Rotes Kreuz findet neues Zuhause in Moosrain

„Jetzt kann es endlich losgehen“

Von Nicole Posztos

Zweite Ergänzung vom 25. Juli / 12:16 Uhr
Auch die zweite Runde zur Änderung des Bebauungsplans, die für die Errichtung einer neuen BRK-Rettungswache an der Münchner Straße in Moosrain nötig ist, brachte von Behördenseite nicht allzu viel Gegenwind.

Dabei beschäftigte den Gmunder Bauausschuss vor allem die Frage nach dem Hochwasserschutz. Denn der Bau des Roten Kreuzes liegt in einem Gebiet, das bei starken und anhaltenden Niederschlägen als Überschwemmungsgebiet dient. Aus dem Grund forderte das Landratsamt weitere Informationen zu dem geplanten Bau und einen genauen Lageplan für die „vom Wasser bedrohten Flächen“.

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Für den Antragsteller sowie die Gemeinde hatte die Aufforderung zur Folge, dass ein Ingenieurbüro Vermessungen für den außergewöhnlichen Fall eines 100-jährigen Hochwassers durchführen musste. Doch diese ergaben, dass, wenn überhaupt, nur die Parkplätze vor dem BRK-Gebäude unter Wasser stehen würden.

Der südlich vom Grundstück fließende Moosbach (siehe obere grobe Skizze) stellt für das Gebäude somit keine Gefahr dar. Kurzerhand entschieden die Gemeinderäte, dass der Bau damit genehmigungsfähig ist. Relativ sinnvoll scheint es jedoch, dass das BRK nicht vorhat, den Neubau zu unterkellern.

Dachneigung bleibt – trotz höherer Heizkosten

Vom BRK lag noch der Antrag auf Absenkung der Dachneigung vor. Anstatt 18 sollten es nur 15 Grad sein. Der einfache Grund: Je steiler, desto mehr Raum unter dem Dach. Das wiederum würde mehr Heizkosten verursachen. „Das müsse es dem BRK aber wert sein, nicht zuletzt, weil wir uns so sehr für sie und das Grundstück eingesetzt haben“, meinte Bürgermeister Georg von Preysing und ergänzte: „Deswegen wird das Rote Kreuz finanziell nicht untergehen.“

Nach dem Beschluss gab Preysing noch bekannt, dass man jetzt nur hoffen könne, dass das BRK „langsam in die Pötte kommt“. Er habe den Verantwortlichen in einem Brief mitgeteilt, dass wenn sie jetzt nicht schleunigst fertig werden würden, man sie in mobile Container auslagern müsste. Denn nicht zuletzt die Freiwillige Feuerwehr Dürnbach drängt bereits seit einiger Zeit darauf, die frei werdenden Räumlichkeiten des BRK endlich nutzen zu können.

Ergänzung vom 18. April / 16:56 Uhr
Ende Februar hatten wir gemeldet, dass die lange Suche des BRK in Gmund ein Ende hat.

Nun haben die verschiedenen Behörden und Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben Stellung genommen. Dabei wurde klar, dass man zugunsten der Sicherheit der Bevölkerung bereit ist einige Kompromisse einzugehen.

Das klang zwar bei verschiedenen Stellungnahmen immer wieder durch. Doch nirgends wurde es so offensichtlich wie beim Emmissionsschutz. Die Angst der Anwohner vor allzu großen Lärm durch die etwa 3.000 Einsätze pro Jahr ist der Gemeinde zwar bewusst. Doch das BRK ist eine Einrichtung, die der Öffentlichkeit hilft.

Dabei stellt Bauamtsleiterin Christine Lang klar, dass eine Lärmbelastung durch die direkte Lage an der Bundesstraße wenn dann nur kurzfristiger Natur sei. „Der Anfahrtsweg von und zum neuen Rettungszentrum ist sehr kurz. Das Martinshorn wird bei Einsätzen damit auch nicht sehr lange in voller Lautstärke zu hören sein.“

Die Gemeinderäte sahen das ähnlich und nahmen nach kurzer Beratung einstimmig die Stellungnahmen der Behörden zur Kenntnis.

Ursprünglicher Artikel vom 28. Februar:
Die langjährige Suche des BRK für einen neuen Standort in Gmund hat ein Ende. Die neue Heimat der Rettungskräfte wird im Ortsteil Moosrain sein. Im besten Fall so Martin Hauder, Leiter der Rettungsdienste für den Landkreis Miesbach, könnte ein Umzug aus den jetzigen Räumlichkeiten in Dürnbach im nächstem Frühjahr stattfinden.

