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Holzkirchen: „Jetzt müssen andere Gemeinden in die Gänge kommen“

Aufnahmestopp für Asylbewerber?

Von Cornelia Schramm

Die Container in der Erich-Kästner-Straße sind fast voll. 46 Asylbewerber leben inzwischen in Holzkirchen – Kinder nicht mitgezählt. Neue Unterkunftsmöglichkeiten zu finden, ist schwierig. Und so fordern die Verantwortlichen: bevor die Turnhallen dran glauben müssen, sollten endlich auch die anderen Gemeinden ihr Soll erfüllen.

Die neuen Asylbewerber in der Turnhalle unterzubringen, ist für die Marktgemeinde die letzte Lösung. / Quelle: BP RO
Die neuen Asylbewerber in der Turnhalle unterzubringen, ist für die Marktgemeinde die letzte Lösung. / Quelle: BP RO

Die mobilen Wohneinheiten in der Erich-Kästner-Straße wären inzwischen voll, erklärt Holzkirchens zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD). Erst kürzlich musste man acht Asylbewerber aus Tegernsee aufnehmen. In der Gemeinde ist man sich der Prognose für das kommende Jahr bewusst: Die Zahl, der aufzunehmenden Asylbewerber pro Landkreis wird sich verdoppeln. So wäre es, laut Dasch, auch notwendig, dass die anderen Gemeinden endlich in die Gänge kommen.

Holzkirchen hat das Prinzip des Königsteiner Schlüssels bisher genau erfüllt und war zwischenzeitlich für andere Gemeinden im Landkreis in die Bresche gesprungen. Inzwischen scheint aber auch die Marktgemeinde an ihre Grenzen zu stoßen. Seit geraumer Zeit sucht man händeringend nach Unterkunftsmöglichkeiten für neue Asylbewerber. Der Gemeinde stehen nicht unbegrenzt eigene Grundstücke zur Verfügung, erklärt Dasch. Ohnehin gibt es derzeit schon deutschlandweit Lieferungsengpässe für Container.

Den richtigen Ort ausfindig machen

Von den vorläufig angedachten Alternativen, dem Ladehof und der alten Grundschule in Hartpenning, sei man inzwischen mehr und mehr abgekommen, bestätigte jetzt der Holzkirchner Geschäftsleiter Robert Haunschild. Er könne sich nicht vorstellen, den Ladehof wieder als möglichen Standort aufleben zu lassen: „Das ist einfach nicht der richtige Ort.“ Hartpenning gestaltet sich für ihn ebenfalls schwierig:

Abgesehen von den Auflagen der Brandschutzordnung, die durch Umbauten eventuell einzuhalten wären, ist das Gebäude einfach zu weit vom Ortskern entfernt. Man müsste beispielsweise einen ehrenamtlichen Fahrdienst für die Asylbewerber einrichten.

Doch welche Alternativen gibt es noch? Dasch hofft auf Holzkirchner Privatleute, die auf die Gemeinde zukommen und beispielsweise ein Grundstück zur Verfügung stellen würden. „Es ist aber schwierig, die Leute dafür zu begeistern“, erklärt Dasch die Problematik.

„Ich hoffe, das passiert nie“

Nicht nur Gebäude, die Eigentum der Gemeinde sind, kämen als Unterkunftsorte für künftige Asylbewerber in Frage. Auch staatliche Gebäude könnten eine Lösung darstellen, weiß Haunschild. Hierfür trägt jedoch der Staat die Entscheidungsgewalt. Für die Vertreter der Marktgemeinde kann die Unterbringung in örtlichen Turnhallen bloß als Notlösung gesehen werden.

Die Turnhallen am neuen Gymnasium und der Realschule sind jedoch Kreissache. Ohne Weiteres könnte der Landkreis, die ihm zugeteilten Asylbewerber, hier unterbringen. Eine äußerst ungute Situation. „Ich hoffe, das passiert nie“, gesteht Haunschild. Auch für Dasch steht fest, dass jetzt andere Gemeinden ihre Hausaufgaben machen müssen. Die Kapazitäten in Holzkirchen sind bald erschöpft.

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