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100. Todestag des Malers August Macke

Das Tal der Inspiration

Von Redaktion

August Macke gilt als einer der bekanntesten Maler des Expressionismus. Mit 20 Jahren zog er für ein Jahr zusammen mit seiner Frau an den Tegernsee.

Die ruhige und besinnliche Zeit am See wurde zu einer besonders produktiven Schaffensphase. Rund 200 Werke sind hier entstanden. Anlässlich seines 100. Todestages wollen wir an ihn erinnern.

Ein Selbstpotrait mit Hut von August Macke aus dem Jahr 1909 / Quelle: Wikimedia
Ein Selbstpotrait mit Hut von August Macke aus dem Jahr 1909 / Quelle: Wikimedia

Heute ist der 100. Todestag von August Macke – dies gibt Anlass, an einen der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismus zu erinnern, der eng mit dem Tegernsee verbunden war. Am 31. Oktober 1909 kam August Macke, geboren am 3. Januar 1887 im Hochsauerland, nach Tegernsee. Die Hochzeitsreise sollte eigentlich nach Paris gehen, doch der Schriftsteller Wilhelm Schmidtbonn schrieb im September 1909 an August Macke:

Der Winter ist hier doch herrlicher als in Paris. Ewige Sonne, so warm, dass man den ganzen Tag auf dem Balkon sitzen kann. Sonnenuntergänge am See, Bauernhäuser, wie sie wohl nirgends wieder auf der Welt so schön sind… Also, setzt Euch auf den Zug, Ihr kommt in ein Märchen hinein!

Sie setzten sich in den Zug und fuhren nach Tegernsee. Ihr erstes Domizil war die Villa Brand und nach Weihnachten zogen sie ins Staudacher-Haus. In einem Brief vom Dezember 1909 schreibt August Macke: „Es ist ein wunderbares Leben hier, unbeschreiblich schön.“ Mit seiner jungen Frau machte er Spaziergänge zum Parapluie, nach Rottach am See entlang und nach Gmund. Er schreibt: „Arbeiten tu ich wie ein Pferd und kann kaum aufhören.“ So entstehen in Tegernsee an die 200 Gemälde.

Weihnachten am Tegernsee

Im November 1909 begann der Winter. Seine Frau Elisabeth schreibt darüber in ihren Erinnerungen: „Vier Tage Schneesturm, die Dächer konnten die Schneemassen kaum tragen. Die Abende waren sehr gemütlich, August zeichnete am Tisch bei der Lampe mit Bleistift und Kohle.“ Auf Weihnachten kamen Verwandte und Freunde nach Tegernsee.

Elisabeth Macke schreibt: „Auf einem Waldspaziergang hatten wir bei Holzfällern einen Baum bestellt. Es wurde uns dann eine absolut windschiefe, dünnzweigige Tanne ins Haus gebracht, wir mussten sie noch teuer bezahlen. Aber als sie geschmückt am Heiligen Abend dastand, freute sie uns doch. Unser erster Weihnachtsbaum! Wir feierten fröhlich. Am Nachmittag des ersten Feiertags trafen wir uns alle zusammen im Café am See. Am zweiten Feiertag machten wir eine Schlittenfahrt nach Schliersee. Unser Klavier wurde eifrig und ungestört benutzt.“

Die August-Macke-Anlage in Tegernsee wurde nach dem berühmter Maler benannt
Die August-Macke-Anlage in Tegernsee wurde nach dem berühmter Maler benannt.

Übers Staudacher-Haus schrieb Elisabeth Macke: „Das Haus war ein solides Bauernhaus, seit Generationen in der Familie, mit Tradition und Kultur erhalten. August konnte frei und ungehindert arbeiten, zumal Staudacher ihm eine alte leere Werkstatt als Atelier zur Verfügung stellte.“ Er malte Pastelle und eine Reihe Stillleben wie „Die Winterlandschaften aus dieser Zeit“, „Egern im Winter“, „Der Wallberg im Schnee“ und andere.

Ein Jahr lebten die Mackes in Tegernsee, ihr erstes Kind wurde hier geboren, eine glückliche und fruchtbare Zeit. „Ein Jahr der Idylle“, schreibt Macke später. Im November 1910 zogen sie wieder nach Bonn. „Wir gingen nicht ganz leichten Herzens aus unserem geliebten heimatlichen Nest, wo wir so glücklich gewesen waren.“ Mackes Schaffenszeit war begrenzt. Der Erste Weltkrieg war ausgebrochen und im August 1914 musste er einrücken. Am 26. September 1914 fiel er – erst 27-jährig – in der Champagne.

Text von Beni Eisenburg, erschienen im Gemeindeboten „Tegernseer Nachrichten“.

Zum Gedenken an August Macke hat sich auch die VHS Gmund/Dürnbach etwas einfallen lassen. Unter dem Motto „August Macke in Tegernsee – Spaziergang mit Bildern“ wird heute ab 15 Uhr eine Führung angeboten. Von Malweise über künstlerische Entwicklung bis hin zu Motiven wird alles rund um den Künstler erforscht. Treffpunkt ist der Bahnhof Tegernsee.

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