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Talgemeinden finden keine einheitliche Lösung für Wanderparkplätze

Wenn Parken zur Wissenschaft wird

Von Maxi Hartberger

Die Einführung der TegernseeCard hatte einen ganz bestimmten Sinn: Langzeiturlaubern gewisse Vorteile am Tegernsee zu bieten. Dazu gehört auch das kostenlose Parken an einigen Wanderparkplätzen.

Das will Bad Wiessee jedoch ab kommendem Jahr ändern. So könnte die eh schon verwirrende Regelung in den Talgemeinden noch komplizierter werden.

Hier am Söllbach soll das kostenlose Parken mit der Tegernsee Card schon bald vorbei sein
Hier am Söllbach soll das kostenlose Parken mit der TegernseeCard schon bald vorbei sein.

Mit der TegernseeCard können Touristen kostenlos mit den Bussen der RVO rund um den See fahren. Außerdem erhalten sie auch bei der Rottacher Wallbergbahn, dem Wiesseer Jodschwefelbad oder der Seesauna in Tegernsee Vergünstigungen. Auch an den diversen Wanderparkplätzen im Tal kommt die „Tourikarte“ den Urlaubern zu Gute.

In Bad Wiessee konnten Besucher bisher mit der TegernseeCard kostenfrei parken. Doch diesen Vorteil bieten nicht alle Gemeinden gleichermaßen. So müssen in Kreuth und Tegernsee Einheimische, Touristen sowie TegernseeCard-Besitzer Parkgebühren zahlen. Wohingegen in Rottach-Egern von Wanderern keinerlei Parkplatzgebühren verlangt werden. Da die Gemeinde Gmund keinen Wanderparkplatz besitzt, existiert dort keine vergleichbare Parkordnung.

Kostenloses Parken als finanzielle Belastung

Somit hat jede Gemeinde eine andere Parkplatzregelung. Doch damit nicht genug, jetzt könnte die bestehende Situation noch komplizierter werden. Denn die Gemeinde Bad Wiessee will ihre Regelung nun verändern. Die Neuerung würde die Einführung von Parkgebühren am Söllbach und eine Sonderregelung am Sonnenbichl beinhalten. Dann hätte Bad Wiessee sogar innerhalb der Ortschaft zwei unterschiedliche Bestimmungen.

Wie Geschäftsleiter Michael Herrmann erklärt, gibt es aber einen bestimmten Grund, warum man die bisherige Vorgehensweise nun wieder ändern will:

Fakt ist, die Gemeinden zahlen sehr viel Geld, damit unsere Gäste kostenlos mit den RVO-Bussen fahren können. Weiterhin kostenloses Parken zu subventionieren, wäre eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Durch das kostenlose Nutzen der öffentlichen Busse sind die Besucher eigentlich nicht mehr auf ihre Autos angewiesen. Dennoch fahren viele Touristen lieber mit dem eigenen Fahrzeug an die Wanderstrecken, anstatt den Bus zu nehmen. Herrmann sieht darin ein Problem, da gerade in den Sommermonaten die Verkehrsbelastung im Tal ohnehin schon hoch sei. Mit dem Busangebot wollte man diese eigentlich verringern.

Auch die überfüllten Parkplätze, in Bad Wiessee speziell am Söllbach, könnte man mit einer neuen Regelung entlasten. Daher schlägt die Gemeinde vor, das Parken an Wanderparkplätzen auch für Touristen wieder kostenpflichtig zu machen. „Zum Sonnenbichl rauf gibt es keine direkte Busverbindung, daher wird dort eine Sonderregelung in Bezug auf die Parkgebühren gelten“, so Herrmann.

Parken am Sonnenbichl
Parken am Sonnenbichl soll mit der TegernseeCard auch weiterhin kostenfrei bleiben.

Bernhard Kaiser, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Bad Wiessee und Besitzer des Hotels Askania, ist da anderer Meinung: „Ein Gast mit einer TegernseeCard muss eine Ermäßigung genießen können. Dafür gibt es diese Karte doch.“ Insgesamt will der Kur- und Verkehrsverein den Touristen weiterhin die unterschiedlichen Vergünstigungen bieten. Denn wie Kaiser erklärt, könne man mit der Karte auch ermitteln, welche Gäste sie nutzten und dadurch die Angebote besser anpassen. Man müsse die Karte einfach mehr fördern, meint Kaiser.

„Ungünstiger Zeitpunkt für neue Regelung“

Der Vertreter der Wiesseer Vermieter betont, dass es vor allem jetzt, mitten in der Saison, schwierig sei, eine solche Änderung durchzuführen. Schließlich rechneten viele seiner Hotelgäste mit den Vorteilen der TegernseeCard für ihren bereits gebuchten Urlaub.

Im Januar empfehlen wir ihnen die TegernseeCard und im August können sie manche Leistungen schon nicht mehr wahrnehmen.

Aus diesem Grund fand am vergangenen Mittwoch eine Ausschusssitzung des Verkehrsvereins statt, in der alternative Lösungsvorschläge für die Wiesseer Parkplätze gesucht und ausgearbeitet wurden. Sie liegen momentan der Gemeinde zur Prüfung vor, wie Herrmann bestätigt. Doch das eigentliche Ziel, so Kaiser, wäre die einheitliche Lösung für alle Gemeinden im Tal. „Wir hoffen, wir können uns im Herbst mit den Gemeinden an einen runden Tisch setzen und an einer Lösung arbeiten.“

Auch Herrmann sieht ein, dass der gewählte Zeitpunkt für eine neue Regelung mitten in der Saison ungünstig ist. „Daher würden die Urlauber, die in diesem Jahr noch mit ihrer Karte parken, sicherlich nicht aufgeschrieben werden.“ Das Ganze sei eben ein Übergangsjahr und die Regelung gelte dann ab 2015 fest. In einem stimmt Herrmann jedoch dem Verkehrsverein zu:

Es ist zwar schwer durchführbar, für alle Gemeinden eine Lösung zu finden, aber natürlich wäre es sehr wünschenswert.


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