Baut Wiessee das neue Jodbad jetzt selbst?

In Bad Wiessee geht es langsam wieder aufwärts. Das belegen die Haushaltszahlen, die Kämmerer Franz Ströbel gestern Abend dem Gemeinderat präsentierte. Durch die vermehrten Rücklagen könnten sich auch neue Perspektiven für ein altes Projekt eröffnen: die Neugestaltung des Jodbadareals.

Der Wiesseer Gemeinderat präsentierte einen positiven Haushalt für 2015.
Der Haushalt für 2015 wurde vom Wiesseer Gemeinderat einstimmig angenommen .

Gemessen an denen der Vorjahre waren die Zahlen, die Kämmerer Franz Ströbel am Donnerstagabend im Wiesseer Gemeinderat präsentierte, durchaus erfreulich. „Der Sparkurs der Gemeinde hat sich ausgezahlt“, zeigte sich Bürgermeister Peter Höß zufrieden.

Sein aktueller Verwaltungshaushalt für 2015 beläuft sich auf insgesamt 19,85 Millionen Euro, ein Anstieg von gut 200.000. Der Vermögenshaushalt der Gemeinde ist auf 7,1 Millionen angewachsen. Im Vorjahr waren es 5,4 Millionen Euro.

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Noch immer gehört Bad Wiessee zu den am höchsten verschuldeten Gemeinden in Bayern, doch die Aufwärtstendenz ist sichtbar. Der Schuldenstand konnte um gut 1,5 Millionen auf nun etwas mehr als 30 Millionen Euro gesenkt werden. Damit verringerte sich auch die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von zuletzt 6.747 Euro auf 6.355 Euro.

Aufwärtstrend deutlich erkennbar

Als besonders erfreulich bewertete Kämmerer Franz Ströbel die Steuereinnahmen. So stiegen die Einkünfte aus Einkommensteuer von 2,16 Millionen in 2013 auf nun 2,3 Millionen. Auch die Gewerbesteuer spülte 220.000 Euro mehr in die Gemeindekasse als im Vorjahr. Dabei hatte Bad Wiessee die Steuersätze nicht angehoben.

Positiv auch die Entwicklung bei den Rücklagen. Hatte Gemeinderat Kurt Sareiter (CSU) im Vorjahr noch seine Besorgnis geäußert, dass die Rücklagen in Höhe von damals 2,8 Millionen Euro im Jahr 2015 vollständig aufgebraucht sein könnten, gab der Kämmerer nun Entwarnung. Die Rücklagen der Gemeinde sind mittlerweile auf rund 6 Millionen Euro angewachsen.

Baut Bad Wiessee das neue Jodbadareal selbst?

Im Gegensatz zum Vorjahr gab es in der Sitzung am Donnerstag keine Gegenstimmen – der Haushalt wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen. Eine dringliche Aufgabe der Gemeinde sprach Kurt Sareiter an. Da das Projekt Jodbadareal nun europaweit neu ausgeschrieben werde, stellte er die Frage in den Raum:

Sollen wir das da draußen nicht lieber selber bauen?

In dem Fall hätte die Gemeinde zwar einmalig die – sicherlich nicht geringen – Errichtungskosten zu schultern, müsste danach aber nicht über Jahre hinweg Mietzahlungen für einige der Einrichtungen leisten. Überlegungen in diese Richtung habe es auch seitens der SPD bereits gegeben, erklärte deren Fraktionssprecher Bernd Kuntze-Fechner. „Die große Lösung fürs Jodbad muss kommen“, forderte er.

Nimmt die Gemeinde die Neugestaltung des Kurviertels nun selbst in die Hand?
Nimmt die Gemeinde die Neugestaltung des Kurviertels nun selbst in die Hand?

Auch Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) zeigte sich nicht abgeneigt: „Unsere Sparmaßnahmen haben dazu geführt, dass wir besser dastehen. Deshalb können wir auch überlegen, das Jodbad selbst zu bauen.“ Er schlug daher vor, diesen Punkt im Rahmen der in Kürze anstehenden Klausurtagung detailliert zu diskutieren.

Vielleicht hat damit ja die bis dato erfolglose Suche nach einem passenden Investor ein Ende und die praktische Umsetzung kann endlich Fahrt aufnehmen. Ob und in welchem Ausmaß die bereits getätigten Investitionen verloren sind, wird sich wohl ebenfalls nach der Klausurtagung abschätzen lassen.

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