Reisebüro am Tegernsee ohne Anfragen
“Absoluter Stillstand” im Reisebüro

von Filiz Eskiler

Es gilt eine weltweite Reisewarnung. Der Tourismus wird damit erheblich eingeschränkt – besonders für die Reisebranche eine Horrorvorstellung, die zur Realität wurde. Der Betreiber des “Reisebüros am Tegernsee” erzählt von der Situation im absoluten Stillstand.

Reinhard Reiss ist der Geschäftsleiter von “Reisebüro am Tegernsee” – und erzählt vom absoluten Stillstand. / Quelle: Reinhard Reiss

Weltweite Reisewarnungen – der Sommerurlaub im Ausland fällt wohl ins Wasser. Für Reiseunternehmen ein Schlag ins Gesicht. Reinhard Reiss ist Geschäftsführer des Online-Reisebüros „Reisebüro am Tegernsee“. Auf Anfrage nimmt er sich die Zeit, die Situation in der Reisebranche zu verdeutlichen. „Ist eh nichts los“, sagt er lachend am Telefon.

Stornierungen statt Buchungen

Reiss ist bestürzt, sauer, aber – auf Grund der Umstände – natürlich auch verständnisvoll. Er erzählt von einem „absoluten Stillstand“ in seinem Büro:

Es sind keine Anfragen da, eher Stornierungen. Ich weiß nicht wann es wieder losgeht. Für Deutschlandreisen sind wir nicht so der Ansprechpartner, weil wir mehr Flugreisen haben. Das wird schätzungsweise erst später wieder kommen.

Flüge buchen könne man zwar noch, aber es sei nicht sichergestellt, dass diese überhaupt stattfinden. „Das ist alles unter Vorbehalt, auf gut deutsch gesagt“, so Reiss. Bei den meisten Veranstaltern können Gäste kostenlos umbuchen.

Kaum Unterstützung

In den letzten Wochen wurde mehrfach berichtet, Reisebüros müssen Provisionen zurückzahlen. Das ist beim Reisebüro am Tegernsee noch nicht der Fall. Der Geschäftsleiter erklärt: „Bei meinem Büro werden Provisionen erst bezahlt, wenn die Kunden abreisen, darum ist da nichts vorher schon geflossen“.

Finanziell gesehen sei es nichtsdestotrotz eine Horrorsituation – Buchungen die schon seit Monaten stehen, werden plötzlich storniert. Da es sich beim “Reisebüro am Tegernsee” um einen Ein-Mann-Betrieb handelt, Reiss also keine Angestellten hat, sieht es auch bei der finanziellen Unterstützung schlecht aus. Ob diese ausreichend sei? – „Nein, nein überhaupt nicht“, so Reiss. Weiter erklärt er:

Wenn die Reisewarnung weiter besteht, dann sollte im Juni vielleicht nochmal ein Nachschub kommen.

Wie lange die Warnungen letztlich noch bestehen, wisse man nicht. Vorerst gelte sie bis einschließlich 14. Juni 2020 – eine Verlängerung ist gut möglich.

Es komme auf den Verlauf des Virus an, weiß der Geschäftsführer. Und damit meint er nicht nur in Deutschland – er ist auch abhängig von der Entwicklung in den Reisezielen der Deutschen. Wie entwickelt sich Spanien, Italien oder Kroatien – wann und wie werden Grenzen und Tourismus geöffnet? „So wie es ausschaut, wird da vor Herbst nichts gehen“, befürchtet Reiss.


Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus