Aus Asylunterkunft wird Notunterkunft

Die Aufregung war groß, als im letzten Juli bekannt wurde, dass Bräustüberlwirt Peter Hubert ein kürzlich gekauftes Haus in Kreuth Oberhof an das Landratsamt vermietet hat. Ursprünglich für die Unterbringung von Flüchtlingen – jetzt sieht der Plan ein bisschen anders aus.
Das Haus in Kreuth wird nun wohl doch etwas anders genutzt.

Geplant hatte Peter Hubert, der bekannte Gastronom aus Tegernsee, das letztes Jahr gekaufte Haus in Kreuth Oberhof für seine Mitarbeiter zu nutzen. Die drei Wohnungen sollten auch in Absprache mit der Gemeinde Kreuth den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum bieten, der im Tal so knapp ist.

Aber dann kam die Pandemie zurück und der Bräustüberlwirt sah sich gezwungen eine andere Nutzung für sein Eigentum zu finden. Er vermietete das Gebäude mit den drei Wohnungen an den Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Mietvertrag über drei Jahre wurde abgeschlossen. Die Unterbringung von 24 Personen war geplant. Was folgte war ein mediales Verbalgeplänkel zwischen Hubert und Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) im Juli 2020. Im Grunde ging es dabei um die Frage, wer wen wann über was informiert hat.

Haus steht leer – für alle Fälle

Anschließend wurde das Thema nicht mehr öffentlich diskutiert. Es trat Ruhe ein in Oberhof. Neun Monate nach der Unterzeichnung der Mietverträge ist das Gebäude aber augenscheinlich nicht bewohnt. Auf unsere Nachfrage informiert Sophie Stadler, Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach: “Der angemietete Wohnraum in Kreuth ist grundsätzlich bezugsfertig.“

Die Verwaltung der Flüchtlingsunterkünfte sei jedoch im Rahmen der Corona-Pandemie dazu angehalten, Ausweich-Quartiere für Flüchtlinge bereitzuhalten. Also für den Fall, dass der Kreis eine kurzfristige Isolation von Menschen durch einen Corona Ausbruch in einer anderen Unterkunft benötigen würde. Diese Funktion komme im Moment dem Haus in Oberhof zu. Bisher sei dieser Notfall aber noch nicht eingetreten, führt Stadler weiter aus und ergänzt:

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Eine überproportional hohe Erkrankungsrate in den Flüchtlingsunterkünften des Landkreises kann – zum Glück – nicht verzeichnet werden.

Sofern das Objekt fest belegt werde, würde dies selbstverständlich in enger Abstimmung mit der Gemeinde Kreuth erfolgen. „Diesbezüglich gab es auch bereits Gespräche mit Herrn Bürgermeister Bierschneider“, informiert die Sprecherin weiter.

Flüchtlinge in Kreuth wohl bestens informiert

Im Kreuther Rathaus zeigt man sich auch entspannt bei dem Thema. Der Bürgermeister verweist nur auf die Zuständigkeit des Landkreises. Klaus Miller, Ansprechpartner für den Arbeitskreis Asyl der Gemeinde Kreuth, bestätigt, dass seit Ausbruch der Pandemie keine neuen Flüchtlinge in Kreuth begrüßt wurden.

Miller unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass entgegen der Berichte aus den Brennpunkten der Metropolen, die Migranten in Kreuth sehr gut über die Pandemie und die Folgen informiert seien. „Hier auf dem Land sind die Menschen sehr gut vernetzt. Ich habe keine Bedenken, dass fehlende Information oder gar Desinformation ein Problem ist“, berichtet der Vertreter der Gemeinde.

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