Ein Einblick in die Tegernseer Schafsprämierung
Alles andere als dumm …

von Rose Beyer

Wer überlegt, sich ein neues Hobby zuzulegen, könnte darüber nachdenken, ein paar Schafe anzuschaffen. Die Vorteile liegen auf der Hand: sie sind genügsam, tolle „Rasenmäher“, super „Haustiere“ für Kinder und liefern außerdem neben Wolle auch noch Milch und Fleisch.

Eines ist klar: Schafe sind alles andere als dumm. Davon konnte man sich bei der Prämierung der besten Schafe in Tegernsee überzeugen.

Michael und Agnes Winterle sicherten sich gute Bewertungen mit ihren gefleckten Bergschafen

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Am Tag der Deutschen Einheit hatten Schafe der Schafhaltervereinigung Miesbach-Tegernseer-Tal e.V. einen wichtigen Termin in ihrem Kalender stehen – die Schafprämierung am Tegernseer Kohlhauf-Hof.

Auch ein Jungzüchter-Cup, eine Ausstellung der unterschiedlichen Schafrassen, die Verlosung eines lebenden, kleinen Lämmchens sowie natürlich allgemeiner Informationsaustausch standen auf dem Plan.

Der Schafhalterverein hatte eingeladen. Zahlreiche Betriebe waren der Einladung gefolgt und ihre Tiere – hauptsächlich weiße, schwarze, braune und gefleckte Bergschafe – mitgebracht. Und auch Brillen- sowie Alpine Steinschafe waren hoch zum Neureuth-Parkplatz gekommen.

Wichtiges Lebensmittel

115 Schafhalter zählt der Verein insgesamt. Der größte besitzt rund 30 Tiere, der kleinste etwa fünf. „Die Schafhaltung hat eine gewisse Bedeutung für die Region“, wie Michael Winterle vom Verein weiß. Insgesamt schätzt er die Anzahl der Schafhalter auf über 500 im Landkreis. Er und seine Familie finden es besonders gut, „dass Schafe unpolbar sind.“

Immer mehr Leute setzten sich – meist nebenberuflich oder als schönes Hobby – mit der Schafhaltung auseinander. Dabei ist diese auch für Nicht-Landwirte oder Kleinbetriebe eine optimale Möglichkeit der Tierhaltung. Zudem sind sie ein wichtiges Lebensmittel.

Katharina Walter und ihre weißen Bergschafe wurden Sieger bei den Jungzüchtern

Am 3. Oktober war man jedoch nicht nach Tegernsee gekommen, um die Tiere aufessen, sondern sie zu prämieren. Ein eigens angereister Richter nahm die Bewertungen in den einzelnen Kategorien vor. Bewertet wurden Bemuskelung, Wolle sowie äußeres Erscheinungsbild. „Das Gesamtpaket muss stimmen,“ so die Aussage eines Tegernseer Züchters.

Einfache Haltung

Die Familie Winterle ist dabei das Paradebeispiel dafür, dass man Schafhaltung gut als Hobby ausüben kann. Dreißig Schafe – hauptsächlich weiße und gescheckte Bergschafe – grasen im Sommer auf der Alm oder in Obstgärten. Zweimal im Jahr müsse man die Tiere scheren lassen, so Agnes Winterle.

Die Wolle kommt dann zur Weiterverarbeitung in eine zentrale Sammelstelle. Daneben „liefern“ Schafe auch die bei Kindern sehr beliebten Lämmer, außerdem Milch und Fleisch. Zudem schätzt man sie in der Landschaftspflege.

Wer jetzt auf den (Schaf-)Geschmack gekommen ist, dem raten Michael und Agnes Winterle, am besten mit drei Schafen “einzusteigen”. Im Sommer versorgen sich die Schafe meist selbst draußen auf den Weiden, im Tal oder auf der Alm. Im Winter müsse man pro Tier mit einem Verbrauch von einem großen Rundballen Heu für drei Monate rechnen. Ein wenig Stroh noch dazu und die genügsamen Tiere sollten schon zufrieden sein.

Die Bewertungen der Tegernseer Schafprämierungen im einzelnen:
Sieger bei den Jungzüchtern: Katharina Walter, Weißes Bergschaf
Gruppensieger aller Rassen: Leitner Franz jun., Tiroler Steinschaf
Wollsieger aller Rassen: Leitner Franz jun., Tiroler Steinschaf
Gewinner bei der Lamm-Verlosung: Familie Pirchmoser

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