Gemeinde Kreuth:
2024: Die Renaissance des Plumpsklos?

Am Wanderparkplatz Klamm Nord stand über den Winter 2022/2023 eine Test-Bio-Toilette. Die Gemeinden im Landkreis Miesbach und die Regionalentwicklung Oberland wollen das Bio-Klo salonfähig machen.

Sieht ansprechend aus: das biologische Klo am Wanderparkplatz Klamm in Kreuth. Foto: Gemeinde Kreuth.

Biologisch und geruchsfrei

Das Wasserklosett ist bei uns fast überall verbreitet, aber wegen des Anschlusses an die Kanalisation eben doch nicht überall möglich. So zum Beispiel in der freien Natur: Wer hier beim Wandern oder Spazieren in Kreuth vor einem dringenden Kloproblem stand, hatte Glück. Die Gemeinde Kreuth hat an ihrem Wanderparkplatz Kreuth Klamm Nord vorgesorgt. Hier stand mehrere Monate eine Bio-Toilette, präzisiere: eine Trockentoilette.

Was ist eine Trockentoilette?

Ein wesentlicher Unterschied zum Plumpsklo ist, dass die Fäkalien nicht in die Jauchegrube laufen, sondern Urin und Kot gehen verschiedene Wege – sprich in unterschiedlichen Behältern aufgefangen wird. Auf das “große Geschäft” kommt Klopapier und Sägespäne, das soll den Geruch mildern.

Welche Vorteile hat die Trockentoilette? 

Für die Gemeinden ist eine Trockentoilette eine günstige Variante, denn sie funktioniert ganz ohne Wasser, Kanalisation und ohne Chemikalien. Trockentoiletten sind also umweltfreundlich und wassersparend zugleich. Wenn man sich vor Augen hält, dass wir circa ein Drittel unseres Trinkwasserverbrauchs im Klo hinunterspülen, wird so eine Menge Wasser gespart. Doch das ist nicht der einzige Vorteil: Die gesammelten Ausscheidungen kommen gar nicht erst mit Abwasser in Berührung.

Klo-Testphase abgeschlossen

Von Herbst 2022 bis Frühjahr 2023 war die Testphase der Trockentoilette in Kreuth. Auch der Kreuther Bürgermeister, Josef Bierschneider, befürwortet das Trockenklo am Wanderparkplatz. Es sei auch sehr ansprechend gestaltet worden. Ja, auch Gäste und Nutzer der Renaissance-Toilette waren begeistert. “Es gab sehr positive Gästefeedbacks, keinen Vandalismus und eine gute Servicierung”, so Thorsten Schär von der Regionalentwicklung Oberland, zuständig für den Bereich Tourismusentwicklung.

Planung 2024: Quo vadis?  

Die Bio-Toiletten sollen an über 20 Standorten aufgestellt werden. Dafür braucht es aber finanzielle Unterstützung, wie die sogenannte LEADER-Förderung. Ein Förderprogramm der EU. Das soll Ende Dezember entschieden werden. Und ja, vielleicht gibt es 2024 dann noch mehr Bio-Toiletten im Landkreis.

EU-Leader-Projekte

Ziel der von der EU-geförderten LEADER-Projekte ist es, die Entwicklung der ländlichen Regionen zu fördern.  
Im Mittelpunkt stehen hierbei die Zusammenarbeit zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren in der Region. Mit dem LEADER -Programm unterstützt auch das Bayerische Staatsministerium die ländlichen Regionen.

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