Bewegung ist Leben – Wissenschaftstage zu Wohlstandskrankheiten

Von Nicole Posztos

Ergänzung vom 21. November / 12:56 Uhr
Im Rahmen der 10. Tegernseer Wissenschaftstage hatte der Medical-Park zur Eröffnungsveranstaltung geladen. Mit dem Motto „Bewegung ist Leben“ gab Dr. Thomas Wessinghage, ärztlicher Direktor der Klinik und selbst ehemaliger Profiläufer einen umfassenden Einblick in die Folgen unserer Wohlstandsgesellschaft.

Die Zahlen schockieren. Zeigen sie doch die Auswirkungen einer jahrzehntelangen, oft falschen Lebensweise. Seit Jahren, so machte Wessinghage in seinem Vortrag klar, seien in Deutschland Krankheiten wie Herzinfarkt (jährlich rund 280.000) und Schlaganfall (ca. 200.000 pro Jahr) die häufigsten Todesursachen.

Von links: Dr. Marc-Denis Weitze, Prof. Dr. Thomas Wessinghage und Peter Janssen eröffneten die 10. Wissenschaftstage 2011.

Wohlstandserkrankungen erscheinen auf den ersten Blick wie eine Art gesundheitliches Kavaliersdelikt. Zeichnen sich bei näherem Hinsehen jedoch durch dramatische Konsequenzen aus.

Neben Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten ist vor allem Diabetes für schwerwiegende Krankheiten verantwortlich.

So kann beispielsweise jedes zweite Nierenversagen in der Bundesrepublik auf den sogenannten Diabetes mellitus zurückgeführt werden (jährlich 5.500).

6.000 Menschen erblinden pro Jahr aus demselben Grund und rund 30.000 Amputationen werden allein in Deutschland jährlich bei Diabetikern durchgeführt.

Bewegung, Umdenken und Eigenverantwortung

Bewegung sei laut Wessinghage die wichtigste und wirksamste Maßnahme, die jeder Einzelne gegen diese Krankheiten ergreifen kann. Bewegung wirke auf ganzer Linie, gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Krankheiten, gegen Krebserkrankungen und stressbezogene Krankheiten:

Bereits ein bisschen Bewegung, nur wenige Schritte, die regelmäßig pro Tag zu Fuß zurückgelegt werden, haben eine schützende Wirkung. Schon bei einem minimalen zusätzlichen Energieverbrauch von 500 kcal pro Woche stellt sich ein messbarer Schutzeffekt ein. 500 kcal, das bedeutet ca. 1 km Gehstrecke pro Tag.

Wessinghage macht klar, dass nachweisliche Effekte der Bewegung bei Brustkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs und vor allem beim Dickdarmkrebs eintreten. Und so lautete sein eindringlicher Appell im Rahmen des Eröffnungsvortrags am Medical Park Bad Wiessee auch: „Umdenken und bereit sein, Eigenverantwortung für die Gesundheit übernehmen.“

Ursprünglicher Artikel vom 9. November:

„Forschung für unsere Gesundheit“, so das Motto des Wissenschaftsjahres 2011 in Deutschland. Die Wissenschaftstage Tegernsee am kommenden Wochenende (11. – 13. November) nehmen dieses Thema auf und bringen es ins Tal.

Was ist zu tun, wenn wir möglichst lange möglichst gesund bleiben wollen? Welche Medikamente und Therapien werden uns in Zukunft helfen?

Quelle: Institut für Pathologie des Klinikums Bogenhausen

Spannende Fragen, die von den Veranstaltern von Freitag bis Sonntag unterschiedlich beleuchtet werden. Exkursionen, Führungen, Besichtigungen, Vorträge, Diskussionen und Filme.

Von Naturheilverfahren, Heilquellen und Heilkräuter bis hin zu moderner Medikamentenentwicklung reichen die Themen. Mit Schulmedizinern und Homöopathen diskutieren oder die Beziehungen zwischen Medizin und Sport erfahren.

Alchemie und Apothekerkunst bei einem Experimentalvortrag erleben. Und im Rahmen der Wissenschaftstage sich am Originalschauplatz auf die Spuren des Riesen vom Tegernsee begeben.

Das alles kann man an den drei Tagen der diesjährigen Wissenschaftstage entdecken. Und das beste: der Eintritt ist kostenlos. Die Veranstalter betonen jedoch, dass man sich zu einigen Terminen vorher anmelden sollte.

Mehr Informationen zu den Wissenschaftstagen 2011 gibt es auf der Webseite der Wissenschaftstage Tegernsee. Dort findet man auch das komplette Programm.


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