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Polizei formuliert klare Regeln für WM-Endspiel am Sonntag

Autokorso ja, aber mit Maß

Von Rose Beyer

Wenn die deutsche Fußballelf am Sonntag das WM-Endspiel gegen Argentinien gewinnen sollte, wird es auf den Straßen in vielen deutschen Städten wieder rund gehen. Und auch im Tal dürfte es ein wenig lauter werden.

Bunt geschmückte, laute Autokorsos mit jubelnden Menschen werden sich durch die Straßen rund um den See hupen. Die Polizei kündigt Verständnis für die Feiernden an. Solange sie es nicht zu weit treiben.

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Ob es am Sonntag einen solchen Autokorso, wie auf diesem Bild aus Holzkirchen zu sehen, auch im Tal geben wird?

„Bei früheren Europa- und Weltmeisterschaften gab es häufig Korsos“, berichtet der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Bad Wiessee, Wolfgang Strobl. In diesem Jahr blieb das Tegernseer Tal aber bisher davon verschont. Strobls Erklärung ist die späte Uhrzeit, zu der die Spiele heuer übertragen wurden.

Verständnis mit Grenzen

Wenn am Sonntag das Endspiel bereits um 21 Uhr beginnt, wäre es bei normalem Spielverlauf gegen 23 Uhr beendet. Das wäre eine gute Zeit, um „auf die Straße zu gehen“, rechnet Strobl aus. Grundsätzlich bringt er Verständnis für die ausgelassene Fangemeinde auf: „Wir werden die Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung nicht ausschöpfen!“

Doch sein Verständnis geht nur bis zu einer gewissen Grenze. Sobald die Sicherheit gefährdet sein könnte, hört der Spaß für ihn auf. Um die stimmungsvolle Runde mit den feiernden Fans genießen zu können, sollten also einige Regeln beachtet werden.

So sollten Autos in jedem Fall an roten Ampeln anhalten. Auch dürften die Fahrzeuge des Autokorsos weder sich selbst – beispielsweise durchs aus dem Autofenster lehnen – oder auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Und auch auf der Motorhaube wollen die Beamten niemanden sitzen sehen. In einem Fall will die Polizei aber erst recht einschreiten:

Alkohol am Steuer geht gar nicht!

Und irgendwann sollte die ganze Gaudi dann auch ihr Ende finden. Einen Korso etwa bis vier Uhr in der Früh würden die Beamten dann doch nicht durchgehen lassen. „Da würden vor allem Hotelgäste bei uns anrufen und sich beschweren.“

Grundsätzlich ist der Polizei allerdings klar, dass sie nicht jede Ordnungswidrigkeit unterbinden kann. So berufen sich die Beamten oft auf das sogenannte „Opportunitätsprinzip“. Bedeutet: In bestimmten Situationen können die Polizisten einschreiten, müssen aber nicht. Die Ermessensentscheidung direkt vor Ort sei, so ein Wiesseer Streifenpolizist, eine Gratwanderung. „Es geht um die Sicherheit, aber wir wollen natürlich auch nicht die Feierstimmung komplett unterbinden.“

Im Kofferraum sitzen ist eigentlich verboten - eigentlich ...
Im Kofferraum sitzen ist eigentlich verboten – eigentlich …

So wird die Polizei am Sonntagabend vor allem auf Rottach-Egern ein Auge haben. Korsos würden sich zum Beispiel in der Hauptstraße „anbieten“. Die Seestraße würde eher gemieden, meint Strobl. Auch auf die größeren Public-Viewing-Veranstaltungen am Rottacher Feuerwehrhaus und im Bräustüberl wird die Polizei ein Auge haben. Man sei natürlich unterwegs, normalerweise treffe man dort aber nur friedliche Leute an.


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