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Hotelier bringt Hängebrücke über Tegernsee ins Spiel

„Besser als der Seesteg“

Von Lydia Dartsch

Sie sind ein Alpenphänomen: Hängebrücken. In Österreich, der Schweiz und auch in Bayern versuchen Touristiker, die Natur erlebbar und es Touristen so bequem wie möglich zu machen, indem sie Berge miteinander verbinden und ihnen so beschwerliche Auf- und Abstiege durch Täler ersparen.

Auch dem Tegernseer Unternehmer Dr. Andreas Greither gefällt die Idee einer Hängebrücke, die die Berge um den See miteinander verbindet: „Ich weiß sogar schon wo“, schmunzelt er.

Der Waldwipfelweg in St. Englmar ist nur ein Beispiel für die Inszenierung von Landschaften. Solche Brücken gibt es beispielsweise schon in Garmisch-Patenkirchen mit der Hacker-Pschorr-Brücke und dem Skywalk auf dem Mostelberg in der Schweiz / Foto: Waldwipfelweg
Die Hängebrücke über der Höhenbachschlucht ist nur ein Beispiel für die Inszenierung der Natur / Foto: hotelruebezahl.de

Mit einer solchen Brücke könne man wunderbar den Höhenweg zwischen dem Lieberhof und dem Sonnleitenweg verbinden, erzählt Greither. In der Mitte könnte man dann hoch oben über dem Alpbachtal stehen und die Aussicht genießen. Wer ohne die Kraxelei in den Genuss kommen möchte, könnte vom Tal auch per Aufzug auf die Brücke gelangen, so die Idee des Tegernseers.

Eine Vision, die auch der Tal-Touristik gefällt. TTT-Chef Georg Overs findet die Idee großartig. Er habe die Entwicklungen in anderen Alpengemeinden verfolgt. So was könnte auch das Tal für Gäste attraktiver machen, indem man die Landschaft inszeniert. Ein Beispiel dafür sei der Seesteg.

Landschaftsschutz als Herausforderung

Die Hängebrücke findet Greither dabei viel besser als den Seesteg. Konkrete Überlegungen für die Umsetzung eines solchen Projekts gäbe es aber noch keine. TTT-Chef Overs sieht bei der Umsetzung auch einige Herausforderungen, die man zuerst angehen müsste, zum Beispiel beim Natur- und Landschaftsschutz.

Herausforderungen, die die Garmischer bereits erfolgreich gemeistert haben. Ihre Hacker-Pschorr-Brücke über der Faukenschlucht – 56 Meter lang, 200.000 Euro teuer – ist seit 2012 in Betrieb und bringt den Wanderern viele praktische Vorteile. So wie auch die längste Fußgänger-Hängebrücke Österreichs, die auf einer Höhe von 110 Metern die zwei Seiten der Höhenbachschlucht verbindet. Die 200 Meter lange Brücke wird sogar in der Nacht beleuchtet.

Hier könnte die Hängebrücke entstehen: Hoch oben über dem Alpbachtal. In der Mitte könnten die Besucher mit einem Aufzug auf die Brücke gelangen.
Vom Bereich des Lieberhofs über das Alpbachtal zum Sonnleitenweg (hinten im Bild) könnte die Hängebrücke führen.

Und dann ist da noch die Frage nach dem Geldgeber für das riesige Projekt über dem Alpbachtal. Da hofft der Westerhof-Eigentümer auf einen großzügigen Sponsor, der mit anpackt. Eine Vision für das Tal sei eine solche Brücke auf jeden Fall. Trotzdem sieht auch er, ganz realistisch, nur geringe Aussichten, dass die Brücke in absehbarer Zukunft gebaut werden könnte:

Das kriegen wir bei unseren Verhältnissen im Tal in hundert Jahren nicht hin.

Der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal würde es gefallen, wenn Greither mit seiner Aussage recht behält. Es gäbe genügend Wanderwege für alle Schwierigkeitsgrade, erklärt Angela Brogsitter-Fink. Es sei demzufolge auch in keiner Weise nötig, überall solche Höhenwege und Hängebrücken zu errichten.

Die möglichen Folgen will sich Brogsitter gar nicht erst ausmalen: Die Berge um das Tegernseer Tal seien jetzt schon so stark frequentiert. Was würden die vielen Menschen für die Tiere und Pflanzen bedeuten? Die ständige Vermarktung der Landschaft im Alpenraum mache ihr Angst:

Die Natur ist doch kein Konsumartikel. Man muss ihr auch etwas zurückgeben.

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