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Senioren sollen es leichter haben

Von Nicole Kleim

Alt sein ist leicht – wenn man sich`s leisten kann und Unterstützung findet. Damit Senioren so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld zurechtkommen, brauchen sie Hilfe. Und die Gemeinden im Landkreis ein Konzept.

Senioren brauchen im Alter Unterstützung. Die Gemeinden ein Konzept.
Senioren brauchen im Alter ihr vertrautes Umfeld – und Unterstützung. Die Gemeinden dagegen ein Konzept.

Mobilität ist für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben Grundvoraussetzung. Das gilt vor allem für Menschen im Rentenalter. Doch wenn die Tücken des Alters die Gesundheit beeinträchtigen, ist eine selbstbestimmte Lebensführung oft eingeschränkt. Der jahrelang problemlos genutzte Wohnraum wird auf einmal zu groß, die Fahrt mit der Bahn bereitet Schwierigkeiten, und die Bankgeschäfte sind per Internet nicht mehr zu bewältigen.

Christine Dietl, Seniorenbeauftragte des Landkreises, plädierte letzte Woche im Kreistag für das landkreisweite, seniorenpolitische Gesamtkonzept, das auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung ausgerichtet ist. Langfristiges Ziel sei eine „Barriefreie Kommune 2018“, verkündete sie. Derzeit würden 2.493 pflegebedürftige Personen im Landkreis Miesbach leben, von denen sind 793 in stationären Einrichtungen untergebracht.

Mehr barrierefreie Wohnungen

So fordert Dietl die Gemeinden dazu auf, mehr bezahlbare, barrierefreie Wohnungen zur Verfügung zu stellen und den seniorengerechten Wohnungsbau voranzutreiben. Durch ehrenamtliche Fahrdienste den Senioren eine Art „Versorgungsnetz“ zu ermöglichen, hält Dietl ebenfalls für sinnvoll. Außerdem betont sie, es gäbe im Landkreis zwar genug Plätze für ältere Menschen in Seniorenheimen, dafür aber zu wenig Kurzzeitpflegeplätze. Aktuell seien es nur 13.

Insgesamt neun Einrichtungen der vollstationären Altenpflege mit insgesamt 974 Plätzen gäbe es derzeit im Landkreis Miesbach, so Dietl, die das Angebot als „ausreichend“ bezeichnet. Beim ÖPNV sei der RVO auch grundsätzlich bereit, Nutzerkurse für Senioren anzubieten. Denn damit die Senioren im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein können, müssen man ihnen Hilfestellungen geben. Dazu gehören Frage wie: Welche Busverbindungen gibt es? Wie funktioniert der Fahrkartenautomat? Wo befinden sich die Haltesstellen?

Betty Mehrer (SPD), Seniorenbeauftragte in Weyarn, brachte es im Kreistag auf den Punkt:

Die Senioren sind eine stille Gemeinschaft. Sie schweigen lieber. Deshalb sind sie umso dankbarer für ein gutes Konzept.

Ein Konzept, dessen Umsetzung nun in der Verantwortung der Gemeinden steht, und dessen nächste Schritte auf Wunsch von Christine Dietl wohlüberlegt und vor allem geplant ablaufen sollten.

Senioren prägen südlichen Landkreis

Die Notwendigkeit eines solchen Konzeptes ergibt sich aus den aktuellen Statistiken. So prägen im Tegernseer Tal Senioren das Ortsbild. Die meisten Alten leben dabei in Rottach-Egern. Mehr als jeder Dritte ist über 65 Jahre alt. Laut Statistik sind es 36,3 Prozent der Bürger, gefolgt von Tegernsee mit einem Anteil von 33,3 Prozent. Die Seniorenquote in Bad Wiessee beträgt 30,8 Prozent, in Kreuth 28,3 Prozent und in Gmund sind es 26,3 Prozent.

Außerhalb des Tales sinkt die Quote der Silberager über 65 Jahre. In Waakirchen sind es nur noch 21,1 Prozent, in Holzkirchen leben mit 17,6 Prozent die wenigsten Senioren im Landkreis Miesbach.


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