– Bundespolizei fasst mutmaßlichen Schleuser:
3000 Euro für einen Platz im Kofferraum

Mit zwei Menschen im Kofferraum brauste ein Autofahrer der Bundespolizei davon, als diese ihn kontrollieren will.

Mutmaßlicher Schleuster gefasst – der Kontrolle wollte er erst entgehen. Symbolbild / Foto: Stefan Schweihofer

Aschau / Rosenheim: Die Bundespolizei hat am Montag (22. April) in Aschau im Chiemgau einen mutmaßlichen Schleuser gefasst. Die vorausgegangene Fahrweise des Moldauers war in hohem Maß riskant. Zwei der insgesamt fünf Geschleusten befanden sich während der gefährlichen Fahrt im Kofferraum.

Am frühen Montagmorgen wollten Fahnder der Bundespolizei die Insassen eines Autos mit polnischen Kennzeichen kontrollieren, – kurz hinter dem Grenzübergang bei Sachrang. Der Autofahrer bremste abrupt ab, um dann zu beschleunigen, so schildert es die Bundespolizeiinspektion Rosenheim in einer Meldung.

Trotz Schneeregens und Temperaturen um den Gefrierpunkt raste er auf der Landstraße davon. Dabei wechselte der mutmaßliche Schleuser wiederholt die Fahrspur und fuhr über weite Strecken auf der falschen Straßenseite. Durch das Aschauer Ortsgebiet raste er mit etwa 90 Kilometern in der Stunde. Schließlich folgte der Fahrer dem Streifenwagen-Signal „Stop Polizei“, sodass er an einer Tankstelle kontrolliert wurde.

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Fünf junge Menschen im Auto – zwei davon im Kofferraum

Der Mann wies sich mit einem moldauischen Pass aus. Beim Blick in das Wageninnere fielen den Bundespolizisten neben den drei erwachsenen Mitfahrern auf der Rückbank auch noch ein Jugendlicher und ein Mann auf, die im Kofferraum saßen. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich bei um vier Syrer im Alter von 15, 18, 21 und 24 Jahren sowie eine 19-jährige Somalierin, laut Polizeimeldung. Papiere führten sie nicht mit. Der Fahrer wird beschuldigt, “Ausländer unter lebensgefährdenden Bedingungen” nach Deutschland gebracht zu haben. Er soll keine Angaben zum Tatvorwurf gemacht haben.

Organisierte Bande?

Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei in Rosenheim zufolge handelt es sich bei der Fahrt um die letzte Etappe einer organisierten “Schleusertour”. Laut einem der Mitfahrer stieg die fünfköpfige Gruppe in Slowenien in das Auto. Der Fahrer soll vorgegeben habe, dass auch der Kofferraum zu besetzen sei. Pro Person hätte allein dieser Schleusungsabschnitt über 3.000 Euro gekostet.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 24-jährige Syrer unmittelbar nach Österreich zurückgewiesen. Der 21- und der 18-Jährige sollen nach Kroatien rückgeführt werden, da sie dort bereits, wie mithilfe ihrer Fingerabdrücke nachvollzogen werden konnte, registriert worden waren. Der Obhut des Kreisjugendamts wurde der Minderjährige anvertraut. Die somalische Staatsangehörige stellte ein Schutzersuchen. Sie wurde an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet.

Den mutmaßlichen Schleuser aus der Republik Moldau führte die Bundespolizei am Montagnachmittag beim Rosenheimer Amtsgericht vor. Der 25-Jährige ist in Untersuchungshaft.

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