Tegernseerstimme

Die neuesten Nachrichten aus dem Tegernseer Tal. Der kostenlose Newsletter der Tegernseer Stimme täglich um 18 Uhr
Anzeige | Hier können Sie werben
Anzeige | Hier können Sie werben

Johanniter warnen vor Verwechslungsgefahr

Bärlauchs „böse“ Brüder

Von Redaktion

Zu den ersten Boten des Frühlings gehört der Bärlauch, ein köstliches Wildgemüse, das gerne zum Kochen verwendet wird. Viele Menschen treibt es in diesen Tagen nach draußen, um selbst Bärlauch zu sammeln. Doch Vorsicht! Der harmlose Bärlauch ist leicht zu verwechseln mit hochgiftigen Pflanzen.

Derzeit wuchert der Bärlauch – wie hier an der Mangfall.

Bärlauch – ein Wildgemüse, das mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt ist. Gerne wird die essbare Pflanze in der Frühjahrsküche verwendet. Als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse. Trotz des typischen Knoblauch-Geruchs, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen oder den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt. Der Volksmund bezeichnet ihn wegen seines Geruchs auch als „wilder Bruder des Knoblauchs“.

„Sollte es zum Kontakt mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen gekommen sein, unbedingt gründlich die Hände waschen“, warnt jetzt die Johanniter Unfall-Hilfe. Bei Verdacht auf eine Vergiftung, insbesondere bei versehentlichem Verzehr, sollte man unverzüglich den Rettungsdienst über die europaweite Notrufnummer 112 anrufen, rät Thomas Fuchs, Erste-Hilfe-Ausbildungsleiter bei den Johannitern.

Bei Vergiftung – Betroffene nicht zum Erbrechen bringen

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte der Betroffene betreut werden. „Achten Sie darauf, dass er nicht unterkühlt, und kontrollieren Sie seine Vitalfunktionen. Bringen Sie ihn nicht zum Erbrechen“, empfiehlt Fuchs. Sollte der Betroffene wach und ansprechbar sein, sollte man ihm
mit erhöhtem Oberkörper lagern, oder nach Wunsch. Reste wie Pflanzenteile, Essensproben – in Ausnahmefällen auch Erbrochenes – sollten gesichert werden, damit die Klinik bestimmen kann, um welche Pflanze es sich gehandelt hat.

Bärlauch – wird gern gegessen, aber oft verwechselt. / Foto: Volker Grosser

„Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Atmet er nicht, beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.“ Viele Sammler würden anhand des Dufts versuchen, den Bärlauch von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zu unterscheiden, so Fuchs. Dabei vergessen sie, dass die Finger den Knoblauchduft nach dem erstmaligen Reiben annehmen. Der Geruchstest sei von daher nicht mehr zuverlässig“.

Bärlauch wächst von März bis April/Mai hauptsächlich in lichten Auenwäldern, aber auch an Flussufern und auf schattigen Wiesen. An diesen Stellen können auch die giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen wachsen. „Wer sich nicht sicher ist, um welche Pflanze es sich handelt, sollte sie unbedingt stehen lassen“, empfiehlt Fuchs.

Diese Merkmale können helfen eine Verwechslung zu vermeiden:

• Die Blätter des Bärlauchs duften nach Knoblauch. Vorsicht: Die Finger nehmen den Knoblauchgeruch beim ersten Reiben an, weswegen der Geruchstest danach nicht mehr ausschlaggebend ist.

• Die Blätter haben einen Stiel, wachsen in Gruppen und dicht beieinander. Ihre Unterseite ist hellgrün und matt.

• Die Blätter von Maiglöckchen sind etwas härter als die des Bärlauchs.

• Die Blätter der Herbstzeitlosen haben keinen Stiel und wachsen aus einer
Rosette heraus.

Die Johanniter empfehlen zudem eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig helfen zu können. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter 0800-0191414.

Anzeige | | Hier können Sie werben


Unternehmen aus unserer Region

Die neuesten Artikel

Die Redaktion empfiehlt


Aktuelle Jobangebote aus der Region
Tegernseerstimme

Tegernseerstimme