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Realschule Tegernseer Tal wird "Referenzschule für Medienbildung"

Ein Stück Zukunft des Lernens

Von Rose Beyer

Sich abends mit dem Lehrer für eine halbe Stunde zum Chat verabreden, um letzte Fragen loszuwerden. Abstimmungen online zum nächsten Klassenausflug. Ein Feedback-Forum. Den Aufsatz online abgeben.

Keine Zukunftsmusik, sondern moderner Unterricht an der Realschule Tegernseer Tal. Sie ist die zweite Realschule in Oberbayern, die sich für das Projekt „Referenzschule für Medienbildung“ qualifiziert hat.

Schwor die Schulfamilie auf das Projekt ein: Schulleiter Stefan Ambrosi.
Schwor die Schulfamilie auf das Projekt ein: Schulleiter Stefan Ambrosi.

Heute Nachmittag fand die Auftaktveranstaltung für das Projekt statt. „Da geht was los“ – Schulleiter Stefan Ambrosi verglich seinen Wunsch, wie sich das Vorhaben am besten gestalten sollte, mit einem mitreißenden Auftakt eines Musikstücks. Statt passivem Über-sich-ergehen-Lassen wünsche er sich eine aktive Teilhabe. Die Bewerbungsphase sei geschafft, jetzt gehe es daran, die Qualität des Lernens noch weiter zu verbessern.

Landkreis, Sparkasse und private Förderer finanzieren mit

Weil die Medien immer mehr Teil der Welt der Schüler werden, sei es wichtig, aktive Medienbildung zu betreiben. „Bei uns entwickelt sich schon vieles“, berichtete er von den Aktivitäten, die die Schule bereits umsetzt.

Neben verschiedensten Wahlfächern von Bücherei bis Robotik oder einer Schülerzeitung lernen Schüler der 5. Jahrgangsstufe, wie man besser lernt. Schüler der 5. und 6. Klasse bewerten gelesene Bücher per Internetplattform, und Schüler der 7. Klasse erlangen den sogenannten Medienführerschein. Vize-Landrat Arnfried Färber lobte in seiner Rede dann auch das vorbildliche Engagement der Realschule:

Sie macht auf sich aufmerksam – sie lässt von sich reden.

Auch Michael Marx von der Sparkasse Bad Wiessee, der gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Königer gekommen war, war voller positiver Worte. Als einer der größten Ausbilder im Landkreis habe das Bankinstitut natürlich ein großes Interesse an einer möglichst guten Bildung der Jungen und Mädchen.

Als Sponsoren für die benötigte Hardware kann sich die Schule auf die beiden Förderer – Landkreis und Sparkasse – verlassen. Mit der Unterstützung konnte die Schule verschiedenste Hardware anschaffen, die für den täglichen Unterricht gebraucht wird. 40 neue Tablets, Laptop, Beamer, Dokumentenkamera, Weißwandtafel und Lautsprecher stehen bereit, damit die Jungen und Mädchen mit Medien leben lernen.

 Bei der symbolischen Scheckübergabe (v. li.): Nadine Buchner, Stefan Ambrosi, Michael Marx, Rosmarie Kohl, Arnfried Färber.
Bei der symbolischen Scheckübergabe (v. li.): Nadine Buchner, Stefan Ambrosi, Michael Marx, Rosmarie Kohl, Arnfried Färber.

Hundert neue Schüler bekommt die Realschule zu jedem Schuljahresbeginn. „Und damit mindestens hundert Erwachsene, die eine Angst mit sich tragen, ihr Kind könnte sich im Mediendschungel verlaufen“, so Konrektor Tobias Schreiner.

Die Neuen sind dabei noch nicht einmal die Zielgruppe, denn der „richtige“ Medienkonsum beginnt etwa in der 7. Klasse. In diesem Alter besitzt mittlerweile fast jeder Jugendliche ein Handy und einen eigenen Internetzugang.

Lehrplanübergreifende Medienbildung für alle

Doch erst einmal geht es darum, das Ganze im Unterricht zu implizieren. Bereits jetzt – wo die Schüler noch in den Wiesseer Containern untergebracht sind – geht es los. Später soll es möglich sein, in jedem Raum kabellos ins Internet zu gelangen. Aktuell arbeitet man sowohl im Medienraum am Projekt als auch in den Klassenzimmern. Dabei soll die Medienbildung in jeder Klasse und in jedem Fach den „normalen“ Lehrplan ergänzen.

Wie das Ganze im Unterricht aussieht, veranschaulichte Tobias Stang auf praktische Weise, indem er die neuen Medien gleich gebrauchte. In der 9. Jahrgangsstufe, wenn beispielsweise die Entstehung der Alpen durchgenommen werde, könne der Lehrer zuerst eine Folie auflegen, dann per Laptop und Beamer einen Onlinefilm zeigen – direkt aus der Mediathek –, anschließend Details via Dokumentenkamera auf jeden Schüler-Arbeitsplatz bringen und dann auf das dazugehörige Arbeitsblatt umstellen.

Tobias Stang (li.) und Tobias Schreiner bei der praktischen Präsentation.
Tobias Stangl (li.) und Tobias Schreiner bei der praktischen Präsentation.

Lebendiges Lernen könnte man diese Methoden wohl nennen. Zudem sollen die Kinder aber auch verstehen, mit ihrem „digitalen Ich“ umzugehen, mithin lernen, wie man sich online „bewegt“, ohne zu Schaden zu kommen. Denn viele Gefahren lauern im Internet: von Cyber-Mobbing bis zur finanziellen „Abzocke“ oder dem Verbreiten privater erotischer Bilder, dem sogenannten Sexting.

Wichtig sei, dass die Kinder angeleitet werden, wie sie sich sicher im Internet bewegen. Eine elterliche Kontrolle im jungen Alter sei unbedingt notwendig, denn die Jugendlichen können diese Öffentlichkeit nicht einschätzen. Eine Kompetenz, die nach fünf Jahren Realschule zukünftig jeder besitzen könnte.

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