Waakirchner verlangen nach mehr Hochwasserschutz

Hartl: “Das war ein Schuss vor den Bug”

Vom Hochwasser vor einigen Wochen waren nicht nur Gebiete direkt am See betroffen. Auch Waakirchen hatte mit den Wassermassen zu kämpfen. Die Feuerwehr musste an vielen Stellen helfen.

Besonders kritisch war die Lage am Hochwasser-Rückhaltebecken im Sareit, aber auch der Angerbach und der Frauenreiter Weg waren von den Wassermassen stark beeinträchtigt. Jetzt hat die Gemeinde entschieden, die Hochwasserschutzmaßnahmen zu verbessern.

Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl am Staubecken in Sareit
Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl am Staubecken in Sareit

Relativ einseitig waren die Themen bei der vergangenen Gemeinderatssitzung in Waakirchen. Ein Großteil der Tagesordnung drehte sich um den Hochwasserschutz und wie man diesen für die Zukunft verbessern kann. „Das war ein Schuss vor den Bug“, so Bürgermeister Sepp Hartl über die Situation während des Hochwassers in Waakirchen. Aus diesem Grund forderte er ein Gesamtkonzept von einem Experten.

Vor allem das Hochwasser-Rückhaltebecken in Sareit bereitet den Feuerwehrlern und der Gemeinde Sorge. Damit es aber bei einem erneuten Hochwasser nicht zu einer Katastrophe kommt, will die Gemeinde jetzt handeln.

Rückhaltebecken liegt im Naturschutzgebiet

Das Rückhaltebecken für Sareit ist in ein Biotop gebaut worden und steht deshalb auf naturgeschütztem Grund. Deshalb wurde damals von der Unteren Naturschutzbehörde beschlossen, wie hoch die Mauer rund um das Becken sein darf. Der Damm hat damals 36.000 Euro gekostet. Jetzt soll eine Lösung gefunden werden, wie man den Damm verstärken oder das Becken breiter machen kann.

Eine Kompletterneuerung würde die Gemeinde um die 50.000 Euro kosten. Sollte sich die Behörde diese Vorgehensweise nicht vorstellen können, wolle Hartl sogar bis zur Regierung von Oberbayern gehen. Das erklärte der Bürgermeister zumindest auf der letzten Gemeinderatssitzung. Die endgültige Entscheidung ist aber auf Juli verlegt worden, wenn alles noch einmal genau begutachtet und durchdacht worden ist.

Ingenieur soll Urteil über Oberflächenkanal fällen

Auch im Frauenreiter Weg gab es Probleme. Dort steht jetzt zur Debatte, ob man nicht einen zusätzlichen Oberflächenkanal bauen lässt. „Dass man hier was machen muss, hat man gesehen“, sagte Bürgermeister Sepp Hartl. Feuerwehr und Anwohner pumpten knappe sechs Stunden das Wasser ab. Deshalb soll jetzt ein Ingenieur beauftragt werden, um die Lage zu beurteilen und Vorschläge für eine Lösung zu bringen.

Staubecken Sareit
Die Wiese zum Frauenreiter Weg. Dort ist ein natürlicher Ablauf vom Staubecken

Hartl ist dabei vor allem die Sicherheit der Anwohner wichtig. So könnte eine Fließmulde helfen. Ob das allerdings überhaupt möglich ist, steht noch nicht fest, da die Kanalleitungen im Weg sein könnten. All diese offenen Fragen sollen bis zur Gemeinderatssitzung im Juli geklärt sein.

Pumpe und Notstromaggregat werden angeschafft

Am Bahngleisdurchlass des Angerbachs ist im Gespräch, ein größeres Rohr zu verlegen. Allerdings muss das zuvor mit den Grundeigentümern besprochen werden, da die Rückstaufläche sich dann vergrößern würde.

Zugestimmt hat der Gemeinderat der Anschaffung eines mobilen, zapfwellenbetriebenen Notstromaggregats und einer leistungsstarken Schmutzwasserpumpe. Die ersten Schritte für ein hochwassersicheres Waakirchen sind getan, das sieht auch Bürgermeister Hartl so: „Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg.“


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