Alkoholverbot an Wiesseer Seepromenade

von Sascha Salmen

Bei schönem Wetter sind vor allem die Seepromenaden rund um den Tegernsee beliebt. Gerade abends kommt es dabei aber in letzter Zeit oft zu Problemen. Bad Wiessee zieht jetzt Konsequenzen.

An der Wiesseer Seepromenade soll stärker kontrolliert werden.

Die Seepromenade von Bad Wiessee ist gerade in den vergangenen Wochen und Monaten bei schönem Wetter ein beliebter Ort zum Spazierengehen. Allerdings haben auch Fälle von Sachbeschädigung in letzter Zeit an dieser Stelle zugenommen. Vor allem abends sitzen Jugendliche, Einheimische und Ausflügler gern am Seeufer und genießen das ein oder andere Bier. Dabei kam es offensichtlich zu Ausschreitungen. Am vergangenen Wochenende wurden sogar Parkbänke und Himmelsliegen im See versenkt. “Das sind Dimensionen, die man sich nicht ausmalen kann”, betont Bürgermeister Robert Kühn (SPD).

Die Gemeinde zieht nun deutliche Konsequenzen. Kühn spricht ein Alkoholverbot aus – und zwar für die gesamte Seepromenade. Zwischen 22.00 und 6.00 Uhr darf vorerst bis zum 31. Oktober kein Alkohol mehr am Seeufer in Wiessee getrunken werden. Mit dem erlassenen Alkoholverbot kann die Polizei Feiernde vom Platz weisen. “Es war mir wichtig, der Polizei zu ermöglichen, das besser zu kontrollieren und durchzugreifen”, erklärt Kühn seine Entscheidung, die ihm nicht leicht gefallen sei. Er weiß, dass er damit auch alle bestraft, die nur mal auf ein Bier am See sitzen wollen. Aber in den letzten Wochen habe sich ein regelrechter Tourismus entwickelt und die Promenade wurde als Art Feiermeile entdeckt.

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Dabei ist Bad Wiessee nicht die einzige Gemeinde, die gegen Vandalismus, Lärm und zu viel Alkohol mit einem Verbot reagiert. Die Stadt Tegernsee hat schon vor mehreren Jahren ein Alkoholverbot unter anderem für die Schwaighofanlage erlassen, in Rottach gilt seit 2019 ein generelles Alkoholverbot im Kurpark und vor dem Rathaus (wir berichteten).

Verstärkte Kontrollen durch Sicherheitsdienst

Eigentlich ist für eine solche Verordnung ein Gemeinderatsbeschluss notwendig. Der tagt allerdings erst im September wieder und „wir mussten schnell handeln“, beteuert Kühn. Gerade jetzt seien noch die letzten schönen Tage.

Doch das ist noch nicht alles: Die Gemeindeverwaltung hat zudem beschlossen, dass zusätzlich zur Bestreifung durch die Polizei künftig auch der Sicherheitsdienst Oberland Security mit Kontrollgängen beauftragt wird, um Vandalismus oder sonstiges Fehlverhalten zu verhindern. Somit wird der Sicherheitsdienst an der Seepromenade, der bislang nur das Fahrradfahrverbot kontrollierte, ab kommendem Wochenende samstags und sonntags sowohl am Nachmittag als auch in der Nacht zusätzliche Überwachungen durchführen.

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