100.000 Euro für die Umwelt

von Nina Häußinger

Mehr Strom und Wärme durch erneuerbare Energien beziehen – das wollen viele Kommunen und Städte. Auch Tegernsee befasste sich jüngst mit dem Thema. Eins ist klar – die Hauseigentümer sind gefordert.

Tegernsee will vor allem die Bürger ins Boot holen, um die erneuerbare Energie in der Stadt zu fördern
Tegernsee will vor allem die Bürger ins Boot holen, um die erneuerbare Energie in der Stadt zu fördern

Der Plan: Bis 2035 Strom und Wärme ausschließlich durch erneuerbare Energien erzeugen. Das ist das große Ziel der Energiewende Oberland. Auch der Landkreis Miesbach arbeitet daran und hat einen Klimaschutzplan erstellen lassen. Kommunen im gesamten Landkreis können jetzt einen sogenannten Energienutzungsplan in Auftrag geben. Dabei werden die genauen Daten der Kommunen ermittelt, um dann effizient an der Umsetzung zu arbeiten.

Auch der Tegernseer Stadtrat beschäftigte sich bei seiner letzten Sitzung mit diesem Konzept. Die Stadt investiert schon jetzt jährlich 100.000 Euro in die energetische Sanierung von Gebäuden. Eine Prioritätenliste wird nach und nach abgearbeitet – beispielsweise werden alle Lampen vom E-Werk durch LED ersetzt.

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Macht ein Energienutzungsplan Sinn?

Die Erstellung eines Energienutzungsplans durch ein Ingenieurbüro kostet pro Kommune zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Die Regierung von Oberbayern unterstützt das Projekt und übernimmt 70 Prozent der Kosten. Damit würden für Tegernsee noch rund 10.000 Euro übrig bleiben. Doch nicht alle Stadträte waren begeistert von der Idee. Auch Bürgermeister Johannes Hagn hatte zunächst Zweifel.

Wenn der überwiegende Anteil an Gebäuden in der Stadt im Privatbesitz ist, stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit eines solchen Plans.

Analysiert werden sollen laut Veronika Weber, Klimamanagerin des Landratsamts und Elisabeth Freundl, Projektkoordinatorin der Energiewende Oberland, alle Gebäude der Stadt. Dann gehe es natürlich darum, die Bürger mit ins Boot zu holen. Doch auch da hatte Hagn Bedenken. Schon jetzt würden Energieberatungen und Spaziergänge mit der Wärmebildkamera nicht gut angenommen. „Da haben wir Null Resonanz“, so der Rathaus-Chef. Er würde sich bei der Durchführung dann auch Unterstützung von Expertenseite wünschen.

Hagn denkt außerdem über eventuelle Zwischenschritte nach. Er plädierte zunächst für eine Umstellung der Ölheizungen auf Erdgasanlagen. Auch das könne man in einem Konzept berücksichtigen, beteuern die Expertinnen. Außerdem war dem Stadtrat wichtig, den Bürger von Anfang an abzuholen. „Man muss beim Bürger Eigeninitiative erreiche“, so Thomas Mandl (SPD). Das bestätigt auch Peter Friedrich Sieben (FWG):

Die Sache steht und fällt damit, dass der Einzelne weiß, was er für einen Nutzen hat. Wenn das zu allgemein analysiert wird, sollten wir die Finger davon lassen.

Am Ende überzeugten die Expertinnen den Stadtrat mit ihrem Vortrag. „Was mich überzeugt hat ist, dass man kein imaginäres Ziel verfolgt und dass man sich auch durch Zwischenschritte weiterentwickeln kann“, so Hagn abschließend.

So beschloss der Rat die Erstellung eines Energienutzungsplans mit einer Gegenstimme. Jetzt wolle man sich zunächst Informationen von den Gemeinden holen, die schon ein Konzept erstellen haben lassen. Dazu gehört neben Otterfing, Weyarn und Fischbachau auch Bad Wiessee.

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