Gastgebertreffen führt Touristiker zusammen

Tourismus im Hotspot-Tal

Von Sabiene Hemkes

Vergangene Woche trafen sich die Tourismus-Player im Tegernseer Tal zu ihrem jährlichen Gastgebertreffen. Eingeladen hatte traditionell die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) – ein geeigneter Zeitpunkt mit der TTT über die aktuell angespannte Corona-Situation zu sprechen. Wie gehen Hotellerie und Gastronomie mit den enormen Infektionszahlen um? Wird der Tegernsee bald zum Ischgl 2.0?

Großes Treffen der Tal-Gastgeber im neueröffneten Parkhotel Egener Höfe in Rottach-Egern / Quelle: TTT

Ende Oktober war es wieder so weit. Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH hatte zum diesjährigen Gastgebertreffen nach Rottach-Egern eingeladen. Man traf sich zum lockeren Austausch in dem im August (nach neun Monaten Umbauzeit) neueröffneten 5 Sterne Superior Parkhotel Egerner Höfe. TTT-Geschäftsführer Christian Kausch zeigte sich erfreut über die Veranstaltung:

Das Gelingen der Veranstaltung zeigt uns, dass es ein großes Bedürfnis nach Austausch gibt. Ich bin glücklich über die hohe Beteiligung der Gastgeber aus dem ganzen Tegernseer Tal.

Der Netzwerkabend, der regelmäßig an jeweils wechselnden Orten im Tegernseer Tal stattfinde, fördere sowohl den Austausch als auch die Zusammenarbeit zwischen der TTT und Gastgebenden. Nach der Besichtigung des neugestalteten Hotels in Kleingruppen standen Mitarbeiter der TTT, Rottachs Bürgermeister Christian Köck sowie Vertreter der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), der Bayerischen Seenschifffahrt, der Bayerischen Regiobahn (BRB) und des Regionalverkehr Oberbayern (RVO) allen Tal-Gastgebern zum Meinungsaustausch bei einem Corona-konformen Imbiss zu Verfügung.

Fragen an die TTT zur aktuellen Pandemie-Entwicklung im Tal

Wir haben nach dem großen Aufeinandertreffen die Gelegenheit genutzt, einmal bei Thomas Baumgartner, Leiter Kommunikation & Entwicklung bei der TTT, nachzufragen, wie sich die aktuell drastische Corona-Entwicklung im Landkreis Miesbach bei den Touristikern auswirkt und wie die TTT mit der angespannten Lage umgeht.

Der Landkreis Miesbach gilt als Corona-Hotspot. Wie gehen kleine und große Gastgeber wie Pensionen und Hotel-Betriebe mit der aktuellen Situation um? Welche Schutzmaßnahmen wurden ergriffen?

Thomas Baumgartner: Die Betriebe bewegen sich mit deren Hygienekonzepten innerhalb der gesetzlichen Regelungen. Wir wissen von vielen Betrieben, dass diese auch darüberhinausgehende, strengere Hygienekonzepte umsetzten, als diese vom Gesetzgeber verlangt werden. Die Gastgeber sind sich der aktuellen Fallzahlen bewusst und handeln dementsprechend verantwortungsbewusst.

Wie auch der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) bereits mehrfach herausstellte, sind touristische Betriebe keine Pandemietreiber. Auch wir als TTT tun alles dafür, das Infektionsgeschehen gering zu halten und hierfür unter anderem Leistungsträger sensibilisieren, informieren, unterstützen, regelmäßig auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen hinweisen und Vieles mehr.

Haben Sie einen Überblick, wie viele der Gastgeber im Tegernseer Tal aktuell geimpft sind? 

Baumgartner: Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit einer Vielzahl von gastgebenden Betrieben am Tegernsee, der Impfstatus ist uns nicht bekannt. Grundsätzlich spüren wir in den Gesprächen aber eine hohe Akzeptanz der Corona-bedingten Maßnahmen, deren strikter Umsetzung als auch eine hohe Impfbereitschaft.

Unterstützt die TTT die bundes- und bayernweite Impfkampagne bei den Gastgebern?

Baumgartner: Wir informieren touristische Leistungsträger der Region nicht nur seit Pandemiebeginn über die aktuellen Hygienemaßnahmen und deren korrekte Umsetzung, unterstützen durch Kommunikationsmaterialien, helfen bei der Klärung von schwer verständlichen Verordnungs-Formulierungen und stehen im engen Austausch mit dem Landratsamt, sondern informieren auch regelmäßig zu Impfangeboten.

Zudem haben wir bereits dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen und haben auch bei Eigenveranstaltungen bereits bewusst auf 2G gesetzt, um höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten als auch Verantwortung als Unternehmen vorzuleben.

Was sagen Sie aktuell Gästen, die sich für einen Urlaub am Tegernsee interessieren? Warnen Sie davor, dass die Inzidenz sehr hoch ist und Touristen mit besonderer Vorsicht den Urlaub antreten sollten?

Baumgartner: Eine offene Kommunikation inklusive Corona-Hinweisen gehört selbstverständlich zu einer umfassenden Gäste-Beratung.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass die Kontrollen zur Einhaltung der 3-G, 3-G Plus und 2-G-Regeln im Tal absolut unzureichend seien? Immer wieder heißt es, dass beim Betreten von Veranstaltungsstätten, Restaurants und Cafés kaum noch kontrolliert wird.

Baumgartner: Wir weisen regelmäßig auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen hin und drängen auf deren strikte Einhaltung, um einen erneuten Lockdown – und dessen vielschichtige Folgen – zu vermeiden.

Ich gehe davon aus, dass sich jeder Unternehmer der Folgen eines erneuten Lockdowns bewusst ist und dementsprechend alles in seinem Einflussbereich liegende unternimmt, um dem entgegenzuwirken.

Haben sie aktuell Angst davor, dass sich in den kommenden Wochen das Corona-Virus durch den Tourismus im Tal weiter verbreiten wird und der Tegernsee zum neuen Ischgl 2.0 werden könnte?

Baumgartner: Die Situation ist nicht mit dem Beginn der Pandemie vergleichbar, daher haben Experten unter anderem den Inzidenzwert nicht mehr als auschlaggebenden Indikator für Maßnahmen definiert. Dennoch sind die derzeit steigenden Werte nicht wegzudiskutieren bzw. zu verharmlosen. Es liegt nun an jedem einzelnen von uns, die hohen Inzidenzen wieder nach unten zu bekommen.

Danke für das Gespräch.


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