im Tourismus nach vorne zu bringen. Fakt ist, dass nun gemeinsam mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens nach Alternativen zu diesem in Größe und Zustand nicht mehr zeitgemäßen Gebäude gesucht wird. Sollte es Alternativen zu den bisherigen vorgesehen Räumen für die TI im ehemaligen Postamtsgebäude geben, die einen Vorteil bringen, so lasse ich mich gerne überzeugen.

Wichtig ist aber jetzt und zwar ist das wichtig für Bad Wiessee, dass der Schwung, den das neugestaltete Jod-Schwefel-Bad bringt, aufgenommen wird, wir uns auf das Jubiläum freuen, dieses vorbereiten und die Energie nicht sinnlos in einem Bürgerbegehren vergeudet wird. Danke.


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