„Je nachdem wie zügig die notwendigen Verfahren und der Neubau voranschreiten, wäre 2013 eine Option,“ sagt Hauder. Die Gemeinde wird nach Aussage des Gmunder Geschäftsleiters Alfons Besel demnächst einen Bebauungsplan für das freie Grundstück gegenüber der Bergzeit Filiale aufstellen. „Allein dieses Verfahren dauert bis zu einem dreiviertel Jahr“, so Besel.

Der zuständige BRK-Kreisgeschäftsführer Alfred Mittermaier zeigt sich auf telefonische Nachfrage sehr erfreut darüber, dass es endlich mit den konkreten Planungen für den Bau losgehen kann.

Die aktuelle Unterstellsituation in Dürnbach ist suboptimal.

Bis jetzt teilen sich in Gmund-Dürnbach noch die Freiwillige Feuerwehr und das BRK ein Gelände. Doch schon seit längerem ist klar, dass das Rote Kreuz ausziehen wird. „Seit 2007 waren wir auf der Suche,“ so Mittermaier.

Grund war nicht zuletzt, dass die Rettungsfahrzeuge nicht mehr in die Parkgarage passten und die Berufsgenossenschaft auf eine Lösung der Situation drängte, wie Mittermaier erzählt. „Das bisherige Gebäude hatte nicht mehr die nötigen Fluchtwege und entsprach nicht mehr den Mindestanforderungen an die Arbeitsplatzbedingungen. Teilweise mussten Fahrzeuge quer geparkt werden, damit überhaupt genug Platz war um diese unterzubringen.“

Nun hat das BRK das Grundstück in Moosrain erworben. Erst in den letzten Tagen sei man sich mit dem Vorbesitzer einig geworden. „Die Tinte des Notars ist gerade getrocknet.“

Gmund zahlt nichts

Was noch nicht final geklärt ist, ist die Frage der Finanzierung. Von Seiten der Gemeinde werde es jedoch keine finanzielle Unterstützung geben, stellt Alfons Besel klar und erläutert auch warum: „Im Gegensatz zur Feuerwehr fällt die Rettung nicht in das Aufgabengebiet der Kommune.“ Allerdings werden man dem BRK auch keine Steine in den Weg legen und die nötigen Verfahren für den Bau so schnell wie möglich durchziehen.

Auf dem rund 2000 Quadratmetergroßen Grundstück sollen jeweils ein Drittel der Fläche für das neue Gebäude genutzt werden, ein Drittel für Stell- und Parkplätze und ein Drittel wird begrünt.

Im Gebäude selber werden im Gegensatz zum neuen BRK-Rettungszentrum in Bad Wiessee keine ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter untergebracht, sondern größtenteils hauptamtliche Einsatzkräfte. „Es handelt sich hier um eine öffentlich-rechtliche Rettungsdienststelle,“ so Martin Hauder.

Gegenüber der Bergzeit-Filiale soll das neue BRK-Rettungszentrum entstehen. Baubeginn frühestens Herbst 2012.

Das Einsatzgebiet umfasse das ganze Tegernseer Tal und große Teile des Landkreises. Der Platz direkt an der Bundesstraße nur einen Kilometer von der Kreuzung an der Kreuzstraße entfernt ist perfekt. Alle wichtigen Orte im Landkreis innerhalb kurzer Zeit erreichbar.

3.000 Einsätze pro Jahr

Das neue Gebäude ist als Hallenbau geplant. Vorgesehen sind unter anderem Sozialräume, Ruheräume und Aufenthaltsmöglichkeiten. „Wie das Ganze im Details aussehen wird, muss noch mit dem Architekten abgesprochen werden. Und auch die Mitarbeiter sollen in die Planung des Baus eingebunden werden,“ betont Mittermaier.

Auch jeweils ein Rettungs- und ein Krankenwagen sowie weitere Einsatzfahrzeuge finden Platz. Etwa 3.000 Mal im Jahr rückt der BRK bisher aus. Das dürfte von Moosrain aus nicht weniger werden.

Und so werden nicht zuletzt auch die Feuerwehrler aus Dürnbach glücklich sein, wenn der Umzug in 2013 über die Bühne geht. Im Juli 2011 haben sie ihre neue Fahrzeughalle bezogen. Und aufgrund des weiteren Platzbedarfs können zukünftig auch die Räumlichkeiten zu eigenen Zwecken genutzt werden.

Für Mittermaier steht aber fest, dass der BRK die Feuerwehr in Dürnbach nie ausbremsen wollte. „Die Suche nach einem geeigneten Grundstück war nicht so einfach wie gedacht. Aber jetzt läuft alles wie geplant. Wir sind zuversichtlich.“


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