Neue Tarifverordnung
Taxifahren im Tegernseer Tal wird nochmal teurer

von Melanie Süss

Wie kommt man auf dem Land von A nach B? Mit dem Bus. Oder, wenn der mal wieder nicht zur richtigen Zeit fährt, mit dem Taxi. Das wird jetzt allerdings nochmal teurer.

Taxi fahren im Landkreis Miesbach wird teurer.

Das Landleben bietet zwar viele Vorteile gegenüber dem allzu oft stressigen Stadtleben, doch in einem hängt es ganz klar hinterher. Die Möglichkeiten, ohne eigenes Fahrzeug dennoch mobil zu sein, sind erheblich eingeschränkt. Der öffentliche Nahverkehr ist nicht gut ausgebaut und nach einer durchzechten Nacht gibt es meist nur eine Option: Die Heimfahrt via Taxi. Doch dies ist nicht gerade eine preisgünstige Variante.

Nun erhöht das Landratsamt Miesbach zum zweiten Mal die Preise. Nach der letzten Anpassung zum ersten November folgt ab Dezember eine neue Taxitarifverordnung. Nach Auskunft der Behörde war eine Anhebung der Tarife wegen der durch die hohen Preissteigerungen in allen Lebensbereichen bedingten wirtschaftlichen Lage der Taxiunternehmen im Landkreis notwendig. Daneben waren aber auch Aspekte wie allgemeine Verkehrsinteressen und die andauernde Zugänglichkeit der Taxinutzung für die breite Bevölkerung zu berücksichtigen.

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Zu geringe Erhöhung

Der Grundpreis erhöht sich um 60 Cent von bisher 4,00 Euro auf künftig 4,60 Euro. Ab dem 01.07.2023 beträgt dieser sogar 5,00 Euro. Der Zeittarif pro Stunde steigt von 32,00 Euro auf 35,00 Euro und ab Mitte nächsten Jahres auf 36,00 Euro. Die bisherige Unterscheidung von Tagtarif (2,00 Euro) und Nachttarif (2,20 Euro) fällt weg. Es gilt ab nächsten Monat ein einheitlicher Kilometerpreis in Höhe von 2,30 Euro.

Ein Taxiunternehmen aus Rottach-Egern gibt uns auf Nachfrage die Auskunft, dass sie der Meinung seien, dass die Preise sogar noch zu wenig erhöht wurden. Man sei froh, dass endlich gehandelt wurde, nachdem seit März auf eine Steigerung der Tarife gewartet wurde. Sie habe erhebliche Mehrkosten bei Reparaturen, Spritpreisen sowie die Mindestlohnerhöhung. Trotzdem sei man zuversichtlich, dass trotz der Erhöhung noch genügend Leute ein Taxi beanspruchen werden.

“Nicht mehr wie vor Corona”

Reinhard Reiss vom Fahrservice Reiss in Tegernsee sei nicht abhängig von der Taxitarifverordnung. Er sei kein Taxiunternehmen, sondern ein eigener Fahranbieter und könne seine Preise ab dem ersten Kilometer selber kalkulieren. “Wir orientieren uns dennoch an der Verordnung und mussten eine gemäßigte Preissteigerung durchführen aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung und vorrangig der Spritpreise”. Der Sommer sei gut gelaufen, aktuell sei das Geschäft aber ein wenig gedämpft wegen fehlender Urlauber.

Man müsse aber ganz klar sagen, dass es nicht mehr wie vor Corona sei. Die Pandemie-Jahre seien ganz schlecht gelaufen: “Wenn die Hotels sieben Monate geschlossen sind, geht bei uns auch nicht mehr viel. Aber wir kämpfen weiter”. Das Positive sei laut Reiss, dass sie mit den besten Hotels im Tegernseer Tal zusammenarbeiten und viele Firmen als Auftraggeber haben.

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