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Lisa Bernauer mit erster Indoor-Hundeschule im Landkreis

“Aggression ist kein Fehler am Hund”

Von Nina Häußinger

“Hunde entwickeln oft da ein Fehlverhalten, wo der Mensch Schwächen hat”, davon ist die Hundetrainerin Lisa Bernauer überzeugt. Sie will genau da ansetzen und die Hundebesitzer abholen. Dazu erweitert sie nun das Team ihrer Indoor-Hundeschule in Miesbach und ihr Angebot um ein weiteres Highlight im Landkreis.

Lisa Bernauer im Außenbereich ihrer Hundeschule in Miesbach

Keine Hundewiese mit sprintenden Vierbeinern, keine Rennspiele alla „Hol den Ball“, keine Welpenrunden und ganz bestimmt kein Kaffeeklatsch zu Beginn der Stunde. Wer Lisa Bernauer in ihrer Indoor-Hundeschule in Miesbach besucht, merkt sehr schnell, worum es ihr in der Hund-Mensch-Beziehung geht. Um Ruhe und Vertrauen, um die Bindung zwischen Tier und Halter und darum, die eigenen Schwächen zu erkennen.

Lisa ist zertifizierte Hundetrainerin, hat zahlreiche Seminare und Prüfungen absolviert und bildet für den Bayerischen Hundeverband auch selbst Hundetrainer aus. Ihr Gefühl, ihre Leidenschaft und ihr Wissen hat sie aber ganz woanders her. „Ich habe erst die Praxis gelernt. Die Theorie kam später.“

Durch ihre Mutter wuchs sie mit Hunden auf. Mit zwölf bekam sie ihren ersten eigenen Rottweiler. „Ich habe alle Hundesportarten ausprobiert, die es gibt“, sagt Lisa. Hundetrainerin, wie ihre Mutter, wollte sie aber eigentlich nie werden. Trotzdem hat sie sich eingebracht und vor allem die Kunden betreut, die aus der Norm fielen. „Ich hab immer die Spezialfälle abbekommen“, erinnert sie sich.

Aggression ist kein Fehler am Hund

Und das ist bis heute ihre Leidenschaft geblieben. Seit 2010 arbeitet sie selbstständig im Einzeltraining mit Hunden. „Aggression war schon immer ein Thema, das mich begeistert und fasziniert hat.“ Dabei ist es ihr wichtig, dass die Menschen verstehen, dass Aggression kein Fehler am Hund ist, sondern zum Spektrum eines Hundes einfach dazu gehört. Für Lisa spielt deshalb vor allem die Beziehung zwischen den beiden Partnern eine entscheidende Rolle.

Hunde entwickeln oft da ein Fehlverhalten, wo der Mensch Schwächen hat. Und es macht mir ganz viel Freude, die Leute da zu begleiten und ihnen rauszuhelfen.

Lisa geht den Problemen auf den Grund, schaut genau hin – vor allem beim Menschen. Sie bezeichnet den Hundeführer eher als „Leader“. „Sich selbst führen, um den Hund führen zu können“, das ist ihre Devise.

Sie ist der Meinung, dass heute vor allem so viele Menschen Probleme mit ihren Hunden haben, weil sich die Zeiten einfach verändert haben. Die Tiere leben nicht mehr selbstverständlich im Familienkomplex, der Hund fungiert als Partner- oder Kinderersatz und der Mensch hat sehr viele Erwartungen. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft sei es aber umso wichtiger, dass “ich der Fels in der Brandung bin, dem Hund Halt und Strukturen gebe und ihn mit wachsender Kompetenz in die Freiheit entlasse – nicht andersherum.”

Die 35-Jährige scheint genau dieser Fels in der Brandung zu sein – für den Hund, aber vor allem für den Menschen. Sie holt die Hundebesitzer da ab, wo sie an Grenzen stoßen. Dabei hilft ihr ihre praktische Erfahrung. „Ich glaube ich bin viele Wege gegangen und habe viele Sackgassen genommen. Ich weiß aber heute ganz sicher, was funktioniert und was nicht“, sagt Lisa.

Das Team wird größer

Mittlerweile ist Lisa nicht mehr alleine. „Ich habe ein Team, das sich auch genau in diese Richtung entwickelt.“ Den 31-jährigen Patrick Schallmoser hat sie im vergangenen Jahr zum Hundetrainer ausgebildet. Er unterstützt sie mit Kursen zu Themen wie Ruhe, Vertrauen und Impulskontrolle oder Einzelstunden.

Ruhe und Vertrauen stehen bei den Stunden von Lisa Bernauer und ihrem Team im Fokus

Ganz neu dabei ist Kristin Kampe (34). Sie erweitert die Hundeschule um eine Tagesbetreuung. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag können Frauchen und Herrchen ihre Hunde hier abgeben. „Wenn jemand einen wichtigen Termin hat, kann er seinen Hund herbringen. Aber auch für Berufstätige ist das Angebot als eine Art Kita für Hunde gedacht“, erklärt sie. Dann wird Gassi gegangen, geübt und geschlafen. Auch einen kleinen Außenbereich gibt es.

Lisa hat sich mit ihrer Indoor-Schule einen Traum erfüllt. „Das hier macht mir einfach große Freude, weil man viel stressfreier und ohne Ablenkung starten kann.“ Manchmal geht es dann aber doch nach draußen.

Vor zwei Wochen war die Gruppe beim Sup-Board-Fahren am Schliersee. „Das war eine tolle Stunde.“ Dabei gehe es nicht in erster Linie um das Supen an sich – sondern viel mehr um das Vertrauen zwischen Mensch und Hund. Denn das ist es, worauf es ihrer Meinung nach am Ende ankommt.


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