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Gmund will weg vom Verkehrskollaps

Von Rose Beyer

Verkehr ist der Dauerbrenner im Tal. Viel wird geredet – bisher wenig getan. In Gmund sind aktuell einige Projekte in Planung, die vor allem für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen sollen. Aber auch die BOB-Haltestellen sollen wieder attraktiver gemacht werden.

Auch in Gmund gibt es viel Durchgangsverkehr / Archivbild

„Wie wollen wir leben, am besten ohne Lärm und Verkehr?“ So fragte es der Rathauschef Alfons Besel in der Bürgerversammlung vergangene Woche in die Runde. Aber gleichzeitig wolle man auch mobil bleiben. „Wir sind immer Täter und Opfer zugleich“, konstatierte er. Was kann man also tun? Mehr Verkehrssicherheit. Ein Umstieg auf Bus und Bahn. Fahrradfahren fördern. Mobilitätskonzepte anstoßen. So zitierte er die vieldiskutierten Ansatzpunkte, die wohl seit geraumer Zeit schon im Tegernseer Tal diskutiert werden – bisher ohne große Erfolge.

Zumindest in Sachen Sicherheit kommt man in kleinen Schritten voran: drei neue Querungshilfen sind in Planung: in Finsterwald an der Tölzer Straße, in der Ringstraße und im Buchbergweg. Für Pendler soll es neue P&R-Plätze geben: 36 an der Zahl in Moosrain sowie weitere in Gmund. Auch die „JugendBahnCard“ ist angestoßen. Die Kosten für die Bonuskarte für das verbilligte Fahren von Jugendlichen bezahlt die Gemeinde. Darüber hinaus soll Gmund für Fahrradfahrer attraktiver werden.

Besel: „Autofahren soll erst das zweite Mittel der Wahl sein.“

Abgesehen von der Gründung des Gmunder Arbeitskreises Verkehr hat die Gemeinde vor, einem Verein beizutreten, der sie durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit weiteren Kommunen stärken kann. Leitidee des Vereins ist der Netzwerkgedanke und regelmäßige Erfahrungsaustausch.

Ende April wollen Vertreter des Landratsamtes und des Vereins betreffende Strecken abradeln, um gemeinsam einen Arbeitsplan zu erarbeiten. Vielleicht könne man sich irgendwann vor lauter Radln gar nicht mehr retten, frotzelte Besel. Unerlässlich sei es in jedem Fall, die Region unter die Lupe zu nehmen.

Und ewig hässlich grüßt das Bahnhofsareal

Beim Thema Verkehr spielt auch das Gmunder Bahnhofsareal eine wichtige Rolle. Ortsentwicklungen seien meist geprägt von Gewässern und der Bahn, versuchte Besel den Einstieg ins Thema der Entwicklung rund um Gmunds Bahnhof. Man könne stolz sein auf die beiden Firmen Büttenpapierfabrik und Papierfabrik Louisenthal, aber die Entwicklungen am Bahnhofsareal hinken der der Ortsentwicklung weit hinterher.

Doch jetzt bringe ein privater Investor die bisherigen Planungen gehörig durcheinander. 2012 war es gelungen, sich im Rahmen des Erwerbs des Gmunder Bahnhofs zusätzlich die angrenzenden Grundstücke zu sichern. 2018 wurde das Gestaltungskonzept präsentiert, anschließend konnte man öffentlich seine Meinung dazu kundtun. Und jetzt käme eben die Raiffeisenbank Gmund her und überlegt, ob sie ein Parkhaus baut. Besel meint:

Das bekommt jetzt eine ganz interessante Dynamik.

Er wünscht sich mehr Dialog mit den Bürgern. Beispielsweise durch einen Planungsworkshop. Das Projekt sei eine einmalige Chance für die Ortsentwicklung, wie er meinte. Ziel sollte es sein, bald ein städtebauliches Konzept in trockene Tücher zu bringen.


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