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Bad Wiessee startet intensive Verkehrsüberwachung

Vom Blitzer getroffen

Von Nina Häußinger

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Pech für Fahrer mit Bleifuß. Bad Wiessee startet seinen Blitz-Marathon. An zehn Standorten drohen ab 30. April „schöne Fotos“. Scharfe Strafen für Raser? Ist das nicht übertrieben, wo neu geschaffene 30-er Zonen sowieso schon das Tempo drosseln.

In Bad Wiessee sind die Straßen inzwischen zu circa 40 Prozent mit Tempo 30 beschränkt. Unabhängig davon hat sich die Gemeinde entschieden, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland beizutreten. Diese Einrichtung soll der Gemeinde die Aufgabe abnehmen, Verkehrskontrollen durchzuführen. „Wir haben zuvor schon Kontrollen gemacht, aber unsere Kapazitäten haben nicht ausgereicht“, meint Geschäftsführer Michael Herrmann.

Blitzer stehen an zehn verschiedenen Stellen

Der Zweckverband führt ab Mittwoch, zusätzlich zur Polizei Bad Wiessee, Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Ortsbereich durch. An zehn Stellen werden für 10 bis 20 Stunden im Monat Blitzer aufgestellt. Zwei davon in der neu eingerichteten 30er-Zone. Der Verband stimmt sich dabei mit der Polizei Bad Wiessee ab, damit es nicht zu Überschneidungen kommt.

Die Überwachung des fließenden Verkehrs durch den Zweckverband kostet die Gemeinde 95 Euro pro Stunde. Jeder Fall, der bearbeitet wird – das berüchtigte Blitzer-Foto zum Beispiel – kostet zusätzliche sechs Euro – wobei Wiessee als Mitglied dann einen Teil zurückbekommt, erläuterte der Geschäftsführer des Zweckverbands, Michael Braun.

Interkommunale Zusammenarbeit nennt Bürgermeister Peter Höß dieses Konzept, das mittlerweile viele Gemeinden im Landkreis nutzen. Bei den Kontrollen geht es Gemeinde und Verband aber nicht darum, möglichst viel Geld einzunehmen, sondern die Sicherheit im Ort zu fördern. Deshalb denkt man auch über eine Veröffentlichung der Blitzerstandorte nach, wie es beispielsweise in Bad Tölz schon der Fall ist. „Eine Veröffentlichung wäre in Ordnung. Sinn und Zweck ist es, dass die Sicherheit gewährleistet wird“, meint Wolfgang Strobl von der Polizei Bad Wiessee.

Die Autofahrer sollen aktiv vor den neuen Blitzstellen gewarnt werden.
Die Autofahrer sollen aktiv vor den neuen Blitzerstellen gewarnt werden.

Und auch Michael Braun ist dieser Ansicht. „Die Leute wissen es dann und fahren anders“, erklärt er. Um die Bürger in den nächsten Wochen auf die neue Situation vorzubereiten, wurden schon zwei Banner mit der Aufschrift „Donnerwetter, bald blitzt’s“ in Wiessee aufgestellt. Zwei weitere folgen.

Die Einrichtung von 30er-Zonen in Teilen von Bad Wiessee sollte mehrere Verbesserungen mit sich bringen: Zum einen, und das war wohl das Hauptziel, sollte der Verkehr in den Nebenstraßen beruhigt werden. Zwischen Auer Straße und Freihausstraße war zuvor das Tempolimit 40 vorgegeben. Für eine weitere Drosselung entschied man sich in erster Linie aufgrund einer Unterschriftensammlung der Anwohner, die sich über Raserei in diesem Bereich beschwerten.

Zum anderen war ein angenehmer Nebeneffekt, dass zahlreiche Schilder demontiert werden konnten, die zuvor das Ortsbild nicht wirklich verschönert hatten. Seit der neuen Temporegelung gilt im gesamten Bereich rechts vor links. Viele vorfahrtsregelnde Schilder konnten abgeschraubt werden. „In München sind 80 Prozent der Nebenstraßen zu Tempo-30-Zonen gemacht worden. Dieses Argument hat bei mir gewirkt“, meint Bürgermeister Peter Höß.

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