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Helene in Bayern präsentiert neues Konzept für Wildbad Kreuth

Wellness statt Politik?

Die letzte Gemeinderatssitzung in Kreuth hatte es offenbar in sich. Nach Informationen der Tegernseer Stimme präsentierte Herzogin Helene in Bayern ihr neues Konzept. Statt auf ein Tagungshotel setzt sie nun mit einem „namhaften“ Investor auf den Gesundheitsbereich. Dies wäre das Aus für die CSU-Klausuren.

Die Pläne der Herzogin haben sich offenbar geändert - entsteht hier ein Gesundheitshotel
Die Pläne der Herzogin haben sich offenbar geändert – entsteht hier ein Gesundheitshotel?

Die Herzogin selbst gibt sich noch sehr bedeckt. Auf Anfrage äußerte sie nur, „dass im Moment Gespräche in alle möglichen Richtungen laufen“. Sie stehe auch mit dem Landesamt für Denkmalschutz in Verbindung. „Auch wird der für einen Betrieb nötige Aufwand bezüglich des Brandschutzes erörtert“. Was die Eigentümerin des 11.000 Quadratmeter großen Areals nicht verriet, ist, dass das einstige Sanatorium Wildbad Kreuth wieder für den Gesundheitsbereich seine Pforten öffnen soll.

Über 40 Jahre nutzte die Hanns-Seidel-Stiftung den historischen Gebäudekomplex für Seminare und vor allem für die bereits legendären Winterklausuren der CSU. Abgesehen von den politischen Botschaften, gingen auch Bilder von idyllischen Winterlandschaften um die ganze Welt. Ein unbezahlbarer Werbeeffekt für Kreuth.

Von dem auch der neue Investor profitieren wird, den die Herzogin dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung benannte. Er soll sich im Gesundheitsbereich einen Namen gemacht und ein vernünftiges Konzept vorgestellt haben. Es werde nun ein Gesundheits- oder Wellnesshotel dort entstehen, aber kein „gutgeführtes Resort-Hotel, das sich von den übrigen Hotels im Tegernseer Tal abgrenzen soll“, wie die Herzogin noch vor Monaten erklärte.

„Weder Seminare noch CSU-Klausuren“

Der Gemeinde sei es wichtig, so hieß es am Ratstisch, dass Wildbad Kreuth weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Es wäre fatal, wenn das Areal unten mit einer Schranke abgeriegelt wäre. Wichtig für Kreuth sei, dass das Ensemble erhalten bleibt. Natürlich seien in diesem betagten Gebäude einige Umbauten nötig. Zu hören ist, dass der Investor einen Raum zwischen der Molkehalle und dem Hauptgebäude, der in den sechziger Jahren zugebaut wurde, wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen will. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, werde es außen wohl so bleiben, wie es ist.

Nach den Umbauten zu einem Hotel im Gesundheitsbereich seien bestenfalls noch Empfänge oder das Internationale Musikfest vorstellbar, aber weder Seminare noch CSU-Klausuren. Im Frühjahr sagte Herzogin Helene in Bayern noch: „Ich halte es nach wie vor für möglich, dass wir es schaffen, dass die Klausur 2018 wieder in dem Haus stattfinden kann. Noch aber ist dies rein hypothetisch. Es kann auch gut sein, dass wir in einem halben oder dreiviertel Jahr sagen, wir sind leider noch nicht so weit, wie wir gerne wären“.

Nun kommt es offenbar ganz anders: Wellness statt Politik. Fraglich bleibt, ob der Markt für ein weiteres Gesundheitshotel im Tegernseer Tal gegeben ist. Denn nach dem Lanserhof in Waakirchen und dem geplanten Gesundheitshotel der Schweizer Investoren SME in Bad Wiessee, nun offenbar ein weiteres in Wildbad Kreuth. Die Herzogin und der „namhafte Investor“ haben vermutlich entsprechende Marktanalysen vorliegen. Schließlich stehen viele Millionen auf dem Spiel, bis aus dem einstigen Sanatorium, in dem auch schon Zar Nikolaus I. im Jahr 1838 kurte, wieder ein Gesundheitshotel modernster Prägung werden kann. Immerhin muss es der Konkurrenz Paroli bieten können.


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