Egerner Höfe werden zur Kunstbühne
Am Ende des Regenbogens in Rottach

von Sabiene Hemkes

Sich auf Kunst einzulassen, bedarf einer Menge Mut und Offenheit. Beides wird aber mit Freude und Genuss entlohnt. Das ist auch bei einer Skulpturenausstellung im Garten eines renommierten Rottacher Hotels nicht anders. Seid ihr mutig?

Eine Skulptur von dem niederländischen Eelco Brand – im Hintergrund die Besucher der Vernissage in den Egerner Höfen / Quelle: Jacqueline Krause-Burberg

Am letzten Freitag hatte das Parkhotel Egerner Höfe in Rottach-Egern gemeinsam mit der Rottacher Galerie RNP-fine arts zu einer Vernissage geladen. Ein Großteil der, wie bei Skulpturen üblich, oft überdimensional daherkommende Exponate finden bei dieser Ausstellung ihren Platz im Park hinter dem fünf Sterne Hotel. Als Kulisse die Bergwelt des südlichen Tegernsees und die Kühe auf der benachbarten Weide.

Kein zufälliges Aufeinandertreffen von Kunst und Natur, denn die Ausstellung wurde von Rebecca Niehues-Paas eigens für diesen Raum kuratiert. Niehues-Paas hat 2021, mitten in der Pandemie, ihre Galerie RNP-fine arts in Rottach eröffnet. Für die engagierte Galeristin aber kein Problem, wie sie berichtet:

Das war natürlich eine Herausforderung, aber dafür bin ich immer schon zu haben. Das schreckt mich nicht.

Niehues-Paas hat insgesamt zwölf bis zu drei Meter hohe Plastiken regionaler, internationaler und internationaler Künstler in der parkähnlichen Anlage verteilt. Vierzehn weitere Kunstwerke finden sich im Inneren der Egerner Höfe. An der Vernissage nahmen auch einige der ausstellenden Künstler teil, wie Hajo Forster, Johannes Schlögel, Serge Mangin, Luzius Ziermann und Marianne Durach.

Gruppenbild mit den anwesenden Künstlern: Hajo Forster, Johannes Schlögel, Serge Mangin, Luzius Ziermann, vorn Marianne Durach, dahinter Rebecca Niehues Paas, Direktor Anton Halbmayr, Tanja und Christian Ehrmann / Quelle: Jacqueline Krause-Burberg

Unter die geladenen Gäste mischte sich auch die Hausherrin des Luxushotels, Tanja Ehrmann.Sie war gerade zuvor samt Ehemann aus Paris angereist. Sie schien große Freude an der besonderen Veranstaltung im Hotel zu haben und bestätigte den Eindruck auf Nachfrage:

Ich freue mich sehr, dass wir bei uns im Hotel diese Ausstellung realisieren konnten. Wir wollen unser Hotel einfach zu einem ganz besonderen Ort machen – da passt eine Kunstausstellung ganz wunderbar in das Konzept.

Hoteldirektor Anton Halbmayr zeigt sich ebenfalls sehr erfreut über die Anwesenheit der „Kunst“ in seinem Hotel. Wie er meint, würden die Exponate den modernen und stilvollen Charakter der Architektur der Egerner Höfe auf wunderbare Weise unterstreichen. Halbmayr wünscht sich, dass neben den Hotelgästen auch viele Bewohner des Tals die Gelegenheit nutzen werden, die noch bis November laufende Ausstellung zu besuchen. Berührungsängste, die vielleicht durch das Flair eines Luxushotels auftreten, sieht der Hoteldirektor nicht, ganz im Gegenteil.”Wir freuen uns über jeden Besucher, der zu uns ins Restaurant kommt oder auf der Terrasse den Nachmittag mit den Kunstwerken verbringt.”

Damit meint Hablmayr unter anderem Exponate wie die beiden Bronze-Plastiken „Splitter 1“ und „Splitter 2“ des Pariser Bildhauers Serge Mangin. Oder auch die Plastiken von Herbert Hamak. Darunter das Werk „At the end of the rainbow“, das den Besucher gleich beim Betreten des Gartens begrüßt.

Am Ende des Regenbogens von Herbert Hamak. Darin von links: Hoteldirektor Anton Halbmayr, die Kuratorin der Ausstellung Rebecca Niehues-Paas und Tanja Ehrmann.

Niehues-Paas hat es geschafft, im Park, aber auch in den öffentlichen Räumlichkeiten der Egerner Höfe eine spannende Zusammenstellung der Werke einheimischer Maler und Bildhauer sowie internationaler Künstlern zu präsentieren.

Es macht einfach Spaß, sich auf den Weg zu machen und die so unterschiedlichen Exponate zu entdecken. So wie etwa den „Totem“ des italienischen Bildhauers Passalaqua, der so wunderbar, mit seinen aufgemalten Bäumen, mit dem echten Park, seinen Bäumen und der angrenzenden Kuhwiese, zu verschmelzen scheint. Doch wie immer gilt – die Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Daher unsere Empfehlung – geht einfach mal hin und erlebt die ausgestellten Werke in ihrer Umgebung. Das kann viel Spaß machen.


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