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Die neuen Jugendbeauftragten in Holzkirchen

Auf der Suche nach „Input“

Von Cornelia Schramm

Seit Ende Juli sind sie im Amt: die drei Jugendbeauftragten von Holzkirchen. Sie sind jung, haben ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde und wollen das Sprachrohr der Holzkirchner Jugend sein. Jetzt stehen zwar erste Projekte an – man erhofft sich jedoch noch mehr „Input“ von allen Seiten.

Die drei Jugendbeauftragten der Marktgemeinde Holzkirchen sind erst frisch im Amt: Max Röger, Claudia Nitsch und Max Knopp (v.l.n.r.)
Die drei Jugendbeauftragten der Marktgemeinde Holzkirchen sind erst frisch im Amt: Max Röger, Claudia Nitsch und Max Knopp (v.l.n.r.)

Max Knopp (21), Claudia Nitsch (24) und Max Röger (14) sind seit dem 28. Juli diesen Jahres offiziell „bestellt“. Die Marktgemeinde Holzkirchen wünschte sich ein „Bindeglied zwischen Jugendlichen, der Bevölkerung und den Behörden“. Die „Wahl“ fiel nach mehrmaliger Ausschreibung auf Knopp, Nitsch und Röger – auf die einzigen drei Bewerber.

Sprachrohr der Jugendlichen

Nitsch, Lehramtsstudentin für Latein, Spanisch und Religion, war schon im Holzkirchner Jugendgemeinderat aktiv und kann sich den Grund für die wenigen Bewerber ausmalen. Durchaus würden sich viele Jugendliche im Ort, beispielsweise in Sportvereinen, im Chor oder bei den Pfadfindern engagieren. „In dem Alter kümmert man sich aber mehr um sein engeres Umfeld, als in großen Dimensionen zu denken“, meint sie. Das sei zwar verständlich, sie wolle jedoch „von Anfang an mitmischen“.

Ein weiterer Grund könne für Nitsch auch die „offen gehaltene“ Ausschreibung darstellen. In „beratender Funktion“ sollen die Jugendbeauftragten demnach nämlich für den Gemeinderat und die Verwaltung tätig sein – und dabei die Interessen der Jugendlichen im Ort vertreten. „Es gibt keine festen Vorgaben oder Erwartungen an uns“, weiß sie. Selbst Projekte zu erarbeiten und zu gestalten wäre schön – „es macht das Ganze aber auch schwierig“, so Nitsch.

Keine zu hochgesteckten Ziele verfolgen

Daher, das liegt für die Jugendbeauftragten auf der Hand, ist es jetzt wichtig, die einzelnen Fraktionen des Holzkirchner Gemeinderats zu befragen und anzuhören. „Wir sind neu und müssen Elementares abklären: Was wird von uns erwartet?“, meint Röger. „Wir haben die Fraktionen schon angeschrieben“, berichtet Knopp. Mit der CSU und der SPD stünden auch schon die Termine fest, die Grünen hätten sich bereits zurückgemeldet.

Pläne für ein, von Holzkirchner Jugendlichen schon oft herbeigesehntes, Blockbuster-Kino oder für eine Art Diskothek, wollen die drei Jugendbeauftragen aber so schnell nicht neu aufrollen. Röger bleibt pragmatisch und will die Ziele nicht so hochschrauben. Neben den Fraktionen erhofft sich Nitsch vor allem bei den Vereinen, den JUZ-Mitarbeitern und auch den Streetworkern am Ladehof Denkanstöße, um überhaupt erstmal die Problemherde auszumachen.

Wir würden gerne auch bei Veranstaltungen des Kreisjugendrings mithelfen. Der Landkreis Miesbach tut ja viel für die Jugend – vielleicht können wir das auf Holzkirchen übertragen. Wir müssen aber im Rahmen unserer Möglichkeiten bleiben.

Knopp, Nitsch und Röger, man kennt sich untereinander schon über die katholische Pfarrgemeinde, tun sich aktuell noch schwer, die Probleme der Holzkirchner Jugend zu erkennen. „Ich, für meinen Teil, habe mich in Holzkirchen immer sehr wohlgefühlt und bin halt mal nach München gefahren, wenn ich etwas gebraucht habe“, meint Nitsch.

Vereinstechnisch bietet Holzkirchen viel, da sind sich die drei einig – doch die jugendlichen Gruppierungen bleiben unter sich. Für Röger stellt sich daher die Frage, ob die Jugendlichen dann untereinander überhaupt den starken Austausch wollen.

Vielleicht gab es auch deshalb so wenige Bewerber auf das Ehrenamt Jugendbeauftragter, weil man hier sehr zufrieden ist. Ich kann mir vorstellen, wenn Holzkirchen eine Problemgemeinde für Jugendliche wäre, hätten sich ziemlich viele dafür gemeldet.

Die Jugendgruppe, die vielleicht doch Probleme hat, gilt es für Nitsch ausfindig zu machen, mit ihnen zu sprechen und die Erfahrungen an den Gemeinderat und die Verwaltung weiterzugeben. „Vielleicht fällt es den Jugendlichen nur schwer, ihre Wünsche zu formulieren“, meint sie. Als „Sprachrohr“ wollen die drei in der Gemeinde agieren. Mehrmals die Woche treffen sie sich, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Kritik erwünscht

Im Projekt „Engagierte Stadt“, das in Holzkirchen bis 2017 läuft und 50.000 Euro zur Verfügung stellt, soll Knopp ab November als Jugendbeauftragter die Belange der Holzkirchner Jugendlichen in einem Gremium vertreten. „Wir sind jetzt das Sprachrohr – können aber nur dann funktionieren, wenn die Jugendlichen uns Anreize liefern, denen wir nachgehen können.“, erklärt er.

Schon in der Gemeinderatssitzung vergangenen Juli betonte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), dass die Jugend ruhig kritisch sein dürfe und den Finger in die Wunde legen könne. Röger meint dazu: „Wenn es denn in Holzkirchen eine Wunde gibt, werden wir den Finger darauf legen.“ So hoffen die drei Jugendbeauftragen, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche aus dem Ort ihrem Aufruf folgen – damit auch in ihrem Sinne etwas vorwärts gehen kann.

Die Holzkirchner Jugendbeauftragen sind für „konstruktiven Input“ unter jugendbeauftragte@holzkirchen.de per Email zu erreichen.

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