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Bad Wiessee: Erneute Wende im Streit um Trachtengeschäft

Disneyland bleibt doch offen

Von Christopher Horn

Eigentlich wollte Walter Lechner seinen Trachtenladen in der Wiesseer Hirschbergstraße nach langem Streit mit der Gemeinde schließen.

Am vergangenen Freitag lud er zu einer Abschiedsveranstaltung ein. Doch jetzt kommt alles anders. Derweil droht Lechner in einer anderen Sache Ungemach.

Eigentlich hat Walter Lechner(rechts stehend) am Freitag den Abschied seines Ladens gefeitert, Doch jetzt kommt es anders.
Eigentlich feierte Walter Lechner (stehend) am Freitag den Abschied seines Ladens. Doch jetzt kommt es anders.

Rund 80 Besucher kamen am vergangenen Freitag zur Abschiedsveranstaltung von Walter Lechner in die Hirschbergstraße. Nach langen Querelen mit der Gemeinde wollte der Geschäftsinhaber seinen Laden eigentlich aufgeben und hatte zum Abschied zu Weißwürsten und Bier eingeladen.

Zudem wurden 280 Euro gesammelt und sollen nun an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet werden. Verkaufen durfte Lechner am Feiertag aber nichts. Das hatte ihm die Gemeinde auf Grundlage des Ladenschlussgesetzes untersagt. „Ich war in Begleitung zweier Polizisten vor Ort. Herr Lechner hat sich an unser Verbot gehalten“, so der Wiesseer Geschäftsleiter Michael Herrmann auf Nachfrage.

Lechner: wollen weiter öffnen

Doch von Abschied will der Geschäftsmann nun nicht mehr sprechen. „Wir wollen den Laden gerne weiter betreiben“, so Lechner gestern auf Nachfrage. Und auch im Wiesseer Rathaus kann man sich das offenbar wieder vorstellen. Es habe ein sehr konstruktives Gespräch mit Herrn Lechner stattgefunden, betont Herrmann weiter.

Jetzt wollen beide Seiten nach einer Lösung suchen, wie der Landen weiter betrieben werden könnte. Zum einen muss sich Lechner an die Wiesseer Ortsgesaltungssatzung halten und Teile seiner Werbeanlagen in Form einer großen Hebebühne, Puppen und einer Holzkuh in Lebensgröße beseitigen. „Die Hebebühne wurde abgebaut. Das ist ein Anfang. Jetzt muss er sich aber auch nachhaltig an unsere Satzung halten“, betont Geschäftsleiter Herrmann.

Zudem gilt es, einige baurechtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Der Eigentümer hatte beim Bau seines Ladens Auflagen der Gemeinde missachtet, auf das Nachbargrundstück gebaut und das Geschäft ohne Genehmigung eröffnet. „Ob die Überbauung beseitigt werden muss, wird das Landratsamt zeitnah entscheiden“, erklärt derweil der Leiter des Wiesseer Bauamts, Helmut Köckeis.

Der Laden in der Hirschbergstraße soll weiter offen bleiben.
Der Laden in der Hirschbergstraße soll weiter offen bleiben.

Auch an einer Holztreppe, die Lechner ohne Genehmigung der Behörden in seinem Laden angebracht hat, stört sich das Landratsamt. Es gibt Bedenken wegen des Brandschutzes. „Ersetzt Herr Lechner die Treppe mit einer Stahlkonstruktion, könnte dieses Problem gelöst sein“, so Köckeis weiter. Bis hier eine Entscheidung gefallen ist, darf das Geschäft aber weiter geöffnet bleiben.

Hat Lechner ein Biotop zerstört?

Ungemach droht Lechner derweil aufgrund eines anderen Vorfalls im Wiesseer Simperetsweg. Dort hat er eine Wiese gepachtet und wollte Lagerräume errichten. „Hier hat das Landratsamt einen Baustopp verhängt, an den sich Herr Lechner auch gehalten hat“, erklärt Helmut Köckeis. Der Grund: Naturschutz. Es handelt sich bei dem Areal um eine schützenswerte Feuchtwiese, ein Biotop, das unter keinen Umständen belastet werden darf. Lechner lagerte dort allerdings einige Mengen an Brennholz, Bauholz und gröberem Kies.

Jetzt befasst sich die Untere Naturschutzbehörde mit dem Thema. Hier sei ein brutaler Eingriff in eine zu erhaltende Fläche erfolgt, so Köckeis abschließend. Dafür droht nun ein empfindliches Bußgeld. „Ich habe hier noch nichts vom Landratsamt gehört“, erklärt Walter Lechner allerdings. Es bleibt also spannend in der Beziehung zwischen dem umtriebigen Unternehmer und der Gemeinde Bad Wiessee.

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