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Wie Holzkirchen die 50 Flüchtlinge integriert

Asylbewerber im Fokus

Von Linda Fischer

Etwa 50 Asylbewerber sollen Anfang August in Holzkirchen untergebracht werden. Die Integration der Neubürger stellt die Gemeinde vor neue Herausforderungen. Von wem und vor allem wie sollen die verschiedenen Aufgaben gehändelt werden? Holzkirchen will für die Ankunft gut vorbereitet sein. Rund 30 Ehrenamtliche stehen in den Startlöchern.

Asylsuchende werden in Holzkirchen willkommen geheißen.
Asylsuchende werden in Holzkirchen willkommen geheißen.

Die Wohncontainer als Unterkunft für die Asylbewerber in Holzkirchen warten auf ihre Auslieferung. Um die Aufnahme der Neubürger möglichst gastfreundlich zu gestalten, arbeiten Maria Korell, Integrationsbeauftragte des Markts Holzkirchen und ihre rund 30 ehrenamtlichen Helfer bereits seit Wochen.

Um die Koordination zu erleichtern, habe man einen sogenannten runden Tisch gegründet, sagt Korell. „Wir treffen uns auch regelmäßig mit dem Arbeitskreis Asyl im Landkreis.“ Doch über den genauen Termin der Ankunft weiß Korell nichts Genaues. „Wir bekommen immer erst ein paar Tage vorher vom Landratsamt Bescheid.“ Deshalb sei eine genaue, auf die Asylbewerber zugeschnittene Planung sehr schwierig. „Es handelt sich eigentlich um eine theoretische Vorbereitung“, so die Integrationsbeauftragte.

Da sie und ihr Team nicht wisse, wer kommt, ob Familien, Singles, Jugendliche, sei es sehr schwierig, Hilfsgüter zusammenzustellen. „Wir fangen im Moment noch nicht an zu sammeln“, erklärt sie. Erst wenn die Leute da seien, stelle sich heraus, was exakt benötigt werde. „Was wir bestimmt brauchen, sind Fahrräder.“ Der Standort der Container liege etwas weiter weg vom Zentrum, und Mobilität sei wichtig.

Holzkirchen ist gut vorbereitet

Für Hilfen im Alltag teilen sich die Ehrenamtlichen auf: „Der eine bietet Sprachkurse an, der andere kümmert sich um ein Sportangebot für Kinder und Jugendliche, wieder andere haben angeboten, beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen unter die Arme zu greifen.“ An oberster Stelle stehe für die Integrationsbeauftragte und ihr Team das Wissen über die Gesetzeslage: „Asylbewerber haben eine Lagerpflicht, eine Residenzpflicht und ein neunmonatiges Arbeitsverbot.“ Um zu wissen, „was sie dürfen und was nicht“, sei Information extrem wichtig.

Alles andere an Planung ist eben fiktiv.

Im Moment sei Holzkirchen für die Ankunft der Neubürger sehr breit aufgestellt. „Alle helfen zusammen, die Kirchen, Sportvereine, Privatleute.“ Allein im Landkreis gebe es derzeit weit über 200 Ehrenamtliche. Wichtig sei, „die Hilfe zu kanalisieren“. Sonst bestehe die Gefahr, „dass man zu Tode hilft“.

Auch Weyarn integriert rund 30 Flüchtlinge

Erste Erfahrungen macht bereits die Nachbargemeinde Weyarn. Dort leben seit Mitte Mai im ehemaligen Gasthof Pritzl in Thalham zirka 30 Menschen aus sieben verschiedenen Nationen. Um den Helferkreis und damit die Bewohner des Asylbewerberheims kurzfristig zu unterstützen, machte der Gemeinderat kürzlich 3000 Euro aus seinen Sozialfonds locker.

Um die Integration zu erleichtern, haben sich in Weyarn spontan Bürger engagiert. Dort standen ähnliche Probleme an wie in Holzkirchen. Eines der drängendsten war die Frage nach der Mobilität. Da Thalham einige Kilometer von Weyarn entfernt liegt, war eine der Aufgaben, einen Fahrdienst aufzubauen. In Holzkirchen wird das als weniger notwendig erachtet.

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