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Das Leben im Caritas Kinderdorf in Irschenberg

Wie im Kinderheim Weihnachten gefeiert wird

Von Simon Haslauer

Weihnachten ist Familienzeit, eine Zeit für Miteinander. Dass es auch in einem Kinderheim Familie gibt und wie man hier Weihnachten feiert, erzählt Geralf Fuhr aus dem Caritas Kinderdorf in Irschenberg.

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Klein kommen und groß gehen, das ist das Motto des Caritas Kinderdorf in Irschenberg. Seit mehr als 45 Jahren unterstützt man dort Kinder sowie Jugendliche in Notsituationen und bieten ihnen ein Zuhause.

Im Gespräch erzählt Geralf Fuhr, einer der Bereichsleiter im Dorf, dass derzeit im Kinderdorf rund 110 Kinder betreut werden. Auf die Frage, aus welchen Gründen Kinder bei ihnen untergebracht werden antwortet Fuhr:

Im Allgemeinen, wenn Eltern ihrer Erziehung nicht nachkommen können. Aber auch bei tragischeren Fällen wie Suchterkrankungen und Gewalt. Verweisung ist nur sehr selten der Aufnahmegrund.

Es muss aber nicht immer tragisch sein, erklärt Fuhr weiter. Manchmal sehen Eltern von vornherein, dass sie Hilfe benötigen und gehen zum Jugendamt um gemeinsam zu schauen, wie man Probleme angehen kann.

Wie ist das Leben im Dorf?

Ganz normal. Geralf ist fest davon überzeugt, dass auch Kinder im Kinderheim ein Anrecht auf eine ganz normale Kindheit haben. In der Früh aufstehen, in die Schule fahren, die Schulbank drücken und sich mit Hausaufgaben herumschlagen. So wie jedes andere Kind auch.

Dabei spielen die Hausmütter und Hausväter, das sind pädagogische Fachkräfte die Kinder ein Stück ihres Lebenswegs begleiten, eine wichtige Rolle. “In diesem Beruf wird die Grenze zwischen Beruf und Privatem verwischt”, erzählt Fuhr.

Wie sieht die Behandlung in einem Kinderdorf aus?

Da sich die sozialen und pädagogischen Anforderungen der Gesellschaft verändert haben, haben sich auch die Aufgaben eines Kinderheims verändert. Diese reichen von ambulanter Beratung über pädagogischer Hilfe bis hin zu psychologischer Unterstützung.

Einer der wichtigsten Aspekte sei die Arbeit mit den Eltern, so Fuhr. “Man braucht eine gute Kooperation mit den Eltern, sonst stehen die Kinder durchgehend zwischen zwei Stühlen”, argumentiert er. Das sei eine der größten Herausforderungen.

Mit den Kindern wird heute Abend wie in jeder anderen Familie Weihnachten gefeiert. Es wird in die Kirche gegangen, gemeinsam gegessen und anschließend gefeiert. Sofern es möglich ist, dürfen Kinder Weihnachten auch mit ihren Eltern verbringen. Besonders freut man sich, wenn ehemalige Kinder zu Weihnachten zu Besuch kommen und mit den Jüngeren gemeinsam feiern.

Wie kann man helfen?

Eine weitere Herausforderung ist laut Fuhr das Kostenmanagement. Das Budget reicht zwar, ist aber knapp geschnitten. Über Spenden freut man sich. Damit könne man spezielle Therapien, Nachhilfestunden oder den einen oder anderen Ausflug finanzieren.

Besonders schön findet Fuhr, dass bei ihnen jedes Kind die Möglichkeit bekommt, ein Instrument zu lernen. Ohne Spenden wäre das nicht umsetzbar. Auch über Weihnachtsgeschenke freut man sich. “Für dieses Jahr ist es aber schon etwas spät”, lacht Fuhr und erklärt, dass man gerade zu Weihnachten viel Unterstützung von Firmen bekommt.

“Oft werden Weihnachtsbäume mit Wunschkärtchen in Foyers von Geschäften aufgestellt. Kunden können sich dann einen Wunschzettel aussuchen und dem jeweiligen Kind ihren Wunsch erfüllen”, erzählt Fuhr. Weitere Informationen zu Spenden finden Sie auf der Website des Kinderdorfs.


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