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Wie in Dürnbach ein Gemeinschaftsgarten entsteht

„D’Obstgarten“ fürs Volk

Von Rose Beyer

Rosenheim, München, Dachau, Augsburg, Nürnberg – Gemeinschaftsgärten gibt es in vielen Gemeinden. Insgesamt 126 sollen es laut „Stiftung Interkultur“ in Deutschland sein. Auch in Dürnbach ist nun einer entstanden.

Ein Garten, in dem sich Menschen treffen, austauschen, in dem man gemeinsam pflanzt und erntet. Zwei junge Studenten hatten die Idee dazu und dem Gmunder Gemeinderat nach einiger Überzeugungsarbeit 3.000 Quadratmeter Ausgleichsfläche „abgerungen“.

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Sebastian Urmel Sauerle hat zusammen mit Vroni Halmbacher viel Arbeit in das Projekt gesteckt.
Sebastian Urmel Sauerle hat zusammen mit Vroni Halmbacher viel Arbeit in das Projekt gesteckt.

Eine „grüne Insel“ auf einem großen Grundstück hinter den Häusern am Dorfplatz – vor der Baufläche am Landbaderfeld. Es stehen schon 26 Obstbäume. Einer kommt jetzt noch dazu. Der Bund Naturschutz hat den „Wildapfel“ gespendet. Der Bürgermeister will ihn pflanzen.


Idee überzeugte den Gemeinderat

Vor einem Jahr hatte der Gmunder Gemeinderat sich von der Idee der beiden Studenten Vroni Halmbacher und Sebastian Urmel Saurle überzeugen lassen. Was einmal als Ausgleichsfläche gedacht war, hat eine neue Perspektive bekommen. D’Obstgarten will Obst für alle und jeden: Schmecken, Beobachten, Riechen, Berühren, Pflanzen, Schneiden, Gestalten, Lernen, Genießen, Erfahren, Lachen, Diskutieren, Staunen, Warten … Wiederkommen. Dafür steht der Gemeinschaftsgarten.

Die Ausrichtung von Gemeinschaftsgärten kann in die verschiedensten Richtungen gehen – je nach örtlichen Gegebenheiten. „Gärten der Begegnung“ sind sie allesamt. Angelegt für Menschen unterschiedlicher sozialer Milieus und Lebensformen, die beim Gärtnern neue Verbindungen knüpfen und Entspannung finden sollen. Wer „näher zusammenrücken soll“? Frauen, Männer, Alt und Jung, Einheimische und Zuagroaste.


Dorfbild selbst bestimmen – zu jeder Zeit

Momentan kommen Leute aus Kreuth, Warngau und Gmund. „Eine kam sogar bis von Holzkirchen mit dem Radl“, erzählt Vroni Halmbacher, die Mitorganisatorin. Sie wollte mit dem Projekt „was anschieben“.

Ihrem Mitstreiter Urmel geht es auch darum, „dass viele Schultern die ganze Sache tragen und die Gemeinschaft die Chance erkennt, ihr Dorfbild selbst zu bestimmen“. Denn natürlich soll gleichzeitig auch verhindert werden, dass nicht noch eine weitere Grünfläche zubetoniert wird.

Im Gmunder Obstgarten darf jeder mit anpacken.
Im Gmunder Obstgarten darf jeder mit anpacken.

An sich ist die Fläche immer und zu jeder Zeit für alle offen, zugänglich und nutzbar. Besonders aktiv aber wird „D’Obstgarten“ samstags ab 10:30 Uhr, wenn die Gartlwerkstatt einlädt, ganz konkret an einzelnen Ideen (geistig oder praktisch) zu basteln und zu wurschtln. „Hier ist jeder und alle herzlich willkommen mit und selbst zu machen“, sagen die Initiatoren.


Zuneigung weiterer Freunde gewünscht

Zehn bis 20 Leute kommen samstags – mal mehr, mal weniger. Beim jüngsten Treffen pflanzte man beim befreundeten Imkerverein am Lehrbienenstand einen Baum. Auch weitere Freunde hat die Initiative bereits: Gartenbauverein, Bergzeit, Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. Diese zeichnete die beiden Studenten für die Idee des öffentlichen Obstgartens im vergangenen Sommer mit dem „Lichtblick“-Ehrenpreis aus.

Jetzt ist die Zuneigung von weiteren Freunden erwünscht. Obstbäume können zwar auch ohne diese überleben. Allerdings gedeiht und blüht manches Obst erst richtig auf, wenn es ein wenig gepflegt und gehätschelt wird. Obstbäume sind immer dankbar für ein wenig Zuneigung und zeigen dies auch prompt – mit einer wunderschönen Blüte, einem saftig grünen und schattenspendenden Laub und leckeren Früchten, die jeden Einkauf von Übersee-Obst in den benachbarten Supermärkten überflüssig machen.


„Wär’ schön, wenn es ein Selbstläufer wird!“

Miteinander Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen, sowie die regelmäßige intensive Zusammenarbeit und das gesellige Beisammensein sollen die Gemeinschaft stärken. Vroni und Urmel wünschen sich, dass möglichst viele Einheimische – so wie sie selbst –- das große Glück im „D’Obstgarten“ finden. „Wär’ schön, wenn es ein Selbstläufer wird!“

Der Obstgarten soll ein Erlebnis für die ganze Familie sein.
Der Obstgarten soll ein Erlebnis für die ganze Familie sein.


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